terre des hommes Deutschland e.V.

8.-10. Mai: Weltkindergipfel der Vereinten Nationen in New York / Kinderrechte werden auch in Deutschland massiv verletzt
terre des hommes weist auf mangelnden Schutz für Opfer von Kinderhandel hin

Osnabrück/Berlin (ots) - Millionen von Kindern in aller Welt sind Opfer von Armut, Ausbeutung und Gewalt. Aber auch in Deutschland werden grundlegende Kinderrechte verletzt: »Mädchen und Jungen werden verkauft und benutzt wie eine Ware. Doch die Opfer von Kinderhandel, die hier zu Lande sexuell ausgebeutet oder zu Diebstählen gezwungen wurden, finden keinesfalls den Schutz, den sie gemäß der UN-Kinderrechtskonvention erwarten könnten«, betonte Dr. Petra Boxler, Vorsitzende von terre des hommes Deutschland, am Freitag in Berlin. Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes, das seit Herbst 2001 eine Internationale Kampagne gegen Kinderhandel durchführt, stellte anlässlich des bevorstehenden UN-Weltkindergipfels in New York ein juristisches Gutachten zur Situation gehandelter Kinder in Deutschland vor. In ihm kommt der Bremer Jurist Dr. Erich Peter zu dem Schluss, dass in Deutschland der gesetzliche Schutz für die Opfer von Kinderhandel dringend verbessert werden müsse. Denn im Umgang der Behörden mit den Betroffenen stünde nicht das Kindeswohl im Mittelpunkt, sondern die Vorgabe des deutschen Ausländerrechts. Gehandelte Jungen und Mädchen, die in Deutschland häufig den Status unbegleiteter ausländischer Minderjähriger hätten, seien damit von rascher Abschiebung bedroht, ohne dass ihre Opfersituation erkannt werde und eine kind- und jugendgerechte Versorgung stattfände. Diese Praxis stehe nicht im Einklang mit den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention, die Deutschland 1992 ratifiziert hat - allerdings nur mit einem »Ausländervorbehalt«: Diese Einschränkung sorgt dafür, dass, anders als von der UN gefordert, Flüchtlingskindern in Deutschland nicht der gleiche Schutz gewährt wird wie deutschen Kindern. »terre des hommes erneuert zum Weltkindergipfel daher seine Forderung an die Bundesregierung, endlich ihren Vorbehalt zurückzunehmen und sich nicht ungewollt zum Komplizen des Internationalen Kinderhandels zu machen«, erklärte Boxler in Berlin. Kinderhandel ist eine besonders gravierende Form der Verletzung von Kinderrechten. Zum Weltkindergipfel, auf dem Regierungsvertreter über die Umsetzung der UN-Kinderrechts-konvention beraten, hat terre des hommes mit der Aktion »Alle ans Netz - für Kinder und ihre Rechte« mehr als 27.000 Unterschriften gesammelt. Sie wurden am Freitag vom zehnjährigen Marian Brehmer, der als Kinderdelegierter von terre des hommes nach New York fährt, an Rolf Stöckel (MdB SPD) und Ekin Deligöz (MdB Bündnis 90/Die Grünen), Mitglieder der deutschen Delegation für den Weltkindergipfel, übergeben. Mit den Unterzeichnern appelliert terre des hommes an Regierungen sicherzustellen, dass kein Kind zu ausbeuterischer Arbeit gezwungen, zwangsrekrutiert, sexuell missbraucht oder wie eine Ware verkauft wird. »Diese Unterschriften sind ein Auftrag an die deutsche Delegation in New York, sich um diese Fragen besonders zu kümmern«, erklärte Petra Boxler. verantwortlich: terre des hommes Pressereferat ots Originaltext: terre des hommes Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen: terre des hommes-Pressereferat, Michael Heuer, Telefon: 05 41/71 01-145, Wolf-Christian Ramm, Telefon: 01 71/67 29 748, Claudia Berker, Telefon: 01 71-370 55 33. Presse-Service: Alle wichtigen Informationen zum Weltkindergipfel gibt es regelmäßig aktualisiert unter www.tdh.de/Kindergipfel. Dort kann auch das Gutachten zu Kinderhandel abgerufen werden. Original-Content von: terre des hommes Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell

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