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Polizeipräsidium Südosthessen

POL-OF: Schon wieder Schockanruf: Seniorin in Nidderau um Gold und Schmuck gebracht - Hinweise zu Abholerin mit lilafarbenen Rollkragenpullover erbeten

Nidderau (ots)

(lei) Nachdem erst am vergangenen Freitag eine Seniorin in Freigericht Opfer von dreisten Betrügern wurde (wir berichteten: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43561/6334354), hat es nun schon wieder eine ältere Frau getroffen. Auch in Nidderau setzten die Täter auf die perfide Masche des sogenannten Schockanrufs: Sie täuschten einen schweren Verkehrsunfall der Tochter vor und forderten eine hohe Kaution.

Demnach, so die bisherigen Erkenntnisse, erhielt die Dame am Mittwochabend gegen 20 Uhr einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Zunächst meldete sich eine Person, die sich als ihre Tochter ausgab und behauptete, einen schweren Unfall verursacht zu haben. Kurz darauf übernahm eine weitere weibliche Stimme das Gespräch. Die Anruferin gab sich als Polizeibeamtin aus und erklärte, die Tochter habe einen Unfall verursacht, bei dem eine Frau und ihr Kind überfahren worden seien. Anschließend forderte sie eine hohe fünfstellige Kaution und drohte damit, dass die Tochter andernfalls in Haft müsse.

Als die Seniorin angab, Gold und Schmuck zu Hause zu haben, kündigte die falsche Polizeibeamtin an, eine "Kollegin" werde die Wertgegenstände abholen.

Zwischen 22 und 22.30 Uhr erschien tatsächlich eine bislang unbekannte Frau an der Wohnanschrift. Die Seniorin hatte die Wertsachen in einen roten Stoffbeutel gepackt und übergab diesen der Abholerin.

Die Täterin, die sich mit der Beute in mittlerer fünfstelliger Höhe anschließend über die Gartenstraße davonmachte, soll etwa 20 bis 25 Jahre alt und schlank gewesen sein. Sie hatte blondes, hochgestecktes Haar, eine sonnengebräunte Erscheinung und sprach akzentfreies Deutsch. Bekleidet war sie mit einem lilafarbenen Rollkragenpullover und einer schwarzen Hose.

Die Tat wurde am Donnerstag bei der Polizei angezeigt.

POLIZEI WARNT EINDRINGLICH

Unzählige Fälle in der Vergangenheit, zwei innerhalb weniger Tage und immer wieder die nahezu identische Masche: Die Polizei warnt erneut eindringlich vor sogenannten Schockanrufen. Die Täter geben sich als Angehörige oder Amtspersonen aus, erfinden schwere Unglücksfälle und setzen ihre Opfer anschließend mit hohen Kautionsforderungen unter Druck.

Echte Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Behördenmitarbeiter fordern niemals Bargeld, Gold oder Schmuck als Kaution und schicken auch keine Personen zur Abholung von Wertsachen.

Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen, das Gespräch beenden und den vermeintlich betroffenen Angehörigen selbst unter einer bekannten Telefonnummer kontaktieren. Im Zweifel sollte sofort die Polizei verständigt werden.

Die Kriminalpolizei Hanau bittet Zeuginnen und Zeugen, die am Mittwochabend im Bereich der Wohnanschrift der Geschädigten verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zur beschriebenen Abholerin machen können, um Hinweise unter der Rufnummer 06181 100-123.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Südosthessen
- Pressestelle -
Spessartring 61
63071 Offenbach am Main

Telefon: 069 / 8098 - 1210 (Sammelrufnummer)

Thomas Leipold (lei) - 1201 oder 0160 / 980 00745
Felix Geis (fg) - 1211 oder 0162 / 201 3806
Claudia Benneckenstein (cb) - 1212 oder 0152 / 066 23109
Maximilian Edelbluth (me) - 1213 oder 0160 / 96487309

Fax: 0611 / 32766-5014
E-Mail: pressestelle.ppsoh@polizei.hessen.de
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