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Frankfurter Rundschau: Rechter Druck

Frankfurt (ots) - Wenn es um den Charakter des ägyptischen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi geht, sind sich die Koalitionsspitzen in Berlin einig. Unionsfraktionschef Volker Kauder nannte den Exfeldmarschall bei dessen Berlinvisite einen überzeugenden und glaubwürdigen Mann. SPD-Chef Sigmar Gabriel sekundierte in Kairo mit dem Urteil, Ägypten habe einen beeindruckenden Präsidenten. Beide Äußerungen sagen mehr über die politischen Ängste und Paniken der deutschen Regierenden als über die wirkliche Statur des ägyptischen Militärpharaos. Dieser hat nicht nur mit tausend Toten das schwerste Massaker an Zivilisten in der modernen Geschichte Ägyptens auf dem Gewissen. Er hat sein Land auch als Frontmann der Militär- und Wirtschaftselite in die Sackgasse eines brutalen Willkürstaates gesteuert, der schlimmer ist, als alles bisher Erlebte. Berlin aber möchte von dem starken Mann am Nil nur, dass er einen zweiten Flüchtlingsstrom, diesmal von den ägyptischen Küsten aus, verhindert.

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