Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
Pressemitteilung zu 80 Jahre Romani Rose: Festakt würdigt Lebenswerk und Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma
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Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, ist am 20. August 2026 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass findet am 7. September im Hotel Adlon in Berlin ein Festakt mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft statt. Im Mittelpunkt des Abends stehen das jahrzehntelange Engagement von Romani Rose sowie die Geschichte und Entwicklung der Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma. Eine Vernissage unter dem Titel „Die Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ gibt Einblicke in die Entstehung dieser Menschenrechtsbewegung und richtet zugleich den Blick auf ihre heutigen und zukünftigen Aufgaben.
Zum runden Geburtstag des Vorsitzenden des Zentralrates und des Dokumentationszentrums Deutscher Sinti und Roma hat auch Bundeskanzler Friedrich Merz ein persönliches Gratulationsschreiben geschickt. Darin heißt es:
„Deutschland ist Ihnen zu tiefem Dank und Respekt verpflichtet. Sie erinnern uns alle an die fortwährende Pflicht, für Demokratie und Frieden unter den Völkern einzutreten und Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus entschieden zu bekämpfen, wo immer sie sich zeigen.“
Die Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma hat ihre Wurzeln in den Erfahrungen der Überlebenden des nationalsozialistischen Völkermords. Bereits in den 1950er Jahren setzten sich die Brüder Oskar und Vinzenz Rose gemeinsam mit anderen Überlebenden für eine juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen ein. Viele Verfahren gegen die Täter wurden jedoch eingestellt. Die Überlebenden waren weiterhin mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert – eine „zweite Verfolgung“, wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 2022 anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas hervorhob.
Erst nach einem jahrzehntelangen Kampf wurde der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma 1982 unter Bundeskanzler Helmut Schmidt staatlich anerkannt. Romani Rose und seine Mitstreiter hatten entscheidenden Anteil an diesem historischen Schritt. Die Bürgerrechtsarbeit, die ihre organisatorischen Wurzeln in Heidelberg hat, entwickelte sich zu einer Bewegung, die bis heute für die Anerkennung, Gleichberechtigung und den Schutz der Menschenrechte von Sinti und Roma eintritt.
Die Vernissage zum 80. Geburtstag von Romani Rose zeichnet diese Entwicklung nach und verbindet den historischen Rückblick mit aktuellen europäischen Perspektiven. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, welchen Einfluss die Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung in anderen europäischen Staaten genommen hat und vor welchen Herausforderungen die Bewegung heute steht.
Nach einer thematischen Einführung durch Moderatorin Shelly Kupferberg und einem Video zur Geschichte der Bürgerrechtsarbeit sind Grußworte aus Politik und Zivilgesellschaft vorgesehen. Zu den Rednerinnen und Rednern gehören unter anderem Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, die Bundestagsabgeordneten Filiz Polat und Dirk Wiese sowie Petra Pau, Vizepräsidentin a. D. des Deutschen Bundestages. Erwartet werden auch Manfred Lautenschläger, Mitbegründer der Finanzberatung MLP und Mäzen der Manfred-Lautenberger-Stiftung, Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Kirsten Fehrs, Vorsitzende des Rates der EKD, Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, sowie Dawid Statnik, Vorsitzender des Minderheitenrats.
Den Abschluss bildet die Podiumsdiskussion „Internationale Perspektiven – Bürgerrechtsarbeit damals und heute“, moderiert von Shelly Kupferberg. Zu den Gesprächsteilnehmenden gehören Soraya Post, Politikerin und ehemalige Europaabgeordnete aus Schweden, sowie Ismael Cortez, Direktor des Instituto de la Gitana in Spanien und Romani-Rose-Fellow 2025.
Der Festakt verbindet damit persönliche Würdigung und historische Erinnerung mit einem Blick auf die Zukunft: 80 Jahre Romani Rose stehen zugleich für Jahrzehnte des Einsatzes für Anerkennung, Menschenrechte und gesellschaftliche Teilhabe von Sinti und Roma.
Die Medien sind zu der Veranstaltung am 7. September ab 19 Uhr im Hotel Adlon in Berlin eingeladen. Eine Akkreditierung wird bis zum 5. September unter zentralrat@sintiundroma.de erbeten. Dorthin können auch Anfragen für Interviews mit Romani Rose gerichtet werden.
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
www.zentralrat.sintiundroma.de zentralrat@sintiundroma.de Tel. 06221-981101