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Merz: Zum 125. Geburtstag Adenauers

Berlin (ots) - In der morgigen Ausgabe der Nordsee Zeitung erscheint folgende Kolumne des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz MdB: Da er seine "Pflicht gegenüber der Bevölkerung Kölns nicht erfüllt" habe, wurde Konrad Adenauer im Oktober 1945 nach den Nazis zum zweiten Mal, nun von den britischen Militärbefehlhabern, als Oberbürgermeister von Köln abgesetzt. Ihm wurde ein umfassendes Verbot politischer Tätigkeit auferlegt, seine Heimatstadt Köln musste er erneut verlassen. Diese Entscheidung eröffnete Adenauer erst die Chance, seine ganze Energie dem Aufbau der CDU zu widmen und schließlich mit seinen überragenden politischen Fähigkeiten als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland auch den Aufbau eines fast völlig zerstörten Landes zu beginnen. Gestern wäre Adenauer 125 Jahre alt geworden. Er wird nach einer aktuellen Umfrage des Institutes für Demoskopie in Allensbach von einer Mehrheit unserer Bevölkerung immer noch als der bedeutendste Staatsmann unseres Landes angesehen. Führt man sich vor Augen, mit welchen Aufgaben und Problemen es Adenauer und mit ihm die Generation meiner Eltern und Großeltern unmittelbar nach 1945 zu tun hatten, wird deutlich, welche enormen Leistungen die Menschen damals erbracht haben. Die Herausforderungen, die sie zu bewältigen hatten, waren um ein Vielfaches größer als die, vor denen wir heute stehen. Hätten wir heute im gleichen Maße ihren Optimismus und ihren Tatendrang, so würden wir wohl manche Aufgaben schneller und leichter lösen. So wie Helmut Kohl der "Kanzler der Einheit" ist, ist Konrad Adenauer der "Architekt der Bundesrepublik Deutschland". Die grundlegenden Weichenstellungen seiner Kanzlerschaft bestimmen bis heute die deutsche Politik nach innen und außen. Er ebnete den Weg Deutschlands zurück in den Kreis der westlichen Demokratien. Er entschied sich gegen den zum Teil erbitterten Widerstand der Sozialdemokraten für die Soziale Marktwirtschaft und die Mitgliedschaft in den Europäischen Gemeinschaften. Die Aussöhnung mit Frankreich war ihm aus den historischen Erfahrungen heraus vorrangig wichtig, die Aussöhnung mit dem Staat Israel war ihm, wie er es nannte, eine "innere Verpflichtung". Adenauer war eine kraftvoll entschlossene Persönlichkeit, der vor allem durch seinen tiefen christlichen Glauben geprägt war. Er hat sich stets von einem fundierten sozialen Verantwortungsbewusstsein leiten lassen. 1963, im Jahr seines Rücktritts vom Amt des Bundeskanzlers, bekannte er: "Ich fühle mich und meine Weltanschauung geprägt von den beiden Komponenten der abendländischen Kultur, dem Christentum und dem Humanismus der griechisch-römischen Antike". Hier liegt der Schlüssel für das Verständnis seiner Person und seiner Politik, wenn es um das Recht des Einzelnen geht, um die Würde des Menschen und die Idee der Gerechtigkeit in einer freiheitlichen Gesellschaft. Von diesem festen Wertefundament gestaltete er bis 1963 überaus erfolgreich Politik für unser Land. Seine Grundentscheidungen haben auch heute Gültigkeit, sein politisches Erbe ist und bleibt für Deutschland, für Europa und für die CDU lebendig. ots Originaltext: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Pressestelle Tel.: (030) 227-52360 Fax: (030) 227-56660 Internet: http://www.cducsu.bundestag.de E -Mail: fraktion@CDUCSU.Bundestag.de Original-Content von: CDU/CSU - Bundestagsfraktion, übermittelt durch news aktuell

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