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29.04.2019 – 14:03

dpa-Faktencheck

Kissinger hat nicht vor der WHO über Zwangsimpfungen gesprochen

Dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger wird von Impfgegnern unterstellt, er soll eine Zwangsimpfung der Menschen für die Kontrolle des Erbguts gefordert haben. Ein Facebook-Post behauptet, der heute 95-jährige Friedensnobelpreisträger habe 2009 in einer Rede vor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesagt: "Sobald die Herde die obligatorische Impfung akzeptiert, ist das Spiel vorbei! (...) Wir können Kinder genetisch verändern und sterilisieren - für das "Gute". Kontrolliere die Gedanken der Schafe und du kontrollierst die Herde."

BEWERTUNG: Eine solche Aussage von Henry Kissinger ist nicht bekannt. Am angegebenen Tag fand keine Konferenz des WHO-Rates statt. Zudem fehlt jeder Beleg, dass Kissinger die Sätze zu einem anderen Zeitpunkt gesagt haben könnte.

FAKTEN: Im Post wird angegeben, Kissinger habe am 25. Februar 2009 eine Rede vor dem Rat der Weltgesundheitsorganisation gehalten. Damit kann wohl nur der Exekutivrat (Executive Board) mit seinen knapp drei Dutzend Vertretern aus den WHO-Mitgliedsstaaten gemeint sein.

Allerdings hat sich der Exekutivrat am 25. Februar 2009 gar nicht getroffen. Der WHO zufolge berät er sich nie im Februar, sondern nur einmal in Januar und einmal im Mai - also vor und nach der Vollversammlung. So auch 2009: am 26. Januar und vom 28. bis 30. Mai. Die Vollversammlung findet nur einmal jährlich statt, 2009 war das vom 18. bis 22. Mai. http://dpaq.de/azlyc

Weder in den Dokumenten zum 124. Treffen des Executive Board im Januar 2009 noch zum 125. Treffen im Mai 2009 taucht der Name Kissinger auf. http://dpaq.de/HvRqv

Durchsucht man die WHO-Internetpräsenz "www.who.int" nach Beiträgen, die den Namen "Henry Kissinger" beinhalten, ist kein Treffer angegeben, der das angebliche Zitat des US-Politikers wiedergibt. http://dpaq.de/h1Odb

Am 26. April 2019 teilte ein WHO-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur schriftlich mit, dass seiner Organisation kein solcher Auftritt des Ex-US-Außenministers bekannt ist.

Das angebliche Kissinger-Zitat wurde auch auf Englisch verbreitet. Die US-Faktencheck-Seite "Snopes" wies darauf hin, dass die Wortwahl ungewöhnlich sei. Demnach sei es sehr unwahrscheinlich, dass ein so bedeutender Politiker in einer Rede das Wort "Herde" (engl. "herd") für Menschen nutze oder seine Rede mit "Nun, was gibt es jetzt zum Mittagessen?" ("Now, what's for lunch, huh?") abschließe.

Verschwörungstheoretiker stellen Friedensnobelpreisträger Kissinger nach "Snopes"-Angaben oft als Super-Bösewicht und Repräsentant einer angeblich geheimen Elite dar, welcher die Welt kontrolliert. http://dpaq.de/0f3w9

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Quellen:

Archivierter Facebook-Post mit angeblichem Kissinger-Zitat: http://dpaq.de/vZwb4

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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