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PHOENIX Programmhinweis
Freitag, 29. September 2000

Bonn (ots) - 17.45 Berlin Mitte Talkshow mit Maybrit Illner Zitterpartie Euro - Was kostet uns Europa? Die Dänen stimmen heute über den Beitritt zur Währungsunion ab und damit auch über den Euro. Mit Spannung wird das Ergebnis vor allem auf den Finanzmärkten erwartet. Experten gehen davon aus, dass ein "Ja" dem Euro Auftrieb geben wird. Ein "Nein" könnte nach Ansicht von Experten nicht nur einen weiteren Kursverfall nach sich ziehen, sondern auch entscheidenden Einfluss auf die weitere wirtschaftliche und politische Integration Europas haben. Auch in Großbritannien und Schweden stehen noch die Entscheidungen über die Euro-Einführung aus. Ein Nein der Dänen würde die Euroskeptiker in diesen Ländern beflügeln. Die Abstimmungsergebnisse werden auch zeigen, ob die Bürger dieser drei Länder überhaupt Vertrauen in die europäischen Institutionen haben und den Weg der geplanten EU-Osterweiterung mitgehen wollen. Denn die Osterweiterung der Europäischen Union um Tschechien, Polen, Ungarn und das Baltikum wird die EU bis zum Jahr 2006 rund 80 Milliarden Euro (150 Milliarden Mark) kosten, wie vor kurzem aus dem Auswärtigen Amt zu vernehmen war. Lassen sich die Europäer Europa etwas kosten? Oder werden sie die Erweiterung ablehnen? Muss es vor einer Erweiterung zu einer Neuorganisation der europäischen Institutionen kommen? Ist ein "europäischer Staat" wünschenswert oder eine Föderation der Nationen? Welche Aufgaben soll die erweiterte EU haben? Über den Euro und die Zukunft der Europäischen Gemeinschaft diskutiert Maybrit Illner mit dem ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten und heutigen Vizefraktionschef der Sozialdemokratischen Partei im EU-Parlament, Klaus Hänsch, dem Mitglied des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank, Hans Reckers, dem CDU-Präsidiumsmitglied, Wolfgang Schäuble, und der EU-Haushalts-kommissarin, Michaele Schreyer. Zeitgeschichte 19.15 Uhr Hitlers Kinder 5-teilige Reihe 4. Teil: Krieg "Wir dachten, wir sind besondere Helden: Die hohen Verluste waren für uns Beweis dafür, wie hart wir waren - eine verkehrte Welt". Wut und Verbitterung erfüllt einen Überlebenden der Division "Hitlerjugend". An der Invasionsfront 1944 sah er mit an, wie die meisten seiner Kameraden von alliierten Panzern oder Tieffliegern getötet wurden. Nach der blutigen Niederlage von Stalingrad hatte Reichsjugendführer Artur Axmann seinem "Führer " eine ganze Division "geschenkt" - und 20000 Jungen bedenkenlos in eine aussichtslose Schlacht geschickt. Doch vor allem an der "Heimatfront" war Hitlers Jugend im Kalkül der Diktatur eine notwendige Stütze des Regimes. Ein Neun-Millionen-Heer billiger und williger Arbeitskräfte schloss die Lücken, die zur Front berufene Männer hinterlassen hatten. Ob als Erntehelfer, Meldegänger, Luftschutzhelfer oder gar als Denunzianten: "Hitlers Kinder" waren Rädchen, die das Getriebe der Kriegsmaschinerie am Laufen hielten. Ihr Einsatz trug dazu bei, den Krieg zu verlängern. Mehr als ein Drittel der Geburtenjahrgänge 1921 bis 1925 verblutete auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges oder starb im Bombenhagel in den Städten. Von der Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer, vom Polarkreis bis nach Afrika und zurück über Königsberg und Breslau bis Berlin künden ihre Gräber vom Irrweg einer verführten Generation, die Hitler um ihre Jugend betrog. Bedenkenlos nutzte das Regime Begeisterung, Eifer und Opferbereitschaft der Jungen aus - und machte selbst vor dem Einsatz von Schülern nicht halt. Nicht nur Deutsche äußern sich in diesem Film. Ein Veteran der kanadischen Armee, die der "Babydivision" der HJ an der Front gegenüber stand, erinnert sich: "Im Feld waren sie fanatische Kämpfer - doch als wir sie gefangen nahmen, heulten viele dieser Jungen nach ihrer Mutter. Ich habe sie gehasst und hatte zugleich doch Mitleid mit ihnen." Dokumentation von Ricarda Schlosshan und Sebastian Dehnhardt (2000) 20.15 Uhr Unternehmen Romeo Deutsch-deutsche Liebes- und Spionagegeschichten Liebe, Sex und Spionage. Diesem Klischeebild vom munteren Agentenleben verhalf das Ministerium für Staatssicherheit in der DDR zu Beginn der 60er-Jahre durch eine besonders perfide Strategie zu deutsch-deutscher Realität. Mit Hilfe der Methode "Romeo", wesentlich von Markus Wolf inspiriert, wurden ausgesuchte Stasi-Offizier der "Hauptverwaltung Aufklärung" als charmante Liebhaber getarnt, auf westdeutsche Sekretärinnen angesetzt. Man achtete darauf, dass diese Frauen bereits in wichtigen Ämtern oder Ministerien arbeiteten oder brachte sie später dazu, die Stelle zu wechseln. Diese oft einsamen, isolierten Frauen - das war wichtiges Kriterium für ihre Auswahl - wurden nun umworben und erotisch erobert, emotional abhängig gemacht oder sogar geheiratet. Viele von ihnen waren aus Liebe bereit, Unterlagen aus ihrem Arbeitsbereich zu entwenden und Geheimnisse zu verraten und damit wissentlich, oft aber auch unwissentlich, für den DDR-Geheimdienst zu spionieren. 35 dieser Frauen wurden enttarnt und wegen geheimdienstlicher Tätigkeit angeklagt und verurteilt. Fast alle "Romeos" hingegen konnten sich in die DDR absetzen und sind bis heute kaum zu identifizieren. Der Film "Unternehmen Romeo" will dieses Kapitel deutsch-deutscher Nachkriegsgeschichten noch einmal nachziehen mit all seine zynischen Facetten und seinen persönlichen Dramen. Drei der betroffenen Frauen waren bereit, vor der Kamera über ihr Schicksal zu berichten, ebenso ein ehemaliger Stasi-Agent, der viele Jahre als "Romeo" in der Näher von Bonn gelebt hat. Kulisse für diesen Spionage-Thriller wie auch für den Film: das brave, biedere ehemalige Regierungsstädtchen Bonn. Ein Film von Elisabeth Pfister 21.45 Uhr Im Schatten der verbotenen Stadt Beobachtungen in Wünsdorf Elf Jahre nach dem Mauerfall liegen die Wunden immer noch offen. Gerade hier: 50 Km südlich von Berlin, in der kleinen Gemeinde Wünsdorf, die Jahrzehnte im Schatten einer "verbotenen Militärstadt" lag, wo früher Hitlers Leibgarden über die Wiese pirschten und die Rote Armee ihre Panzer instand hielt, entstehen heute Wohngebiete für Familien aus der ganzen Republik. Pfarrer Jürgen Petereit versucht, zwischen Ossis und Wessis, zwischen Vergangenheit und Zukunft die Wunden zu schließen und Gemeinschaft zu schaffen. Keine leichte Aufgabe! Denn in der brandenburgischen Garnisonsstadt hat sich die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre mit ihren Widersprüchen und Brüchen tief in die Seelen der Menschen eingeschrieben. Ein Film von Matthias Zuber ots Originaltext: Phoenix Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: PHOENIX-Kommunikation Tel: 0228/9584-193 Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

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