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WTO-Generaldirektor Moore erläutert Strategie für Ministerrunde in Qatar

    Berlin (ots) - Die Integration der Entwicklungsländer in den
Welthandel muss gestärkt werden, um auch dort Wohlstand durch Handel
zu schaffen. In dieser Forderung waren sich Mike Moore,
Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), und Anton F.
Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und
Außenhandels (BGA), in Berlin einig. "Insbesondere die ärmsten
Staaten der Erde müssen weit mehr von den Effekten der Globalisierung
profitieren als bisher. Ich begrüße daher ausdrücklich die Initiative
der EU-Kommission zur Zollfreiheit für Einfuhren aus
Entwicklungsländern. Ich hoffe, dass andere führende
Industrienationen wie die USA und Japan nachziehen", erklärte Moore
anlässlich einer Vortragsveranstaltung zu der der BGA in
Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik
(DGAP) eingeladen hatte, um die Strategie der WTO für die im November
in Qatar stattfindende Ministerrunde zu diskutieren.
    
    Moore schloss sich den Forderungen des BGA-Präsidenten Anton F.
Börner an, der zuvor erklärt hatte, die Tagesordnung für Qatar müsse
bereits im Vorfeld klar definiert werden, um ein Scheitern der
Gespräche wie in Seattle zu verhindern.
    
    "Für eine neue WTO-Runde sehe ich zwei Voraussetzungen. Zum einen
muss eine stärkere Integration der Entwicklungsländer in das
Welthandelssystem erreicht werden. Für die Entwicklungsländer müssen
weitgehende Handelserleichterungen durchgesetzt werden. Zum anderen
muss darauf geachtet werden, die Tagesordnung von Qatar nicht mit
handelsfremden Themen zu überfrachten. Von vordringlichem Interesse
ist die Beseitigung der Zölle im gewerblichen Bereich, die innerhalb
der nächsten fünf Jahre auf Null reduziert werden müssen.
Nichttarifäre Handelshemmnisse müssen zurückgenommen werden.
Weiterhin muss der Dienstleistungs- und Agrarhandel liberalisiert
werden", erklärte Börner.        
    
    WTO-Generalsekretär Moore sprach sich entschieden für eine
Stärkung des multilateralen Prozesses der WTO aus und warnte vor
einer Regionalisierung des Welthandels durch immer neue bilaterale
Freihandelsabkommen, die nur neue Handelsbarrieren zur Folge hätten.
    
    Optimistisch äußerte sich Moore hinsichtlich einer baldigen
Aufnahme Russlands in die Welthandelsorganisation. In Russland sei
der Wille zum Beitritt klar erkennbar, bereits jetzt würden
Gesetzesänderungen vorgenommen, um Konformität mit den
WTO-Bestimmungen herzustellen. Dies gelte beispielsweise für den
sensiblen Bereich des geistigen Eigentums (TRIPS-Abkommen).  
    
    
ots Originaltext: BGA
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