POL-ME: 10 Jahre "Kurve kriegen": Gemeinsam gegen Jugendkriminalität - 2609050
Kreis Mettmann (ots)
Junge Menschen frühzeitig davor zu bewahren, dauerhaft in die Kriminalität abzurutschen - genau das ist das Ziel der Präventionsinitiative "Kurve kriegen". Seit zehn Jahren gibt es dieses Angebot auch im Kreis Mettmann. Bei einer Jubiläumsveranstaltung am Montag, 14. September 2026, blickten die Verantwortlichen in den Räumlichkeiten der Caritas in Mettmann gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnerinnen und -partnern auf die vergangenen zehn Jahre zurück.
Das ursprünglich vom Innenministerium des Landes NRW ins Leben gerufene Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren, die bereits wiederholt oder in Einzelfällen besonders schwerwiegend polizeilich in Erscheinung getreten sind und bei denen aufgrund ihrer Lebensumstände ein weiteres und dauerhaftes Abgleiten in die Kriminalität droht.
So funktioniert "Kurve kriegen":
Die Teilnahme an "Kurve kriegen" ist für die Kinder und Jugendlichen freiwillig. Entscheiden sie sich gemeinsam mit ihren Eltern für eine Teilnahme, kümmern sich fortan zwei pädagogische Fachkräfte der Caritas und zwei polizeiliche Ansprechpartnerinnen und -partner gemeinsam um die betroffenen Kinder und Jugendlichen.
Je nach persönlicher Situation können diese im Rahmen des Projektes dann beispielsweise an soziale Trainingsangebote vermittelt werden. Dort lernen sie, mit Konflikten und Frustration besser umzugehen und Aggressionen abzubauen. Gleichzeitig werden Eltern und Familien intensiv einbezogen. Auch das soziale Umfeld und der Freundeskreis werden bei Bedarf in die Arbeit integriert. Das Ziel dabei bleibt klar: Kriminalität verhindern.
Seit 2016 wurden im Kreis Mettmann so insgesamt 89 Kinder und Jugendliche in die Initiative aufgenommen. 46 von ihnen konnten "Kurve kriegen" erfolgreich abschließen und mit einer positiven Sozialprognose aus der Betreuung entlassen werden. Für die Verantwortlichen sind diese Zahlen jedoch weit mehr als eine Statistik:
"Hinter einer Straftat steckt häufig eine ganze Reihe von Problemen", wissen die beiden pädagogischen Fachkräfte Nils Ostermann und Petra Bräcklein von der Caritas aus ihrer täglichen Arbeit zu berichten. "Gemeinsam schauen wir auf diese Probleme und versuchen dann, diese individuell und ganzheitlich zu lösen - um eine nachhaltige Verbesserung zu erzielen und weitere Straftaten zu verhindern", erklärt Petra Bräcklein.
Landrätin Dr. Bettina Warnecke und Holger Schepanski, Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde Mettmann, würdigten die Arbeit von "Kurve kriegen" im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung:
"Straftaten dürfen nicht folgenlos bleiben - aber sie müssen auch nicht das ganze weitere Leben eines jungen Menschen bestimmen. 'Kurve Kriegen' setzt genau hier an: konsequent, individuell und mit dem Ziel, neue Wege und Perspektiven zu eröffnen. Die langfristige und passgenaue Unterstützung macht nachhaltige Veränderung möglich. Mein Dank gilt den engagierten Mitarbeitenden und den Partnerorganisationen, die diese wichtige Arbeit jeden Tag leisten", so Landrätin Dr. Bettina Warnecke.
"Bedenkt man, dass jugendliche Intensivtäter bis zu ihrem 25. Lebensjahr durchschnittlich rund 100 Opfer hinterlassen, die sie geschlagen, bestohlen oder anderweitig geschädigt haben, wird die Bedeutung von 'Kurve kriegen' besonders deutlich", betonte Holger Schepanski, Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde Mettmann: "Denn jede Tat, die verhindert werden kann, bedeutet einen Menschen, der nicht Opfer einer Straftat geworden ist. Danke für Ihre Arbeit!"
Erfolgsmodell aus Nordrhein-Westfalen
"Kurve kriegen" wurde bereits 2011 vom Innenministerium Nordrhein-Westfalen gestartet. Mittlerweile wird diese Initiative in 42 von 47 Kreispolizeibehörden des Landes umgesetzt. Dass der Ansatz auch über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus Beachtung findet, zeigt ein Blick ins Ausland: Schweden hat das Projekt im Jahr 2023 ebenfalls eingeführt.
Für die Verantwortlichen im Kreis Mettmann steht dabei auch nach zehn Jahren ein Ziel unverändert im Mittelpunkt: Kindern und Jugendlichen eine Perspektive jenseits der Kriminalität zu eröffnen - und damit Straftaten möglichst zu verhindern, bevor sie zur dauerhaften Entwicklung werden.
Fragen bitte an:
Kreispolizeibehörde Mettmann
Polizeipressestelle
Adalbert-Bach-Platz 1
40822 Mettmann
Telefon: 02104 982-1010
Telefax: 02104 982-1028
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