Neun von 100 Beschäftigten krankgeschrieben – neuer Gesundheitspreis für das Saar-Handwerk
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Gesundheit im Handwerk: Neuer Preis setzt Zeichen für mehr Prävention.
IKK Südwest und Handwerkskammer starten Gesundheitspreis des saarländischen Handwerks
Hohe körperliche Belastung und psychische Beanspruchung: Beschäftigte im saarländischen Handwerk sind gesundheitlich besonders gefordert. Das zeigt eine aktuelle Versichertenauswertung der IKK Südwest. Gemeinsam mit der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) startet die regionale Krankenkasse deshalb erstmals den „Gesundheitspreis des saarländischen Handwerks“. Gesucht werden Betriebe, die Gesundheit am Arbeitsplatz bereits aktiv gestalten oder sich gerade erst auf den Weg machen.
Der Krankenstand im saarländischen Handwerk hat sich unter den Versicherten der IKK Südwest im Jahr 2025 bei 8,92 Prozent eingependelt. Damit liegt er deutlich über dem ohnehin hohen Durchschnitt von 7,91 Prozent aller Beschäftigten im Saarland, die bei der IKK Südwest versichert sind. Auch bei den Fehltagen zeigt sich der Unterschied: Beschäftigte im Handwerk kamen durchschnittlich auf 28,48 Arbeitsunfähigkeitstage, über alle Versicherten hinweg waren es 26,01 Tage – im Schnitt also rund zweieinhalb zusätzliche Krankheitstage pro Versicherten und Jahr.
Die Analyse zeigt zugleich, dass Gesundheit im Handwerk längst nicht allein eine Frage körperlicher Beanspruchung ist. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems machen mit 25,1 Prozent ein Viertel – und damit den größten Anteil – am Krankenstand aus. Dahinter folgen Erkrankungen des Atmungssystems mit 14,6 Prozent. Mit 13,6 Prozent am gesamten Krankenstand stehen psychische Erkrankungen bereits an dritter Stelle.
„Im Handwerk sehen wir die typischen Entwicklungen – beispielsweise die steigende Zahl psychischer Erkrankungen – die in allen Branchen zu mehr Fehltagen führen. Doch die Zahlen zeigen: Im Handwerk gibt es einen besonderen Handlungsbedarf, denn der Krankenstand unter den Handwerkerinnen und Handwerkern ist vergleichsweise hoch. Unser Gesundheitswesen darf sich nicht darauf beschränken, Krankheit zu reparieren. Wir müssen viel stärker darin werden, Gesundheit zu erhalten und Krankheit zu vermeiden. Dafür brauchen wir eine Präventionskultur, die Beschäftigte auch dort erreicht, wo sie einen großen Teil ihres Lebens verbringen: am Arbeitsplatz“, sagt Prof. Dr. Jörg Loth, Chef der IKK Südwest.
Lange Erkrankungen treffen kleine Betriebe besonders
Besonders ins Gewicht fallen langfristige Erkrankungen. Nach Auswertung der IKK Südwest entfallen 50,34 Prozent des Krankenstands im saarländischen Handwerk auf Langzeit-Arbeitsunfähigkeiten von 91 Tagen und mehr. Bei den übrigen betrachteten Berufsgattungen sind es 46,15 Prozent. Bei den Langzeiterkrankungen im Handwerk stehen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems an erster Stelle, gefolgt von psychischen Erkrankungen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.
Für Loth ist Prävention deshalb nicht nur eine gesundheitspolitische, sondern auch eine wirtschaftliche Aufgabe: „Ein ganz wesentlicher Teil der Krankheitslast betrifft vermeidbare Erkrankungen. Das zeigt: Wir müssen Betriebe dafür sensibilisieren, dass jedes Investment in Gesundheitsförderung und Prävention am Arbeitsplatz auch ein Investment in ihre Leistungs- und Zukunftsfähigkeit und sogar in Fachkräftebindung ist. Nicht zuletzt steigt mit diesem Engagement auch die Attraktivität eines jeden Betriebes als Arbeitgeber. Prävention muss deshalb einfach, praxisnah und erreichbar sein. Es braucht nicht immer sofort das umfangreiche BGM-Konzept. Entscheidend ist, anzufangen.“
Gesundheitspreis soll gute Ideen sichtbar machen
Genau hier setzt der neue Gesundheitspreis an. IKK Südwest und HWK wollen zeigen, wie Gesundheitsförderung auch unter den besonderen Bedingungen kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe funktionieren kann. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um Unternehmen, die bereits ein umfassendes Betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert haben. Bewerben können sich auch Betriebe, die mit einzelnen Maßnahmen begonnen haben oder erste Ideen entwickelt haben.
„Gesunde Fachkräfte sind für unser Handwerk das höchste Gut! Kleine und mittlere Handwerksbetriebe verfügen jedoch mit Blick auf die betriebliche Gesundheitsförderung längst nicht über dieselben Möglichkeiten wie Großunternehmen, in denen sich mitunter ganze Abteilungen dieses Themas annehmen. Doch auch mit kleinen Maßnahmen, die konsequent weiterverfolgt werden, lässt sich jede Menge erreichen. Genau deshalb hat der Einsatz von Handwerksbetrieben für die Gesundheit ihrer Beschäftigten eine besondere Wertschätzung verdient. Als Präsident unserer Handwerkskammer freut es mich deshalb sehr, dass wir den Gesundheitspreis des saarländischen Handwerks in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit der IKK Südwest ausloben“, unterstreicht HWK-Präsident Helmut Zimmer.
Mit dem gemeinsamen Preis knüpfen IKK Südwest und HWK an eine lange Verbindung zwischen Innungskrankenkassen und Handwerk an. Als regionale Innungskrankenkasse ist die IKK Südwest historisch eng mit den Innungen und Handwerksbetrieben verbunden. Die Partner wollen diese Nähe nutzen, um Gesundheitsförderung stärker in den betrieblichen Alltag zu bringen. Ein Ansatz, den auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger als Schirmherrin des Gesundheitspreises unterstützt. „Das Handwerk lebt von Menschen, die jeden Tag anpacken und mit ihrem Können unser Saarland voranbringen. Wer gute Fachkräfte gewinnen und halten will, muss deshalb auch für gute und gesunde Arbeitsbedingungen sorgen. Der Gesundheitspreis setzt genau dort an: Er bringt Gesundheitsförderung ganz konkret in den betrieblichen Alltag und unterstützt Betriebe dabei, Verantwortung für ihre Beschäftigten zu übernehmen. Die enge Verbindung von IKK Südwest und Handwerk ist dafür eine starke Grundlage. Denn wer in die Gesundheit der Beschäftigten investiert, investiert zugleich in attraktive Arbeitsplätze, starke Betriebe und die Zukunft des saarländischen Handwerks“, unterstreicht die Ministerpräsidentin.
Auch Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung und Wirtschaftsminister Jürgen Barke unterstützen das Anliegen von IKK Südwest und HWK; sie gehören der Jury des Preises an. Dort sind außerdem Dirk Palige, Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und des Handwerkskammertages, und Stefanie Maurer, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes, sowie weitere Experten aus dem Bereich Gesundheit und Handwerk vertreten.
Bewerbungen für den Gesundheitspreis des saarländischen Handwerks sind ab sofort bis zum 20. November möglich. Teilnahmeberechtigt sind Handwerksbetriebe aller Gewerke und Größen mit Sitz im Saarland, die ein gesünderes Arbeitsumfeld gestalten wollen und so Verantwortung für ihre Beschäftigten übernehmen. Die Siegerbetriebe erhalten als Preis eine Fördersumme und eine professionelle Begleitung bei der Umsetzung zukünftiger Maßnahmen im Bereich Gesundheitsförderung. Die Auszeichnung wird im März 2027 verliehen.
Das Bewerbungsformular und weitere Informationen finden Interessierte unter www.gesundheitspreis-sl.de
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
Die Versichertenauswertung der IKK Südwest zur Gesundheit im saarländischen Handwerk für das Jahr 2025 zeigt:
- 8,92 Prozent Krankenstand im saarländischen Handwerk gegenüber 7,91 Prozent unter allen IKK-Südwest-Versicherten im Saarland
- 28,48 Arbeitsunfähigkeitstage je Versicherten im Handwerk gegenüber 26,01 Tagen insgesamt
- 25,1 Prozent des Krankenstands entfallen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen – damit bilden sie die größte Diagnosegruppe 4.
- 13,6 Prozent des Krankenstands entfallen auf psychische Erkrankungen – sie gehören damit zu den drei größten Diagnosegruppen.
- 50,34 Prozent des Krankenstandsgeschehens im Handwerk entfallen auf Langzeit-Arbeitsunfähigkeiten von 91 Tagen und mehr
- Bei Langzeit-Arbeitsunfähigkeiten stehen Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Erkrankungen an erster und zweiter Stelle.
Mit freundlichen Grüßen
Mathias Gessner Pressesprecher IKK Südwest Europaallee 3-4 66113 Saarbrücken Tel.: 06 81/38 76-1163 Fax: 06 81/38 76-2799 Zentrale Postadresse: IKK Südwest 66098 Saarbrücken PS: Digitale Chancen, echte Schicksale und starke Stimmen – das alles in Ihrer neuen für mich. Gewinnspiel inklusive!

