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Hantaviren: Einfluss auf die Zellarchitektur

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Essener Forschungsteam zeigt im Detail wie das Puumala-Virus menschliche Zellen strukturell umbaut, um sich dort zu vermehren.

Hantaviren: Einfluss auf die Zellarchitektur

Orthohantaviren, wie das in Europa verbreitete Puumala-Virus, können grippeähnliche Erkrankungen, aber auch schwere Nierenschäden verursachen und gelten als zunehmende zoonotische Bedrohung. Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen hat neue Einblicke gewonnen, wie diese Viren die innere Struktur ihrer Wirtszellen verändern. Die kürzlich im Journal of General Virology veröffentlichte Studie zeigt wo sich virale RNA und Virusproteine in infizierten Zellen befinden und wie sie mit zellulären Strukturen interagieren. Gelungen sind den Essener Forschenden diese Untersuchungen mithilfe hochauflösender, mehrfarbiger RNA-Mikroskopie in Kombination mit Immunfluoreszenz.

„Nach einer Infektion mit dem Puumala-Virus verändert sich die Architektur der Wirtszelle tiefgreifend: die Zahl der RNA-Verarbeitungszentren, der sogenannten P-bodies, nimmt deutlich zu und sie verlagern sich an den Zellrand“, erklärt Dr. Roland Schwarzer, Arbeitsgruppenleiter am Institut für die Erforschung von HIV und AIDS-assoziierten Erkrankungen. „Gleichzeitig werden Teile des Zytoskeletts – Aktinfilamente und Mikrotubuli – stark umgebaut und treten nun verstärkt um den Zellkern herum auf.“ Während das umgebaute Zytoskelett dem Virus möglicherweise hilft, die Infrastruktur der Wirtszelle für seine Vermehrung zu nutzen, könnten die Veränderung der P-Bodies auch eine Gegenstrategie der Wirtszelle sein, um die virale RNA abzubauen, spekulieren die Autor:innen.

Die Ergebnisse tragen wesentlich zum Verständnis bei, wie Orthohantaviren die innere Architektur ihrer Wirtszellen beeinflussen. Langfristig könnten diese Erkenntnisse helfen, neue Ansatzpunkte für antivirale Therapien zu identifizieren.

Link zur Originalveröffentlichung: Remodelling of P-bodies and the cytoskeleton by Orthohantavirus puumalaense (Puumala virus) | Microbiology Society https://www.microbiologyresearch.org/content/journal/jgv/10.1099/jgv.0.002220#tab2

Pressekontakt 
Dr. Milena Hänisch
Dekanat, Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen
E-Mail:  milena.haenisch@uk-essen.de
Telefon: 0201/723-1615 
News-Seite:  www.uni-due.de/med
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Wissenschaft und Forschung auf höchstem internationalem Niveau und eine herausragende, exzellente Ausbildung zukünftiger Ärzt:innen: Diese Ziele hat sich die Medizinische Fakultät gesteckt und verfolgt sie mit Nachdruck. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Fakultät mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Herz- und Kreislauferkrankungen, Immunologie und Infektiologie, Onkologie, Translationaler Neuro- und Verhaltenswissenschaften sowie Transplantation. Der 2014 bezogene Neubau des Lehr- und Lernzentrums bietet den Studierenden der Medizinischen Fakultät exzellente Ausbildungsmöglichkeiten.
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