Greenpeace e.V.

Noch neun Tage bis zur Internationalen Klimakonferenz / Erfolgschancen für Bonner Klimakonferenz schwinden

    Berlin (ots) - Die Aussichten auf einen erfolgreichen Abschluss
der Bonner Klimakonferenz schwinden noch bevor die Konferenz begonnen
hat. Dies erklärte Greenpeace heute in Berlin, neun Tage bevor in
Bonn mehrere tausend Delegierte aus über 150 Staaten über die
Ratifizierung des Kyoto-Protokolls entscheiden. So ist bis heute
unklar, ob Japan das Protokoll auch ohne die USA unterschreiben wird.
Zusammen mit Großbritannien versucht Japan darüber hinaus, die
Klimaschutzvorgaben des Kyoto-Protokolls stark zu verwässern, um die
USA, entgegen ihrer jüngsten Ankündigung, doch noch zu einer
Unterschrift zu bewegen. Im Kyoto-Protokoll haben sich die
Industriestaaten verpflichtet, innerhalb der nächsten zehn Jahre ihre
Treibhausgase um durchschnittlich 5,2 Prozent zu verringern.
      
    "An einer Reduktion der Treibhausgase führt kein Weg vorbei",
erklärt Bill Hare, Leiter der internationalen Greenpeace-Delegation.
"Die Industriestaaten brauchen klare Vorgaben, wieviele Emissionen
sie einsparen müssen und mit welchen Methoden dies geschehen soll.
Wenn beides weiter aufgeweicht wird, wie in einigen Vorschlägen
vorgesehen, bringt das für den Klimaschutz rein gar nichts. Alles
hängt jetzt daran, wie Japan sich entscheidet." Greenpeace hatte den
Änderungsvorschlag des Präsidenten der Klimakonferenz Jan Pronk
untersucht, über den auch auf der bevorstehenden Konferenz in Bonn
verhandelt wird. Ergebnis: Das Ziel, den Ausstoß von Schadstoffen
weltweit um 5,2 Prozent zu senken, würde völlig verfehlt.
    
    Allein der Vorschlag, dass Ländern die Aufforstung oder Neuanlage
von Wäldern und so genannte Projekte zur Landnutzungsänderung als
CO2-Einsparung angerechnet werden sollen, treibt die Emissionen
weiter hoch. Wälder und Äcker können zwar Kohlendioxid aufnehmen,
geben den Schadstoff aber irgendwann in gleicher Menge wieder ab.
    
    Greenpeace kritisiert an dem Pronk-Vorschlag außerdem, dass der
Handel mit so genannter heißer Luft nicht begrenzt wird. Wenn in dem
Kyoto-Protokoll für ein Land wie zum Beispiel Russland
Emissionsmengen festgelegt sind, die auf Grund des Zusammenbruchs der
Industrie nicht erreicht werden, können diese Emissionsrechte, auch
"heiße Luft" genannt, an andere Länder verkauft werden. Problem: Je
weniger Länder das Protokoll unterschreiben, desto größer ist das
Angebot an russischen Emissionsrechten für die anderen
Unterzeichner-Staaten, sich von ihren Einspar-Verpflichtungen
freizukaufen. Wenn zum Beispiel die USA, Kanada und Australien das
Kyoto-Protokoll nicht ratifizieren, ermöglicht der Pronk-Vorschlag
den anderen OECD-Ländern sogar, durch den Kauf der Emissionsrechte
ihren Schadstoffausstoß im eigenen Land um bis zu 20 Prozent zu
erhöhen.
    
    "Das Abschmelzen der Gletscher und Stürme von immer heftigerem
Ausmaß zeigen, dass die Erwärmung des Weltklimas schon jetzt großen
Schaden anrichtet", sagt Karsten Smid, Klimaexperte bei Greenpeace.
"Vor diesem Hintergrund ist die Blockadehaltung einzelner
Industrieländer, allen voran der USA, einfach haarsträubend."
    
    
ots Originaltext: Greenpeace
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