Verband pyrotechnische Industrie (VPI)

Vom Bahzou zum Batteriefeuerwerk
Feuer und Flamme für die pyrotechnische Wundertüte

Vom Bahzou zum Batteriefeuerwerk / Feuer und Flamme für die pyrotechnische Wundertüte / Foto: WECO / VPI / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/129041 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Verband pyrotechnische Industrie (VPI)/WECO"

Ratingen (ots) - Am Anfang war das Feuer. Das wusste schon Regisseur Jean-Jacques Annaud in seinem Film von 1981 über die Neandertaler während der Steinzeit. Endlich konnte die Menschheit ihr Mammut in mundgerechte Stücke zerteilt ausgiebig garen und grillen; ein Ritus, der sich ja bis heute größter Beliebtheit erfreut, wenngleich das Mammut nicht nur in den Supermärkten mittlerweile ausgestorben ist. Bis Hinz und Kunz allerdings das Feuer soweit gezähmt hatten, dass sie damit spielerisch und kreativ umgehen konnten, staunend, welche phantasievollen Möglichkeiten sich ihnen durch die pyrotechnische Wundertüte eröffneten, vergingen noch ein paar tausend Jahre. Und es war das Reich der Mitte, in dem der Siegeszug der himmlischen Illumination begann.

Chinaböller markieren den Anfang

In China kennt jedes Kind die Geschichte des Mönches Li Tian, der als Erfinder des Feuerwerks gilt. Es war eine einfache Konstruktion, mit der man zu Zeiten der Tang-Dynastie böse Geister und Dämonen zu vertreiben suchte: ein Bambusrohr, gefüllt mit Salpeter, Holzkohle und Schwefel. Der Bahzou, der explodierende Bambus, erwies sich als ausgesprochen effektiv. Seine Detonation vor knapp 1400 Jahren ließ bald ein ganz neues Gewerbe entstehen, die Pyrotechnik. Am Anfang standen also nicht das Licht und die möglichen Farbvariationen des Feuerwerks im Vordergrund, vielmehr zeichneten sich die frühzeitlichen pyrotechnischen Produkte durch laute Knalleffekte aus.

Vom fernöstlichen Volksglauben fand das Feuerwerk bald Eingang in die höfische Kultur der westlichen Welt. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich in Italien eine eigenständige Feuerwerkskunst, die sich von hier aus in ganz Europa verbreitete. Die Hoheiten ließen es gerne krachen - in jeder Hinsicht. 1506 zündete Kaiser Maximilian I. anlässlich des Reichstags zu Konstanz das erste Feuerwerk in Deutschland, stilecht über dem Bodensee. Spätestens im Barock hatte sich die Feuerwerkskunst als wichtiges Statussymbol für Könige und Fürsten etabliert. Die Feuerwerksmusik, ein vom englischen König bestelltes und anno 1748 von Georg Friedrich Händel verfasstes Werk, wurde am 27. April 1749 uraufgeführt - natürlich bei einem Feuerwerk. Ob in Versailles, Wien oder in London - wer als Monarch etwas auf sich hielt, inszenierte sich in so genannten Raketenbildern und erfreute damit Sippe und Plebs.

Weltweite Begeisterung

Von einem illustren Ereignis für den Adel hat sich das bunte und lautstarke Spektakel am Firmament mittlerweile demokratisiert. Für die Masse der Pyro-Fans werden Feuerwerksfestivals rund um den Globus veranstaltet, die Millionen von Zuschauern faszinieren. Zu den bekanntesten zählen das Feuerwerksfestival von Cannes, bei dem seit 1998 jedes Jahr Feuerwerker aus der ganzen Welt gegeneinander antreten, oder das "Malta International Fireworks Festival". In Heidelberg steht alljährlich das weltberühmte "Schloss in Flammen", dazu wird auf der nicht minder bekannten, 1788 eröffneten "Alten Brücke" über den Neckar ein Feuerwerk abgebrannt, das hunderttausende Zuschauer, die an den Gestaden des trägen Flusses lagern, regelmäßig begeistert.

Der Gegensatz von Feuer und Wasser ist offensichtlich ein Publikumsmagnet. So locken die "Kölner Lichter" jedes Jahr rund 1 Million Besucher an, wenn zwischen Porz und Mülheim mehrere Feuerwerke die Gäste begrüßen. Absoluter Höhepunkt ist dann das Hauptfeuerwerk am Kölner Tanzbrunnen, bei dem rund 4,7 Tonnen Pyrotechnik den Himmel illuminieren. Und wenn im Sommer regelmäßig zwischen St. Goar und Bonn der "Rhein in Flammen" steht, ist dies gottlob auch kein Fall für den Katastrophenschutz.

Nach wie vor ist auch die Verbindung von Musik und pyrotechnischen Elementen stets ein Knaller: Ob die Seniorenmannschaft der Rolling Stones oder die blondgelockte Schlagerikone Helene Fischer - wer was auf sich hält, steht auf der Bühne zumindest ab und zu als dramatische Untermalung im rhythmischen Funkenregen.

Doch die gewaltigsten Bilder kann das Feuerwerk schaffen, wo es sich statt in der Halle am Himmel ausbreiten kann. Die feurige Urgewalt schafft vergängliche Bilder am nächtlichen Firmament: Die Faszination des Schauspiels aus Licht wird durch die feurige Dramaturgie hervorgerufen, durch das Zusammenspiel von Akustik und Optik, das Knallen und Zischen, Heulen, Pfeifen und Trillern in harmonischer Verschmelzung mit Kaskaden bunt-feuriger Sterne und Bouquets, Blitze, Fächer und zuckende Leuchtschlangen. Feuerwerk gibt vielen Menschen ein besonderes Gefühl der Erfüllung. In der psychologischen Traumdeutung betont das Traumsymbol "Feuerwerk" dementsprechend ein erfreuliches Ereignis für den Träumenden. Sie interpretiert es zudem als ein Sinnbild für sprühende Begeisterungsfähigkeit. Sieht der Träumende im Schlaf ein Feuerwerk am Nachthimmel, kann dies für ihn ein Glückszeichen sein.

Aber sicher!

Die moderne Entwicklung der Pyrotechnik macht das Silvesterfeuerwerk sicherer. Batterie- oder Verbundfeuerwerk ist technologisch auf dem neusten Stand, ist zuverlässig und leicht zu handhaben, so der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI). Beim Verbundfeuerwerk muss nur einmal die Zündschnur angezündet werden, und eine ganze Batterie von Feuerwerkseffekten wird nacheinander selbsttätig im Sekundentakt in die Silvesternacht geschossen. So ermöglicht die Kombination verschiedener pyrotechnischer Produkte eine Vielfalt an Farb- und Effektvariationen, die sonst professionellen Feuerwerken vorbehalten bleibt.

Feuerwerkskörper werden nach ihrer Verwendungsart, Zweck und Grad der Gefährdung in vier Kategorien unterteilt. Zur Kategorie F1 gehören die Feuerwerkskörper, die das ganze Jahr über verkauft werden dürfen, zum Beispiel Knallerbsen oder Wunderkerzen beispielsweise für den Kindergeburtstag. In die Kategorie F2 fallen Chinaböller, Kanonenschläge und kleinere Raketen sowie die Batterie- und Verbundfeuerwerke. Sie dürfen nur drei Tage vor Silvester an Volljährige verkauft werden - in diesem Jahr ab dem 28. Dezember. Die Kategorien F3 und F4 beinhalten Feuerwerkskörper, die nur an ausgebildete Pyrotechniker abgegeben werden dürfen. Auf illegales Import-Silvesterfeuerwerk aus Osteuropa, so genannte Polen-Böller, sollte jeder aus berechtigter Sorge um seine Gesundheit verzichten; es entspricht meist nicht den Sicherheitsanforderungen und ist lebensgefährlich. Zudem: Wer mit illegalen Feuerwerkskörpern erwischt wird, muss wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz mit einer ebenso knalligen Strafe rechnen.

"Sicherheit hat beim Umgang mit Feuerwerk höchstes Gebot - ob beim Groß- oder dem heimischen Silvesterfeuerwerk. So dürfen nur Feuerwerkskörper an den Verbraucher in Deutschland abgegeben werden, die ein CE-Zeichen und eine Registriernummer tragen", erklärt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des VPI. Um sicherzugehen, dass auch wirklich zugelassenes und geprüftes, und somit legales und sicheres Feuerwerk erworben wird, sollte man auch auf das VPI-Zeichen, das nur von den VPI Mitgliedsunternehmen verwandt werden darf, achten. Unter dem Link http://www.feuerwerk-vpi.de/liste-registrierungsnummern/ hat der VPI auch ein Register über alle zugelassenen Feuerwerkskörper bzw. pyrotechnischen Gegenstände seiner Mitgliedsfirmen hinterlegt.

Und so steht am Ende - des Jahres - auch wieder das Feuer: Der spielerische und sichere Umgang mit dem Element, das seit Jahrhunderten die Menschen staunen lässt und immer wieder Begeisterung hervorruft, findet seinen Höhepunkt zur Begrüßung des neuen Jahres. Alljährlich. 12/17

Weitere Informationen:

VPI-Verband der pyrotechnischen Industrie 
Geschäftsführer: RA Klaus Gotzen 
An der Pönt 48 
40885 Ratingen 

Internet: www.feuerwerk-vpi.de

Pressekontakt:

Dieter Tschorn, Freier Journalist
Höhenweg 7
61231 Bad Nauheim
Tel. 06032-3491030
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