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BDI nach Irak-Reise: Sanktionen müssen flexibler gestaltet werden

Berlin (ots)

"Das System Iraks erinnert an die Endphase der DDR
- die Wirtschaft gleicht einem 'ausgeräumten Kühlschrank'. Nach mehr
als zehn Jahren VN-Sanktionen ist ein riesiger Importnachholbedarf
unübersehbar", kommentierte Ludolf von Wartenberg,
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie
(BDI) am Mittwoch nach seiner Rückkehr aus Irak und Jordanien mit
einer 78-köpfigen Delegation. Die Sanktionen würden das Regime nicht
verändern. Stattdessen leide das Volk unter ihren Auswirkungen, eine
verlorene Generation wachse heran. Vor diesem Hintergrund sei eine
Überprüfung der Sanktionsmechanismen dringend erforderlich. Die
VN-Resolution 1051, die Güterliste für den Dual-Use-Bereich habe sich
weitestgehend überlebt. Die Zeit sei reif für eine flexiblere
Handhabung der Sanktionen. Faktisch würden sie durch den Markt
unterlaufen. So könne man in Bagdad problemlos den modernsten PC mit
Windows-Programmen für 800 US-Dollar bekommen.
Die deutsche Wirtschaft werde Irak bei seinem Wiederaufbauprogramm
unterstützen, wenn die politischen und wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen stimmten. Auch die Bundesregierung sollte den Mut
entwickeln, Irak unverkrampfter zu sehen und ihre langfristigen
strategischen Interessen zu definieren. Diese sollten auch in den
Vereinten Nationen aktiv vertreten werden. Nicht zuletzt lagern von
Irak, Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait
hier die zweitgrößten langfristig förderbaren Ölvorkommen der Welt.
Der Zeitpunkt der Reise war gut gewählt. Anknüpfend an die
Hochzeit der bilateralen Handelsbeziehungen vor dem Golfkrieg sieht
Irak die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gerade mit
deutschen Firmen. Die überzeugende Qualität und der hohe technische
Entwicklungsstand der Produkte sowie die Verlässlichkeit der Partner
und ihr differenziertes Angebot im Rahmen der Ausbildung und
Rehabilitierung, Wartung und Erneuerung des alten Maschinenbestandes
wurden hervorgehoben. Die deutsche Wirtschaft trifft hier auf eine
gute Ausgangslage im Wettbewerb mit den sich seit längerem intensiv
bemühenden Firmen aus Frankreich, Italien, Spanien, China und
Russland.
Der Delegation gehörten auch Vertreter des Deutschen Bundestages,
des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Technologie an.
Mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Finanzminister
Al-Azzawi und unter anderem den Ministern für Industrie, Handel,
Gesundheit, Landwirtschaft, Öl, Bewässerung und Verkehr wurden
erfolgreiche Fachgespräche geführt. Es kam zu ersten
Geschäftsabschlüssen. Die Zeiten, in denen deutsche Firmen bereits
bei der Auftragsvergabe von irakischer Seite diskriminiert wurden,
scheinen vorüber.
Die deutsche Delegation ließ sich auch von dem VN-Koordinator für
humanitäre Hilfe für Irak, Assistant Secretary General Tun Myat, über
die Versorgungslage und über Geschäftsmöglichkeiten im Rahmen des
Food for Oil-Programms und zum Wiederaufbau des Landes unterrichten.
Mit dem irakischen Industrieverband IFI, Gastgeber des BDI, wurde ein
Memorandum of Understanding unterzeichnet. Für Anfang November 2000
ist mit eine starken Beteiligung deutscher Firmen an der
Industriemesse Bagdad zu rechnen.
In enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Geschäftsträger in
Bagdad, Claude-Robert Ellner, wird die deutsche Wirtschaft ein
Hilfsprojekt zugunsten eines Kinderkrankenhauses finanzieren.
Auf dem Rückweg nach Deutschland traf die Delegation in Amman 
anlässlich der Gründungssitzung des Deutsch-Jordanischen Business
Councils unter anderem mit den jordanischen Ministern für Planung und
Energie zusammen.

Rückfragen bitte an:

BDI
Presse und Information
Tel.: 030 / 2028- 1566
Fax: 030 / 2028- 2566
E-Mail: Presse@BDI-online.de
Internet: http://www.bdi-online.de

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