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Erfolg für Greenpeace: Putenhalter gibt Tieren mehr Platz / Putenanbieter Heidemark macht den Anfang - Nun muss der Handel nachziehen

    Hamburg (ots) - Greenpeace kann heute den ersten großen Erfolg
gegen Massentierhaltung nach über vier Monaten Kampagne verzeichnen:
Deutschlands zweitgrößter Anbieter von Putenfleisch, die Firma
Heidemark aus Garrel (Niedersachsen) hat heute angekündigt, ab 2002
Puten aus deutlich besserer Haltung anzubieten. Heidemark reagiert
damit auf eine Greenpeace-Forderung. Die Umweltorganisation fordert
Handel und Nahrungsmittelhersteller auf, nur noch Puten anzubieten
und zu verarbeiten, die unter diesen tierfreundlichen Bedingungen
aufwachsen.
    
    Greenpeace deckt seit Sommer die Missstände in der
Intensiv-Putenmast auf, bei der Puten auf viel zu engem Raum
zusammengepfercht werden. Heidemark war als Lieferant für die
Putenprodukte des Unilever-Konzerns in die Kritik geraten, weil er
für die "Du darfst"-Produkte Putenfleisch aus Massentierhaltung
verwendet. Nachdem Greenpeace Heidemark vorgeschlagen hatte, wie eine
tierfreundliche Haltung von Puten aussehen sollte, entschied sich die
Firma, für mindestens 50.000 Tiere die Haltungsbedingungen wesentlich
zu verbessern: Die Puten sollen mehr als doppelt soviel Platz
erhalten. Bei entsprechender Nachfrage durch den Handel und
Nahrungsmittelhersteller will der Fleischlieferant das Angebot
ausweiten. Nun kann auch Unilever problemlos Putenfleisch aus
tierfreundlicher Haltung beziehen.
    
    "Wir begrüßen, dass Heidemark die Putenhaltung verbessern wird und
der Verbraucher bald mit besserem Gewissen Putenprodukte kaufen
kann", sagt Martin Hofstetter, Landwirtschafts-Experte von
Greenpeace. "Natürlich wollen wir, dass sich dieser bessere Standard
in allen Ställen durchsetzt. Wir fordern den Handel auf, Puten aus
tierfreundlicher Haltung anzubieten."
    
    Nach EU-Recht darf Heidemark das Fleisch dieser Puten mit dem
Aufdruck "extensive Bodenhaltung" bewerben. Heidemark will den Tieren
nicht nur mehr Platz bieten, sondern auch keine Antibiotika als
Leistungsförderer und keine genmanipulierte Soja mehr ins Futter
mischen. Wenn die Puten mehr Platz haben, erkranken sie auch nicht
mehr so schnell. Sie brauchen daher auch deutlich weniger
Medikamente. Außerdem werden in den Ställen insgesamt weniger Tiere
gehalten. Nach Berechnungen von Greenpeace wird das besser
produzierte Putenfleisch etwa 20 Prozent teurer sein als Fleisch aus
der Massentierhaltung.
    
    Die Puten werden in der tierfreundlichen Haltung bei Heidemark
genauso viel Platz haben wie Öko-Puten. Dort gelten allerdings
strengere Vorschriften zum Beispiel für die Fütterung. Greenpeace
hält daher Öko-Puten grundsätzlich für die bessere Wahl, fordert aber
die Einführung von höheren Qualitätsstandards auch in der
konventionellen Tierhaltung, um die schlimmsten Missstände zu
beseitigen. Greenpeace wird in den nächsten Wochen verstärkt an
Handelsunternehmen wie Tengelmann, Rewe, Metro und Edeka herantreten
und sie auffordern, ihren Kundinnen und Kunden Fleisch aus
ökologischer Landwirtschaft und "extensiver Bodenhaltung" anzubieten.
    
    
ots Originaltext: Greenpeace
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