Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
HITZE IN HESSEN: WO GIBT ES COLD SPOTS?
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PRESSEMITTEILUNG
Hitze in Hessen: Wo gibt es Cold Spots?
HLNUG-Hitzeviewer zeigt kühle Orte in hessischen Kommunen – Innovatives Tool für mehr Hitzevorsorge
Die Sonne brennt, der Asphalt glüht, und die Temperaturen klettern wieder auf Rekordwerte – die jüngste Hitzewelle ist noch nicht lange her, nun stehen Hessen erneut heiße Tage bevor. Dort, wo viele Flächen bebaut und asphaltiert sind, wird dies für den menschlichen Organismus zur besonderen Belastung. Der Hitzeviewer Hessen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zeigt, welche Flächen sich in Kommunen besonders aufheizen und welche deutlich kühler bleiben. Das innovative, auf Satellitendaten basierte Online-Tool hilft damit, Unterschiede zwischen versiegelten Flächen, Grünanlagen oder Gewässern sichtbar zu machen und hilft Kommunen bei der Planung von Maßnahmen gegen Hitze.
Hitzeviewer Hessen: Kühle Orte auf einen Klick
Ob Parks, Wasserflächen oder Viertel mit viel Grün: Der Hitzeviewer Hessen visualisiert auf einen Blick, wo in den hessischen Städten und Gemeinden die Temperaturen erträglicher sein können. Der Hitzeviewer zeigt aber auch deutlich: Besonders dicht bebaute Gebiete oder Gewerbezonen mit viel Versiegelung und dunklen Oberflächen heizen sich stark auf. „Der Hitzeviewer lädt dazu ein, die eigene Umgebung neu zu entdecken“, sagt HLNUG-Präsident Prof. Dr. Thomas Schmid. „Er zeigt auf einfache Weise, welche Oberflächen sich an heißen Tagen unterschiedlich stark aufheizen. Das kann Anhaltspunkte liefern, welche Bereiche bei Hitze erträglicher sind als stark versiegelte Flächen. Gleichzeitig gilt: Für das Empfinden spielen auch Schatten, Wind und die Lufttemperatur eine wichtige Rolle. Schützen Sie sich an heißen Tagen, indem Sie körperliche Anstrengungen in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen, ausreichend trinken, möglichst schattige Aufenthaltsorte wählen und Ihr Verhalten den hohen Temperaturen anpassen.“
Was können wir tun? Solidarisch durch die Hitze
Ursprünglich entwickelt wurde der Hitzeviewer zur Unterstützung und Anregung für die hessischen Kommunen, Strategien für klimaangepasste Städte und Gemeinden zu entwickeln, was von einigen bereits rege genutzt wird. Während es dabei um langfristige Maßnahmen wie grün-blaue Quartiere, den Erhalt von Frischluftschneisen und klimaangepasste Gewerbegebiete geht, kommt es dieser Tage aber auch auf Akutmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung an: Die hessischen Kommunen sind aufgerufen, kühle Räume bereitzustellen – Bibliotheken, Bürgerzentren oder spezielle Hitzehilfeeinrichtungen. So stellt die Stadt Wiesbaden etwa einen großen klimatisierten Besprechungsraum im Rathaus zur Verfügung, damit sich Menschen dort abkühlen können, und hat außerdem zwei Sprühnebelanlagen auf öffentlichen Plätzen installiert. Mehrere hessische Städte bieten inzwischen interaktive Karten mit Orten zur Abkühlung wie Parks, Kirchen und Trinkwasserbrunnen. „Kommunen sollten kühle Anlaufstellen schaffen und diese bekannt machen,“ so HLNUG-Präsident Schmid. „Außerdem ist von uns allen Solidarität gefordert: Achten Sie auf die Menschen in ihrem Umfeld, besonders auf ältere oder hilfsbedürftige Menschen. Fragen Sie aktiv nach, ob sie Unterstützung benötigen. So eine einfache Frage, ein kurzer Anruf oder ein Besuch können Leben retten.“
Praktische Tipps für die Bevölkerung
- Meiden Sie heiße Zonen: Nutzen Sie den Hitzeviewer, um Gewerbegebiete und stark versiegelte Flächen während der Mittagszeit zu meiden.
- Suchen Sie kühle Orte auf: Parks, Seen oder klimatisierte öffentliche Gebäude bieten Abkühlung.
- Trinken, trinken, trinken: Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag – auch wenn Sie keinen Durst haben.
- Achten Sie auf andere: Besonders ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen brauchen in Hitzeperioden besondere Aufmerksamkeit.
Klimaanpassung: Die Handlungshilfen des HLNUG
Neben dem Hitzeviewer hat das Fachzentrum für Klimawandel und Anpassung (FZK) am HLNUG verschiedene Handlungshilfen entwickelt:
KLIMPRAX Stadtgrün – Mit Grünstrukturen Hitze abfedern
Pflanzen können die Folgen von Hitze in der Stadt abmildern, heiße Phasen und Tropennächte werden so für die Menschen in den Städten erträglicher. Insbesondere Großbäume haben positive Eigenschaften in Bezug auf die Hitze: Sie sind zum einen Schattenspender, zum anderen kühlen sie ihre Umgebung durch die Verdunstung über die Blätter um einige Grad ab – sie sind also „natürliche Klimaanlagen“.
Im Online-Tool „Stadtgrün im Klimawandel“ des HLNUG wird eine Auswahl von rund 180 klimaresilienten Baumarten vorgestellt. Diese können je nach geplantem Standort in einem Online-Tool gefiltert werden, ebenso eine Auswahl an Gebäudebegrünungsformen. Das Portal bietet auch weitere Informationen zum Thema Begrünung: hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/projekte/klimprax-stadtgruen
Klimaresiliente Quartiere und Gewerbegebiete
Auch unsere Wohnumfelder werden durch die Hitze beeinflusst. Damit diese auch künftig gesunde und lebenswerte Orte sein können, müssen wir auch sie an die Klimaveränderungen anpassen. Aber wie plane ich ein klimaresilientes Quartier? Um Planerinnen und Planern die Antwort auf diese Frage zu erleichtern, hat das HLNUG eine interaktive Checkliste für klimaangepasste Quartiere in Hessen erstellt. Dort wird dargestellt, was ein klimaangepasstes Quartier ausmacht und welche Grundbausteine erfüllt sein sollten: hlnug.de/fileadmin/dokumente/klima/klimawandel/Checkliste_klimaangepasste_Quartiere_FINAL.pdf
Nicht nur dort, wo wir wohnen, sondern auch, wo wir arbeiten, wird die zunehmende Hitze zum Problem: Wie Gewerbegebiete an die Veränderungen durch den Klimawandel angepasst werden können, hat das FZK in einer Broschüre zusammengetragen. Hier sind neben den Folgen von Temperaturanstieg und Extremwetterereignissen auf die Gebäude, bewährte Lösungen und Beispiele aus der Praxis enthalten: hlnug.de/fileadmin/dokumente/klima/klimprax/Gewerbegebiete-_klimaangepasst_und_fit_web.pdf
Klimaangepasste Gebäude
Darüber hinaus hat das HLNUG zusammen mit der LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH verschiedene Handreichungen entwickelt, die Tipps zur Hitzeanpassung enthalten:
Eigenheimbesitzende: klima-kommunen-hessen.de/files/content/downloads/materialien/LEA_Merkblatt_Eigenheimbesitzende_barrierefrei.pdf
Mietende: klima-kommunen-hessen.de/files/content/downloads/materialien/LEA_Merkblatt_Mietende_barrierefrei.pdf
Sanierung kommunaler Liegenschaften: klima-kommunen-hessen.de/files/content/downloads/materialien/LEA_Handreichung_6_2026_bf.pdf
Feste und Veranstaltungen auch bei Hitze genießen
Auch große Feste und Veranstaltungen im Freien sind im Sommer zunehmen von großer Hitze betroffen. Für Veranstalterinnen und Veranstalter solcher Events stellt das HLNUG ebenfalls verschiedene Factsheets mit Empfehlungen bereit: hlnug.de/fileadmin/dokumente/klima/Handlungshilfen/Factsheet-Klimaangepasste_Veranstaltung-2_Extremwetter_Hitze.pdf
Weiterführende Informationen und Links:
Hitzeviewer: https://umweltdaten.hessen.de/mapapps/resources/apps/hitzeviewer/index.html?lang=de
Alle Handlungshilfen des FZK im Überblick:
hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/handlungshilfen
Informationen zu Wetter und Klima in Hessen:
hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/witterungs-klimadaten
Informationen zu Folgen des Klimawandels in Hessen:
hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/folgen-des-klimawandels
Das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes stellt zeitnahe Warnungen vor extremen Hitzeereignissen zur Verfügung: hitzewarnungen.de/index.jsp
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie Rheingaustraße 186 D-65203 Wiesbaden 0611 6939 307 pressestelle@hlnug.hessen.de