Alle Storys
Folgen
Keine Story von Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) mehr verpassen.

Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)

Kabinettsbeschluss: Bundesregierung setzt Kommission zur Aufarbeitung des an Sinti und Roma begangenen Unrechts in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR ein

Berlin (ots)

Die Bundesregierung hat heute die Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des an Sinti und Roma begangenen Unrechts in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR nach 1945 beschlossen. Damit schafft sie die Voraussetzung für einen unabhängigen Aufarbeitungsprozess und setzt eine zentrale Empfehlung der Unabhängigen Kommission Antiziganismus um.

Die neue Kommission soll dazu beitragen, das nach 1945 an Sinti und Roma begangene Unrecht umfassend aufzuarbeiten, bislang ungehörte Perspektiven einzubeziehen und den Erfahrungen der Betroffenen und ihrer Nachkommen einen festen Platz in der deutschen Erinnerungskultur zu geben. Ziel ist es, die Folgen dieses Unrechts anzuerkennen und Impulse für eine nachhaltige gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung mit Antiziganismus und seinen Kontinuitäten zu geben. Die Geschäftsstelle der Kommission ist bei der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) angesiedelt. Die Stiftung begleitet die unabhängige Kommission organisatorisch und fachlich und unterstützt sie bei der Erfüllung ihres Auftrags. Im Herbst 2026 soll die Kommission zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen.

"Viele Geschichten wurden nie erzählt, viele Erfahrungen nie dokumentiert. Ich wünsche mir, dass die Kommission den Erfahrungen von Sinti und Roma Gehör verschafft - und dass wir diese als Teil unserer gemeinsamen Geschichte anerkennen", sagt Dr. Andrea Despot, Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ.

Die im Jahr 2000 gegründete Bundesstiftung EVZ bringt ihre langjährige Erfahrung in der historischen Aufarbeitung von nationalsozialistischem Unrecht und der Zusammenarbeit mit Betroffenen in die Arbeit der Geschäftsstelle ein. Dazu gehört auch, Beteiligungsformate zu ermöglichen, in denen Betroffene und deren Nachkommen ihre Erfahrungen einbringen können.

"Für uns als Stiftung EVZ ist es eine besondere Verantwortung, diesen Prozess zu begleiten und unsere Erfahrung in der historischen Aufarbeitung einzubringen. Die Kommission wird das jahrzehntelang verdrängte Unrecht nicht innerhalb weniger Jahre vollständig aufarbeiten können. Aber sie kann dazu beitragen, dass dieses Unrecht künftig nicht mehr übersehen wird", so Dr. Andrea Despot.

Mit der Einsetzung der Kommission reiht sich Deutschland in eine europäische Entwicklung staatlicher Aufarbeitungsprozesse ein. Zugleich trägt Deutschland eine besondere historische Verantwortung. Die Auseinandersetzung mit dem Völkermord an den Sinti und Roma und die Aufarbeitung des nach 1945 begangenen Unrechts sind untrennbar miteinander verbunden.

Weiterführende Informationen

www.aufarbeitung-unrecht.de

www.stiftung-evz.de/presse

Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus (2021)

Pressekontakt:

Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
Petra Cagalj Sejdi | Leitung der Geschäftsstelle der Kommission
T +49 (0)30 25 92 97-33
sejdi@stiftung-evz.de

Katrin Kowark | Leitung Kommunikation Stiftung EVZ
T +49 (0)30 25 92 97-24 | M +49 (0)151 500 470 64
kowark@stiftung-evz.de

Original-Content von: Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
Weitere Storys: Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)