Polizeipräsidium Reutlingen

POL-RT: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart und des Polizeipräsidiums Reutlingen - Mehrköpfige Betrügerbande aufgeflogen

Reutlingen (ots) - Wegen gemeinschaftlichen Betrugs in besonders schwerem Fall und Urkundenfälschung ermitteln die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Kriminalpolizeidirektion Esslingen gegen einen 35-Jährigen aus Reutlingen und weitere fünf Komplizen. Die Polizei durchsuchte am vergangenen Mittwoch mit über 40 Beamtinnen und Beamten verschiedener Dienststellen insgesamt acht Wohn- und Geschäftsadressen der mutmaßlichen Bandenmitglieder in Reutlingen, den Landkreisen Esslingen und Ludwigsburg, im Rems-Murr-Kreis und in Stuttgart. Der mehrfach wegen Betrugsdelikten vorbestrafte und als Drahtzieher geltende 35-jährige Reutlinger wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart dem Haftrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete.

Auf die Spur des 35-Jährigen waren ursprünglich Ermittler der früheren Landespolizeidirektion Stuttgart Ende 2013 in einem Ermittlungsverfahren gegen andere Beschuldigte wegen des unerlaubten Handels mit Heroin gekommen. Ab Jahresbeginn 2014 nahmen die auf die Bekämpfung von organisierter Kriminalität spezialisierten Ermittler der Kriminalpolizeidirektion Esslingen den Mann ins Visier. Dabei deckten sie auf, dass sich der 35-Jährige durch die betrügerische Überfinanzierung von Wohnimmobilien eine Einnahmequelle erheblichen Umfangs verschafft hatte. Dabei soll sich der Beschuldigte mit Hilfe mehrere Mittäter, zu denen auch seine 54-jährige Mutter gehören soll, stets derselben Masche bedient haben:

Er erwarb sanierungsbedürftige Immobilien zu einem jeweils günstigen Preis und veräußerte diese entweder direkt oder über Mittelsmänner an meist gutgläubige Erwerber zu überhöhten Preisen, die den tatsächlichen Wert der Immobilie deutlich überstiegen. Den eigentlich nicht kreditwürdigen Käufern vermittelte der 35-Jährige entsprechende Bankdarlehen, wobei er durch die Vorlage von gefälschten Unterlagen die Banken sowohl über die Kreditwürdigkeit der Erwerber als auch den tatsächlichen Wert und die Größe der Immobilien täuschte. Die schließlich bewilligten Darlehenssummen wurden an den Beschuldigten oder an Mittelsmänner ausbezahlt. Weil die fraglichen Kredite meist sehr schnell notleidend wurden, mussten einige Objekte zwangsversteigert werden. Weil der von den geschädigten Banken dabei erzielte Preis stets unter der ausgezahlten Darlehenssumme lag, dürfte der den Banken entstandene Gesamtschaden nach dem derzeitigen Ermittlungsstand mehrere hunderttausend Euro betragen.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen und die Auswertung der bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Beweismittel und Unterlagen dauern an.(ak)

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