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RHÖN-KLINIKUM AG

Welt-Lungenkrebstag: Früher erkennen, gemeinsam entscheiden, individuell behandeln/ Breites Versorgungsangebot im Lungenkrebszentrum Mittelhessen

Gießen (ots)

Zum Welt-Lungenkrebstag am 1. August rückt das Lungenkrebszentrum Mittelhessen die Bedeutung einer frühzeitigen und präzisen Diagnostik sowie einer fachübergreifend abgestimmten Behandlung in den Mittelpunkt. Seit 2017 hat das Zentrum an den Standorten UKGM Gießen, Kerckhoff Klinik Bad Nauheim und Evangelisches Krankenhaus Gießen sein Versorgungsnetzwerk kontinuierlich weiterentwickelt. Die Zahl der behandelten Patientinnen und Patienten ist in diesem Zeitraum deutlich gestiegen. Zunehmend werden auch Menschen mit unklaren Herdbefunden der Lunge zur weiteren Abklärung an das Zentrum überwiesen. Gleichzeitig nutzen immer mehr Betroffene die Möglichkeit, eine Zweitmeinung zu einer Diagnose oder einer vorgeschlagenen Behandlung einzuholen.

Lungenkrebs zählt weiterhin zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts wurde die Erkrankung im Jahr 2023 bei rund 58.300 Menschen neu diagnostiziert. Zugleich haben sich die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten erheblich erweitert. Neben Operation, Strahlen- und Chemotherapie stehen heute unter anderem Immuntherapien und zielgerichtete Medikamente zur Verfügung. Voraussetzung für ihre gezielte Anwendung sind eine präzise Diagnostik und die gemeinsame Beurteilung aller Befunde durch unterschiedliche Fachdisziplinen.

Unklare Befunde und Beschwerden konsequent abklären

Lungenkrebs verursacht in frühen Stadien häufig keine eindeutigen Beschwerden. Anhaltender oder veränderter Husten, blutiger Auswurf, Atemnot, wiederkehrende Lungenentzündungen, Schmerzen im Brustkorb, unerklärlicher Gewichtsverlust oder eine anhaltende Leistungsminderung sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden. Solche Beschwerden können viele andere Ursachen haben, dürfen aber nicht ignoriert werden.

Auch ein zufällig bei einer Röntgen- oder CT-Untersuchung entdeckter Lungenherd bedeutet nicht automatisch, dass eine Krebserkrankung vorliegt. Er sollte jedoch fachärztlich beurteilt und - abhängig von Größe, Erscheinungsbild und persönlichem Risiko - kontrolliert oder weiter untersucht werden.

Alle für Einen

Eine zentrale Rolle spielt die wöchentliche interdisziplinäre Tumorkonferenz des Lungenkrebszentrums Mittelhessen. Jeden Mittwoch beraten Fachleute unter anderem aus Pneumologie, Thoraxchirurgie, Onkologie, Pathologie, Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie über die vorliegenden Befunde. Bei Bedarf werden weitere Bereiche wie Psychoonkologie, Palliativmedizin, Sozialdienst und Seelsorge einbezogen.

Dabei geht es um Fragen wie: Handelt es sich bei einem auffälligen Lungenherd um einen Tumor? Welche Art von Tumor liegt vor und in welchem Stadium befindet sich die Erkrankung? Ist eine Operation möglich? Kommen Bestrahlung, Chemotherapie, Immuntherapie oder eine zielgerichtete Behandlung infrage? Welche molekularen Eigenschaften weist der Tumor auf? Und welche Unterstützung benötigt der betroffene Mensch über die medizinische Behandlung hinaus?

Auf dieser Grundlage entsteht eine individuelle Therapieempfehlung. Die standortübergreifende Zusammenarbeit bündelt das Wissen der beteiligten Fachrichtungen, verkürzt Abstimmungswege und kann unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden. Das gilt sowohl für Patientinnen und Patienten, die erstmals mit einem verdächtigen Befund vorgestellt werden, als auch für Menschen, die eine unabhängige Zweitmeinung wünschen. In der Tumorkonferenz werden sowohl Patientinnen und Patienten des Uniklinikums als auch der angeschlossenen Kooperationshäuser besprochen.

Versorgungsnetzwerk weiter ausgebaut

Die Struktur des Lungenkrebszentrums hat sich seit 2017 stetig weiterentwickelt. Die frühere Pneumologische Klinik Waldhof Elgershausen ist von Greifenstein an das Evangelische Krankenhaus in Gießen umgezogen. Die dort vorhandene pneumologische Expertise wird damit am neuen Standort innerhalb des Netzwerks fortgeführt.

Neu hinzugekommen ist außerdem eine Kooperation mit der Thoraxchirurgie am UKGM-Standort Marburg. Sie erweitert die standortübergreifende chirurgische Expertise und stärkt den fachlichen Austausch bei komplexen Erkrankungsfällen. Gemeinsam mit den bereits beteiligten thoraxchirurgischen Fachleuten stehen damit zusätzliche Möglichkeiten für die Beurteilung und operative Behandlung von Tumorerkrankungen im Brustraum zur Verfügung.

Qualität seit 2017 jährlich überprüft

Das Lungenkrebszentrum Mittelhessen ist seit 2017 durchgehend von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Seither wird das Zentrum jährlich durch unabhängige Fachleute begutachtet. Dabei werden unter anderem die fachübergreifende Zusammenarbeit, die Behandlungsabläufe, die Qualifikation der beteiligten Einrichtungen und die Einhaltung festgelegter Qualitätsanforderungen überprüft.

Für Patientinnen und Patienten schafft die langjährige Zertifizierung Transparenz und gibt Orientierung, dass Diagnostik und Behandlung nach regelmäßig überprüften Qualitätsstandards erfolgen.

Neues Projekt zur Lungenkrebsfrüherkennung

Ein aktueller Schwerpunkt ist der Aufbau der Lungenkrebsfrüherkennung. Ziel ist es, Lungenkrebs bei Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko möglichst in einem frühen und damit häufig besser behandelbaren Stadium zu entdecken. Das dafür vorgesehene Verfahren ist die Niedrigdosis-Computertomografie, die mit einer gegenüber einer regulären CT-Untersuchung reduzierten Strahlendosis arbeitet.

Am UKGM-Standort Gießen wurden die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen und die erforderlichen Genehmigungen eingeholt, so dass die Umsetzung in absehbarer Zeit erfolgen kann.

Damit verbindet das Lungenkrebszentrum Mittelhessen langjährig geprüfte Qualität und standortübergreifende Expertise mit dem Ziel, Lungenkrebs früher zu erkennen und Betroffenen eine individuell abgestimmte Behandlung zu ermöglichen. Um den Patienten eine möglichst wohnortnahe Versorgung anzubieten, gibt es an allen drei Standorten (UKGM Gießen, Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim und Ev. Krankenhaus Gießen) eigens eingerichtete Sprechstunden.

Weitere Infos auf der Homepage unter www.lungenkrebszentrum-mittelhessen.de

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) mit seinen 86 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Gießen und Marburg ist das drittgrößte Universitätsklinikum Deutschlands. Seit Februar 2006 trägt die RHÖN-KLINIKUM AG zu 95 Prozent die Verantwortung als Betreiber dieses privatisierten Universitätsklinikums. www.ukgm.de

Pressekontakt:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM)
Christine Bode | Kommunikation | Pressesprecherin
T. +49 641 985- 40013 | christine.bode@uk-gm.de

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