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29.01.2019 – 08:30

Polizei Mettmann

POL-ME: Erneut ein erfolgreicher Enkeltrick - Polizei warnt unermüdlich ! - Wülfrath
Kreis Mettmann - 1901133

POL-ME: Erneut ein erfolgreicher Enkeltrick - Polizei warnt unermüdlich ! - Wülfrath / Kreis Mettmann - 1901133
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Mettmann (ots)

Erst mit gestriger Pressemitteilung / ots 1901127 vom 28.01.2019 warnten wir kreisweit vor den üblen Machenschaften von Telefonbetrügern, die es bei ihren kriminellen Anrufen immer wieder ganz gezielt auf ältere Mitbürger abgesehen haben. Begleitet wurde diese Warnung mit dem Bericht über einen aktuellen "Enkeltrick" vom 25.01.2019 in Hilden.

Schon am gestrigen Montagnachmittag des 28.01.2019, zwischen 15.00 Uhr und 16.00 Uhr, ereignete sich in Wülfrath ein weiterer, nahezu identischer Fall. Opfer war hier eine 87-jährige Seniorin, die einen Anruf ihres angeblichen Enkels erhielt, der im Telefonat von drückenden Schulden berichtete. Die hilfsbereite Rentnerin begab sich daraufhin unverzüglich zu ihrer Hausbank, um dort ihre Ersparnisse abzuheben. Dabei wurde sie nach eigenen Angaben vom Kassenpersonal gezielt auf das Thema Enkeltrick angesprochen. Immer noch überzeugt von der Notlage ihres Enkels, gab sie deshalb an, das Geld für eigene Anschaffungen zu benötigen. Nur wenige Minuten später, an ihrer Wohnanschrift in der Wülfrather Innenstadt, übergab sie rund 12.000,- Euro Bargeld und zusätzlich auch noch persönlichen Goldschmuck an eine vom "falschen Enkel" angekündigte Botin, die mit der Beute zu Fuß in unbekannte Richtung verschwand. Erst gut eine Stunde nach der Tat fiel der Betrug auf und die Polizei wurde informiert.

Die Botin, die sich als Frau Müller vorstellte, wird wie folgt beschrieben:

   -	Deutsche unbekannten Alters 
   -	sprach Hochdeutsch ohne erkennbaren Akzent 
   -	ca. 160 cm groß mit normaler Figur 
   -	bekleidet mit dunklem Kapuzen-Mantel, Kapuze mit Fellkragen auf 
dem Kopf 
   -	führte einen dunklen Rucksack auf dem Rücken, in den sie die 
Beute verstaute 

Bisher liegen der Wülfrather Polizei noch keine konkreten Hinweise zu Identität, Herkunft und Verbleib der Täter, auch nicht der beschriebenen Botin vor. Polizeiliche Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen wurden veranlasst, ein Strafverfahren eingeleitet. Sachdienliche Hinweise dazu nimmt die Polizei in Wülfrath, Telefon 02058 / 9200-6180, jederzeit entgegen. Im Zuge der weiter intensiv andauernden Ermittlungen wurde bekannt, dass es am Montagnachmittag auch noch weitere, glücklicherweise aber erfolglose Anrufe von Telefonbetrügern bei anderen Seniorinnen und Senioren im Raum Wülfrath gab.

Aus aktuellem Grund warnt die Polizei deshalb erneut und eindringlich vor dem kreis- und landesweit verstärkten Auftreten von Telefonbetrügern, die es bei ihren Anrufen ganz besonders auf Senioren und deren Ersparnisse oder sonstigen Wertgegenstände abgesehen haben. Hierbei benutzen die kriminellen Anrufer variierende Legenden und Maschen für ihre Betrugshandlungen. Mal melden sie sich am Telefon als vermeintliche Familienangehörige, Freunde oder Bekannte der Angerufenen und täuschen analog zum sogenannten "Enkeltrick" eine akute, meist finanzielle Notlage vor, aus denen die Angerufenen durch Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen möglichst schnell heraushelfen sollen. Mit anderer Masche melden sich in der Vergangenheit immer öfter auch angebliche Polizisten am Telefon von Senioren. Diese Trickbetrüger geben sich bei ihren Anrufen als polizeiliche Ermittler aus, die angeblich vor geplanten und unmittelbar bevorstehenden Straftaten von Einbrechern und Räubern warnen. Dabei nutzen sie ihre angeblich aktuellen "Warnungen vor Dieben und Betrügern im persönlichen Umfeld der Senioren", um die Angerufenen zu verunsichern und zu erschrecken, damit diese nach geschickter Gesprächsführung schließlich bereit sind, ihre Ersparnisse und Wertgegenstände in die vermeintlich "sichere Verwahrung" der in der Regel freundlich, oft aber auch sehr bestimmend und einschüchternd wirkenden Anrufer zu übergeben.

In allen Fällen haben es die betrügerischen Anrufer gezielt auf die Finanzen und Wertgegenstände der Angerufenen abgesehen. Sobald sich Angerufene zur Hilfe für den "notleidenden Angehörigen" bereit erklären oder auf die versprochene "Vermögenssicherung" des falschen Polizisten eingehen, wird ein Bote angekündigt, der sich nur wenig später persönlich meldet, dabei oft mit einem am Telefon zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld oder andere Werte der betrogenen Opfer abholt.

Zur Prävention gibt die Kreispolizeibehörde Mettmann kreisweit erneut folgende Hinweise und Tipps zum Schutz vor Telefonbetrug:

Seien Sie am Telefon aufmerksam - lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Geben Sie Betrügern keine Chance, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie Betrüger los. Das ist keinesfalls unhöflich!

Auflegen sollten Sie, wenn:

   -	 Sie nicht sicher sind, wer anruft. 

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte, Bekannte oder Amtsträger ausgeben, die Sie nicht zweifelsfrei als solche erkennen.

   -	Sie der Anrufer nach persönlichen Daten und Ihren finanziellen 
Verhältnissen fragt, z.B. ob Sie Bargeld, Schmuck oder andere 
Wertgegenstände im Haus haben. 

Geben Sie keine Details dazu preis. Stellen Sie stattdessen gezielte Fragen, die nur der "richtige Anrufer" beantworten kann.

   -	Sie der Anrufer auffordert, Bargeld, Schmuck oder andere 
Wertgegenstände herauszugeben, bzw. Geld zu überweisen, insbesondere 
ins Ausland. 

Halten Sie nach finanziellen Forderungen unbedingt Rücksprache mit anderen Familienmitgliedern. Rufen Sie Ihre(n) Verwandte(n), Bekannte(n) oder angeblich beteiligte Ämter und Dienststellen unter der Telefonnummer zurück, die Sie auch bei eigenveranlassten Gesprächen üblicher Weise wählen und besprechen Sie die Angelegenheit noch einmal.

Weder die Polizei, noch andere Amtsträger, rufen Bürgerinnen und Bürger an oder stehen unangemeldet vor Haus- und Wohnungstüren, um über persönliche Geld- und Vermögensverhältnisse zu sprechen oder sogar Wertgegenstände oder Bargeld in Verwahrung zu nehmen.

   -	Der Anrufer Sie dazu auffordert, zu Fremden Kontakt aufzunehmen,
z.B. zu einem Boten, der Ihr Geld und Ihre Wertsachen mitnehmen soll. 

Übergeben Sie niemals Geld oder andere Werte ungeprüft und ohne Zeugen an unbekannte Personen.

   -	Sie der Anrufer unter Druck setzt. 

Informieren Sie sofort die "richtige" Polizei, wenn Sie vermuten, dass es ein Telefonbetrüger auf Sie abgesehen hat - wählen Sie eigenhändig die Notrufnummer 110.

Wenden Sie sich auch an die Polizei, wenn Sie bereits Opfer geworden sind: die Opferschutzbeauftragten vom Kommissariat Vorbeugung helfen Ihnen gerne.

Angehörigen älterer Menschen und potentieller Opfer wird dringend empfohlen:

   - 	Um Ihre älteren Angehörigen zu schützen, sprechen Sie mit 
     diesen auch wiederholt über das permanente Auftreten von 
     Trickbetrügern und weisen sie auf die bekannten Methoden und 
     verschiedenen Varianten des sog. "Enkeltricks" sowie die 
     möglichen Anrufe "falscher Polizisten" hin. 
   -	Sprechen Sie bei ihrer vorsorglichen Beratung den jederzeitigen 
Rückruf und eine schnelle Kontaktaufnahme mit Ihnen ab, wenn Ihre 
Senioren zukünftig glauben, Ziel von Betrügern geworden zu sein. 
   -	Vereinbaren Sie eventuell nur Ihnen bekannte Kennworte oder 
Absprachen für eine gemeinsame, zweifelsfreie Kommunikation am 
Telefon. 

Rückfragen von Medienvertretern/Journalisten bitte an:

Kreispolizeibehörde Mettmann
- Polizeipressestelle -
Adalbert-Bach-Platz 1
40822 Mettmann

Telefon: 02104 / 982-1010
Fax: 02104 / 982-1028

E-Mail: pressestelle.mettmann@polizei.nrw.de
http://www.polizei.nrw.de/mettmann

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