Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Erasmus Prize 2026 des University College Freiburg vergeben
Erasmus Prize 2026 des University College Freiburg vergeben
Am 15. Juli verlieh das University College Freiburg (UCF) den Erasmus Prize 2026 for the Liberal Arts and Sciences 2026 an Dr. Lisa Zacharski und Martha „Millie“ Lemke. Mit dem Preis würdigte das UCF die interdisziplinäre Umsetzung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten. Zacharski untersuchte unter anderem Einstellungen gegenüber gender-inklusiver Sprache, Lemke die Verwendung von Kampfmetaphern in der Immunologie.
Am 15. Juli 2026 hat das University College Freiburg (UCF) der Universität Freiburg die Lebenswissenschaftlerin Martha „Millie“ Lemke und die Kognitionswissenschaftlerin Dr. Lisa Zacharski mit dem Erasmus Prize for the Liberal Arts and Sciences 2026 ausgezeichnet.
Der Erasmus Prize des UCF zeichnet wissenschaftliche Arbeiten aus, die ihr Thema in vorbildlicher Weise unter interdisziplinären Aspekten behandeln und damit eine Brücke zwischen unterschiedlichen Fachbereichen schlagen. Das UCF ist eine fakultätsübergreifende Plattform der Universität Freiburg zur Förderung interdisziplinärer Lehre an der Universität Freiburg und bietet den englischsprachigen Bachelorstudiengang Liberal Arts and Sciences an.
Das UCF vergibt den Erasmus Prize jährlich in den beiden Kategorien „Bachelor- oder Masterarbeit“ (1.500 Euro Preisgeld) und „Dissertation oder Postdoc-Arbeit“ (3.500 Euro Preisgeld). Die Preisgelder werden von der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau gestiftet.
Martha „Millie“ Lemke: Bachelorarbeit untersucht Kampfmetaphorik in der Immunologie
Lemke erhielt den Preis für ihre Bachelorarbeit „Ceasefire! Investigating Values, Limitations and Alternatives of Fight Metaphors in Immunology and Rewriting Textbook Passages“, die sie im Rahmen ihres Studiums in Life Sciences am UCF verfasste. Die Arbeit analysiert Quellen, die sich mit der Verwendung von Kampfmetaphern in der immunologischen Forschung, Lehre und klinischen Praxis befassen. Lemke untersuchte Vor- und Nachteile dieser Kampfmetaphorik in wissenschaftlichen und sozialen Kontexten.
Indem Lemke Passagen aus einem aktuellen Lehrbuch umformulierte, zeigte sie, dass sich die Lesart und Wirkung der Lerninhalte deutlich verändern kann, wenn Kampfbegriffe durch alternative Formulierungen wie etwa Gleichgewichtsmetaphern ersetzt werden.
Dr. Lisa Zacharski: Doktorarbeit untersucht Aspekte gender-inklusiver Sprache
Dr. Lisa Zacharski wurde der Preis für ihre kumulative Dissertation „The Nonbinary Gender Star (Genderstern) in German: Attitudes, Mental Representations, and Readability“ verliehen. Diese besteht aus drei publizierten Studien zu Einstellungen gegenüber genderbewusster Sprache, zur Lesbarkeit nicht-binärer Personenbezeichnungen sowie zu damit einhergehenden Geschlechtsassoziationen. Zacharski promovierte mit dieser Arbeit im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts „Genderbezogene Praktiken bei Personenreferenzen“ bei Prof. Dr. Evelyn Ferstl, Leiterin der Abteilung für Kognitionswissenschaft und Genderstudies der Universität Freiburg.
In ihrer ersten Studie entwickelte Zacharski einen Fragebogen zur Befragung von etwa 300 Personen bezüglich ihrer Einstellung gegenüber gender-inklusiver Sprache. Dieser berücksichtigte die verschiedenen Formen (z.B. Beidnennung, Neutralisierung, Genderstern) separat, um etwaige Unterschiede zwischen feministischen und queer-feministischen Haltungen abbilden zu können.
In einer psycholinguistischen experimentellen Studie befasste Zacharski sich mit der Interpretation des Gendersterns. Hierzu verwendete sie eine Wort-Bild-Zuordnungsaufgabe, mit der mentalen Repräsentationen beim Sprachverstehen getestet wurden. Es konnte gezeigt werden, dass der Genderstern in der untersuchten studentischen Stichprobe inklusivere mentale Bilder hervorruft.
In einer weiteren Studie untersuchte Zacharski die Lesbarkeit des Gendersterns. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass das Zeichen bei jüngeren Lesenden bereits so etabliert ist, dass es mühelos verarbeitet werden kann. Bei einer älteren Vergleichsgruppe ergaben sich initial etwas längere Wortzugriffszeiten für den Genderstern, dieser Unterschied verschwand jedoch im weiteren Verlauf des Experiments.
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