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10.05.2019 – 17:13

dpa-Faktencheck

In dieser Prognose für 2030 wurden weitere Einkommen im Rentenalter nicht berücksichtigt

Auf Facebook kursiert die Prognose, 2030 werde jeder Zweite in Altersarmut leben. Bebildert ist dies mit einem Flaschensammler. Logo und Schriftzug erinnern an ein Wahlplakat der CDU (http://dpaq.de/Rg4Qd).

BEWERTUNG: Die Prognose ist nicht haltbar, es gibt keine seriöse Berechnungsgrundlage. Außerdem ist das Bild kein Wahlplakat der CDU.

FAKTEN: Eine Prognose des WDR im Jahr 2016 hat zwar ergeben, dass ab 2030 fast jedem Zweiten eine Altersrente auf oder unter Hartz-IV-Niveau drohen könnte (http://dpaq.de/AEFbu). Wie der Sender klarstellte, bezieht sich seine Berechnung aber eben nur auf die gesetzliche Rente (http://dpaq.de/n7GFB). Betriebliche Renten und private Renten, die häufig noch zusätzlich gezahlt werden, sind darin nicht inbegriffen. Die These, jedem Zweiten drohe 2030 Altersarmut, lässt sich also mit der WDR-Berechnung nicht belegen.

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung sagt die Rentenhöhe allein nichts über das Haushaltseinkommen insgesamt aus. So könne unter anderem die Rente des Partners hinzukommen. Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen können zudem rentensteigernd anerkannt werden. Allein auf das vorherige Einkommen zu gucken, greife also zu kurz.

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2017 schloss weitere Einkommen von Rentnern mit ein. Das sind neben gesetzlicher Altersrente, betrieblicher und privater Vorsorge auch etwa Einkünfte aus Immobilien oder aus Wertpapieren. Auf der Basis von Simulationen wurde vorausgesagt, dass in der ersten Hälfte der 2030er Jahre der Anteil der von Altersarmut Bedrohten von aktuell rund 15 Prozent auf etwa 20 Prozent steigen könnte (http://dpaq.de/7jOaY).

Eine Foto-Recherche belegt zudem, dass es sich nicht um ein Wahlplakat der CDU handelt. Sucht man mit der Bilder-Rückwärtssuche (ohne die Schrift und Parteilogo), stößt man auf einen Blogbeitrag aus dem Jahr 2012 (http://dpaq.de/OLHwf). Der Beitrag dokumentiert die Arbeit eines Mannes, der anscheinend in Berlin Flaschen auf der Straße sammelt.

Die Plakate der CDU zur Europawahl 2019 und zu Kampagnen aus den Jahren 2013, 2014 und 2017 finden sich in den Datenbanken der CDU (http://dpaq.de/HYcw6). Auf keinem der Plakate wurde das Bild des Flaschensammlers genutzt.

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Links

- Facebook-Link zum Post (archiviert):http://dpaq.de/C7jAd

- Link zum Original-Foto des Flaschensammlers:https://muell-archaeologie.de/?p=1878

- Bertelsmann-Studie zur Altersarmut:http://dpaq.de/MMFFo

- WDR-Berechnung:http://dpaq.de/n7GFB

- Pressemitteilung zu WDR-Berechnung:https://www.presseportal.de/pm/7899/3298505

- Deutsche Rentenversicherung zu Kindererziehungs-Bonus bei der Rente:http://dpaq.de/JNk6z

- Deutsche Rentenversicherung zu Pflege-Bonus bei der Rente:http://dpaq.de/vmLQd

- Deutsche Rentenversicherung zu Haushaltseinkommen:http://dpaq.de/dG959

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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