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12.09.2019 – 11:08

dpa-Faktencheck

Die Klimakrise gibt es nicht nur in Deutschland

Berlin (ots)

Eine Karte von Europa kursiert in den sozialen Netzwerken. Darauf sind alle Länder - mit Ausnahme von Deutschland - grün eingefärbt. Darüber steht die Behauptung: «Alle Länder in denen eine Klimakrise herrscht haben wir rot markiert:» Das Wort Klimakrise und das Land Deutschland sind in dem geteilten Bild in der Farbe Rot eingefärbt. (http://dpaq.de/xmRlo)

BEWERTUNG: Die sogenannte Klimakrise ist kein Phänomen, das sich nur auf Deutschland konzentriert. Suggeriert wird mit der Karte, dass sie nur in Deutschland zu einem Problem gemacht werde. Auch das stimmt nicht.

FAKTEN: Klimakrise ist als Schlagwort zu verstehen, das benutzt wird, um die Tragweite des Klimawandels beziehungsweise der globalen Erderwärmung zu verdeutlichen.

Mit einer globalen Klimakrise hat sich schon das Kyoto-Protokoll befasst, das 1997 verabschiedet wurde und erstmals rechtsverbindliche Begrenzungs- und Reduzierungsverpflichtungen für die Industrieländer enthielt. Das Protokoll wurde von 191 Staaten ratifiziert, darunter alle EU-Mitgliedstaaten sowie wichtige Schwellenländer wie Brasilien, China, Indien und Südafrika. (http://dpaq.de/p6Gji)

Um die derzeitige Lage hinsichtlich einer Klimakrise zu verdeutlichen, hat der Weltklimarat IPCC im Herbst 2018 den Sonderbericht «1,5 Grad Celsius globale Erwärmung» veröffentlicht (http://dpaq.de/Qug7V). Das Umweltbundesamt schlussfolgert daraus: «Um die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, ist eine radikale Reduktion der Treibhausgasemissionen weltweit insbesondere bis 2030 erforderlich.» (http://dpaq.de/ykChr)

Der Begriff Klimakrise taucht weltweit in Medien oder Publikationen auf. Hier einige Beispiele: Die New York Times berichtete damit über den Sonderbericht «1,5 Grad Celsius globale Erwärmung» (http://dpaq.de/3nExU). Der britische Guardian hat seinen Style-Guide dahingehend angepasst (http://dpaq.de/25BM0): Statt «Klimawandel» sollen Journalisten Begriffe wie «Klimakrise» oder «Klimanotstand» verwenden. Das Werk «The Climate Crisis: An Introductory Guide to Climate Change» von David Archer und Stefan Rahmstorf (http://dpaq.de/car9D) trägt den Begriff schon im Titel.

Die Ursachen des Klimawandels definiert die EU wie folgt: «Die Menschheit beeinflusst durch Nutzung fossiler Brennstoffe, Abholzen von Regenwäldern und Viehzucht zunehmend das Klima und die Temperatur auf der Erde. So erhöht sich die Menge der in der Atmosphäre natürlich vorkommenden Treibhausgase enorm, und dies verstärkt den Treibhauseffekt und die Klimaerwärmung.» (http://dpaq.de/fr5tv)

Die US-Raumfahrtbehörde NASA zeigt online einen aktuellen Stand hinsichtlich des Klimawandels (http://dpaq.de/viiDQ).

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Links:

Beitrag: https://www.facebook.com/KeinKFZDieselverbotinDeutschland/photos/a.178345166034638/582289818973502/?type=3&;theater (archiviert: http://dpaq.de/2f9Gd)

Begriff Klimakrise in Medien und Publikationen: http://dpaq.de/3nExU, http://dpaq.de/25BM0 und http://dpaq.de/car9D

Umweltbundesamt zum Klima: http://dpaq.de/scI77

EU zu den Ursachen des Klimawandels: http://dpaq.de/fr5tv

Umweltministerium zum Kyoto-Protokoll: http://dpaq.de/p6Gji

Sonderbericht des Weltklimarats: http://dpaq.de/Qug7V

Umweltbundesamt zum Sonderbericht: http://dpaq.de/ykChr

NASA zum Stand des Klimawandels: http://dpaq.de/viiDQ

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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