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EU-Projekt IB-Green: Sieben hessische Kommunen erhalten konkrete Konzepte für klimaresiliente Gewerbegebiete

EU-Projekt IB-Green: Sieben hessische Kommunen erhalten konkrete Konzepte für klimaresiliente Gewerbegebiete
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PRESSEMITTEILUNG

EU-Projekt IB-Green: Sieben hessische Kommunen erhalten konkrete Konzepte für klimaresiliente Gewerbegebiete

Abschlussberichte liegen vor – Maßnahmen sollen Wirtschaftsstandorte besser gegen Hitze, Starkregen und andere Klimafolgen wappnen.

Hitzeperioden, Starkregen und Trockenheit stellen Städte und Gemeinden zunehmend vor neue Herausforderungen – auch in Gewerbe- und Industriegebieten. Großflächige Gebäude, weitläufige asphaltierte Parkplätze und breite Straßen: Der überwiegende Flächenanteil in Industrie- und Gewerbegebieten ist versiegelt. Genau das macht sie für die Folgen des Klimawandels besonders anfällig. Die Asphalt- und Betonflächen heizen sich bei hohen Temperaturen besonders schnell auf und durch die dichte Bebauung kann Luft kaum zirkulieren. Dadurch bilden sich städtische Hitzeinseln, die sich auch auf angrenzende Stadtgebiete auswirken können.

HLNUG-Präsident Schmid erklärt: „Wir freuen uns, dass wir Teil des europaweiten IB-Green-Projektes sind, da wir bereits in den vergangenen Jahren bei unserer Arbeit gemerkt haben, dass Gewerbegebiete in Sachen Klimaanpassung bislang vernachlässigt wurden. Durch die hohe Versiegelung und dichte Bebauung heizen sich die Gebiete schnell auf, Grün- und Wasserflächen, die zu einer Abkühlung beitragen könnten, fehlen vielerorts. Hier setzt das IB-Green Projekt mit den entwickelten Maßnahmenpaketen an.“

Im Rahmen des EU-Projekts „IB-Green“ hat das Fachzentrum Klimawandel und Anpassung im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) nun für sechs hessische Pilotgebiete konkrete Planungskonzepte vorgelegt. Gemeinsam mit vier Planungsbüros wurden individuelle Konzepte für die folgenden Kommunen erarbeitet:

  • Dietzenbach
  • Kelsterbach & Raunheim
  • Groß-Gerau
  • Oberursel
  • Korbach
  • Bad Nauheim

Gemeinsam mit Projektpartnern aus sechs anderen nordwesteuropäischen Ländern erarbeitet das HLNUG im IB-Green Projekt Strategien und Lösungsansätze, wie die Folgen des Klimawandels in Industrie- und Gewerbegebieten abgepuffert werden können. IB-Green zielt darauf ab, Maßnahmenoptionen, die die Überhitzung auf Flächen und Schäden durch Starkregen vermindern können, in Bestandsgebieten aufzuzeigen und in Zusammenarbeit mit Pilotkommunen zu planen und umzusetzen.

In den Pilotgebieten wurden umfangreiche Bestandsaufnahmen durchgeführt. Grundlage waren vorhandene Daten, Vor-Ort-Begehungen sowie Gespräche mit Kommunen, Unternehmen und weiteren relevanten Akteuren. Auf dieser Basis entwickelten die beteiligten Planungsbüros individuelle Maßnahmenpakete mit konkreten Handlungsempfehlungen zur Klimaanpassung. Für ausgewählte Flächen wurden auch detailliertere Planungen entwickelt, die als Grundlage für eine zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen dienen können. Für alle Pilotgebiete konnte dabei festgestellt werden, dass sie in unterschiedlich starker Ausprägung aufgrund ihrer hohen Versiegelung und dichten Bebauung anfällig für Überhitzung und Überschwemmungen durch Starkregen sind.

Die in den erstellten Plänen vorgeschlagenen Maßnahmen reichen von der Begrünung und Verschattung versiegelter Flächen über Regenwasserrückhalt bis hin zur klimaangepassten Gestaltung öffentlicher Räume in Gewerbegebieten. Ziel ist es, die ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels abzumildern, gesunde Arbeitsbedingungen zu erhalten und die Zukunftsfähigkeit der Standorte zu stärken.

Welche Bedeutung das Thema für die Kommunen hat, verdeutlicht Dr. Sabine Schiwitza aus dem Fachbereich Bauen und Umwelt der Stadt Korbach: „Unsere Bestandsgewerbegebiete sind das Herz unserer Wirtschaft. Genau hier setzen wir mit IB-Green an, um diese Räume zukunftsfähig zu gestalten und gleichzeitig die Lebens- und Arbeitsqualität für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu verbessern.“

Ergebnisse sollen auch von anderen hessischen Kommunen und Unternehmen genutzt werden

Die Ergebnisse des Projekts stehen ab sofort öffentlich zur Verfügung. Die Abschlussberichte der Planungsbüros können auf der Website des Fachzentrums Klimawandel und Anpassung eingesehen werden und sollen auch anderen Kommunen sowie Unternehmen als Orientierung dienen. Ergänzend ist eine Broschüre geplant, die die wichtigsten Erkenntnisse und übertragbaren Ansätze für Hessen und darüber hinaus zusammenfasst.

Projektleiterin Dr. Anna-Christine Sander betont die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit: „Mit der Teilnahme an dem Projekt IB-Green, an dem insgesamt sechs EU-Länder teilgenommen haben, ist es uns gelungen, für Hessen ein ganz wichtiges Thema voranzubringen und uns europaweit auszutauschen und zu vernetzen. Die Zukunftsfähigkeit von Gewerbegebieten angesichts des Klimawandels - und damit sind sowohl Arbeitsplätze als auch der Schutz der Gebäude und Infrastruktur vor den Folgen des Klimawandels gemeint - ist ein Thema, das an keiner Grenze Halt macht und bei dem wir viel voneinander lernen können.“

Für die Pilotkommunen geht die Arbeit nun in die nächste Phase. Die Ergebnisse werden in kommunalen Gremien, Magistraten und teilweise auch direkt bei den Unternehmen vorgestellt. Ziel ist es, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen eine breite Akzeptanz finden und in einem nächsten Schritt sowohl von kommunaler Seite als auch von Unternehmen eingeplant und umgesetzt werden können. Erste Unternehmen haben bereits Interesse an der Realisierung einzelner Maßnahmen signalisiert.

Zum Abschluss des IB-Green Projektes und zur weiteren Vernetzung der Kommunen untereinander wird es im Herbst 2026 eine Abschlussveranstaltung geben.

Hintergrundinformationen

Das Fachzentrum Klimawandel und Anpassung ist seit 2023 Partner im EU-Förderprojekt „IB-Green: Industrie- und Gewerbegebiete – klimaresilient und fit für die Zukunft“. Gemeinsam mit Partnern aus sechs weiteren nordwesteuropäischen Ländern werden Strategien und Lösungsansätze entwickelt, um Gewerbe- und Industriegebiete besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Weitere Informationen zum Projekt IB-Green sowie die Abschlussberichte der Pilotkommunen: hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/projekte/ib-green/pilotgebiete

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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