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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Hessens Fließgewässer im Check: Wasserqualität macht Fortschritte - aktueller Bericht zeigt verbleibende Herausforderungen im Gewässerschutz auf

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PRESSEMITTEILUNG

Hessens Fließgewässer im Check: Wasserqualität macht Fortschritte

Aktueller Bericht zeigt verbleibende Herausforderungen im Gewässerschutz auf

Wiesbaden, 20.03.2026 – Bäche und Flüsse prägen die hessische Landschaft und haben vielfältige Funktionen: Sie sind zentrale Bestandteile des Naturhaushalts, wichtige Ressourcen für die Grund- und Trinkwassernutzung, Wirtschaftswege und Erholungsraum für uns Menschen. Gleichzeitig bestehen menschliche Einflüsse und Nutzungsanforderungen an die Gewässer: Die chemische Beschaffenheit der Gewässer geht aus einem aktuellen Bericht hervor, den das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) heute im Vorfeld des Weltwassertags am 22. März veröffentlicht hat. Der Bericht „Chemische Beschaffenheit der Fließgewässer in Hessen – Hintergründe, Monitoring, Bewertung, Perspektiven“ bietet eine landesweite Bestandsaufnahme der Fließgewässerbeschaffenheit. „In dem neuen Bericht wurden Daten aus unserem landesweiten Monitoring zusammengeführt und ausgewertet“, sagt HLNUG-Präsident Prof. Dr. Thomas Schmid. „Dies eröffnet uns eine Gesamtschau auf die chemische Beschaffenheit der hessischen Bäche und Flüsse – so können wir Belastungen frühzeitig erkennen und gezielt Maßnahmen zum Schutz unserer Gewässer entwickeln.“

Fließgewässer sind vielfältigen Belastungen ausgesetzt: Einträge aus der Siedlungswasserwirtschaft, der landwirtschaftlichen Flächennutzung sowie aus industriellen Prozessen können die Gewässerqualität negativ beeinflussen. Der Bericht zeigt systematisch, wie sich die chemische Beschaffenheit von Bächen und Flüssen in Hessen entwickelt und welche Faktoren diese beeinflussen: Trotz bereits erzielter Fortschritte bleibt die Belastung der Fließgewässer mit Nährstoffen gerade aus dem Bereich des kommunalen Abwassers eine zentrale Herausforderung. Insbesondere Einträge von Phosphor und Stickstoff tragen weiterhin wesentlich zur Gewässerbelastung bei. Darüber hinaus rücken sogenannte Spurenstoffe zunehmend in den Fokus der Gewässerüberwachung. Dabei handelt es sich meist um langlebige, mobile und teilweise toxische Substanzen. Sie können beispielsweise über Einleitungen aus kommunalen und industriellen Kläranlagen, Misch- und Regenwasserentlastungen oder diffuse Einträge aus der landwirtschaftlichen Flächennutzung in die Fließgewässer gelangen. Über Infiltrationsprozesse können diese Stoffe auch das Grundwasser und damit Trinkwasserressourcen beeinflussen. Ein Beispiel für einen gewässerrelevanten Spurenstoff ist der Schmerzmittelwirkstoff Diclofenac, der aufgrund seiner weit verbreiteten Nutzung kontinuierlich in die Gewässer gelangt. In Kläranlagen wird er nur unzureichend zurückgehalten und kann bereits in sehr geringen Konzentrationen ökotoxikologische Effekte auf Gewässerorganismen hervorrufen.

„Unsere Fließgewässer stehen unter einem vielfältigen Nutzungsdruck. Umso wichtiger ist es, Belastungen im Sinne eines vorsorgenden Gewässerschutzes möglichst schon dort zu minimieren oder ganz zu vermeiden, wo sie entstehen, und Gewässer damit nachhaltig zu schützen“, betont HLNUG-Präsident Schmid. „Der Bericht zeigt, wo wir aktuell stehen und an welchen Stellen wir künftig ansetzen müssen.“

Mit der Bewertung des Fließgewässerzustands in Hessen schafft das HLNUG eine wichtige Grundlage für die Entwicklung und Weiterentwicklung von Maßnahmen zum Schutz der heimischen Bäche und Flüsse im Rahmen der Bewirtschaftungsplanung zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Die Veröffentlichung des Berichts erfolgt im Hinblick auf den Weltwassertag am 22. März, der weltweit auf die Bedeutung von Wasser als lebenswichtige Ressource aufmerksam macht.

Hintergrund

Grundlage des Berichts sind landesweite Monitoringprogramme zur chemischen Beschaffenheit der hessischen Fließgewässer. Dabei werden an knapp 400 Chemie-Messstellen regelmäßig Wasserproben entnommen und auf allgemeine chemisch-physikalische Parameter sowie auf ausgewählte Spurenstoffe untersucht. Die so gewonnenen und ausgewerteten Daten ermöglichen es, Belastungen frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen gezielt zu steuern und deren Wirksamkeit zu überprüfen. Sie dienen als Grundlage für die Bewirtschaftungs- und Maßnahmenpläne zur Verbesserung der Gewässerqualität gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Weitere Informationen:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
Rheingaustraße 186
D-65203 Wiesbaden
0611 6939 307 
pressestelle@hlnug.hessen.de
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