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ETF: Wo die Tücken im Detail liegen

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ETF: Wo die Tücken im Detail liegen

Worauf es beim Investieren und der Altersvorsorge ankommt

ETF steht für „Exchange-Traded Fund“ und bezeichnet einen börsengehandelten Investmentfonds, der meist einen bestimmten Index abbildet. Im Gegensatz zu Einzelaktien oder anderen Wertpapieren wie Zertifikaten sind ETFs häufig ein einfaches und breit gestreutes Anlageprodukt. Doch wie eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt, kann weniger als ein Viertel der Deutschen nach eigener Einschätzung gut erklären, was ein ETF ist. Das Prinzip ist zunächst einfach: Eine ETF-Fondsgesellschaft sammelt das Geld von Tausenden von Anlegern ein und legt es nach der vereinbarten Strategie an. Allerdings gibt es Fallstricke. „ETF ist nicht gleich ETF: Gerade bei spezialisierten Produkten kann die Streuung deutlich geringer und das Risiko höher sein, als viele vermuten“, erklärt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW. „Aktuell ist es gerade mit Blick auf die anstehende Reform der privaten Altersvorsorge wichtig, sich nicht von neuen Angeboten oder Werbeversprechen zu voreiligen Entscheidungen verleiten zu lassen.“ Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, was zu beachten ist und bietet eine Veranstaltungsreihe rund um Riester-Reform und Altersvorsorgedepot an.

Nicht jeder ETF streut breit

ETFs bilden einen bestimmten Index ab und enthalten viele verschiedene Wertpapiere. So bündelt zum Beispiel der MSCI World All Countries World Index (MSCI ACWI) knapp 2.500 Unternehmen aus fast 50 Ländern. Viele Anleger:innen verbinden ETFs deshalb automatisch mit einer breiten Streuung und einem vergleichsweise geringen Risiko. Doch es gibt auch zahlreiche Spezial-ETFs, die sich etwa auf einzelne Branchen, Länder, Rohstoffe oder bestimmte Anlagethemen konzentrieren. Je enger ein ETF ausgerichtet ist, desto stärker beeinflussen einzelne Entwicklungen den Wert des gesamten Investments – positiv wie negativ. Anleger:innen sollten deshalb nicht allein auf die Bezeichnung „ETF“ schauen, sondern prüfen, welchen Index das Produkt abbildet und wie breit die enthaltenen Wertpapiere tatsächlich gestreut sind.

ETFs sind nicht automatisch günstig

Auch bei den Kosten lohnt sich ein genauer Blick. Zwar sind viele ETFs günstig, doch zwischen den einzelnen Produkten gibt es deutliche Unterschiede. Insbesondere aktiv gemanagte Fonds, die sich lediglich an einem Index orientieren, sowie einige Spezial-ETFs können vergleichsweise hohe laufende Kosten haben. Hinzu kommen je nach Produkt weitere Kosten, etwa beim Kauf und Verkauf. Wer verschiedene ETFs miteinander vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf Strategie und Wertentwicklung schauen, sondern auch die Gesamtkosten des Produkts berücksichtigen. Ein ETF ist nicht allein deshalb günstig, weil er einen Index passiv abbildet.

Vorsicht bei ETFs im Versicherungsmantel

ETFs können auch Bestandteil einer Versicherung sein. Bei solchen sogenannten ETF-Policen wird häufig mit möglichen steuerlichen Vorteilen geworben – etwa damit, dass auf ETF-Policen bei einer Rentenversicherung in der Ansparphase in der Regel keine Abgeltungssteuer anfällt. Doch eine mögliche Steuerersparnis allein macht einen Vertrag nicht zu einer guten Geldanlage. Durch Abschluss-, Verwaltungs- und weitere Vertragskosten kann ein Teil des möglichen Vorteils wieder verloren gehen. Wer eine ETF-Police angeboten bekommt, sollte deshalb genau prüfen, ob eine Versicherungslösung überhaupt zur eigenen Situation passt. Falls sie in Frage kommt, sollte man klären, welche Kosten über die gesamte Laufzeit entstehen, welche Leistungen enthalten sind und ob die steuerlichen Vorteile die zusätzlichen Kosten tatsächlich aufwiegen.

ETFs bei der staatlich geförderten Altersvorsorge

Mit der geplanten Reform der geförderten privaten Altersvorsorge wird unter anderem ab 2027 ein Altersvorsorgedepot eingeführt, das die bisherige Riester-Rente ersetzt. Dann ändern sich viele wichtige Kriterien wie Anlageform, Höhe der Zulagen, Mindesteigenbeitrag oder Förderhöchstgrenze. So sollen ETFs künftig eine größere Rolle spielen. Bereits in diesem Jahr sollte man mit verstärkter Werbung und Vertriebsaktivitäten der Anbieter für neue Altersvorsorgeprodukte rechnen. Verbraucher:innen sollten sich aber nicht zu einem schnellen und unüberlegten Vertragsabschluss drängen lassen. Entscheidend sind auch beim neuen Altersvorsorgedepot Kosten, Vertragsbedingungen, Anlagestrategien und die Frage, ob das Produkt zur eigenen Lebens- und Finanzsituation passt. Insbesondere sollte man durchrechnen, ob im eigenen Fall die neue Förderung vorteilhafter ist als bei einem Riester-Vertrag. Mehr Informationen bietet die kostenfreie Veranstaltungsreihe „Lunch and Learn: Meine Altersvorsorge und die Reform“ der Verbraucherzentrale NRW.

„Lunch and Learn: Meine Altersvorsoge und die Reform“

Zur kostenlosen, wöchentlichen Veranstaltungsreihe über die Riester-Reform und das Altersvorsorgedepot (Anmeldung erforderlich): www.verbraucherzentrale.nrw/lunchandlearn

Weiterführende Informationen:

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Helmholtzstr. 19
40215 Düsseldorf
Tel.: 0211/91380-1101
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