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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Thomas Spang zu USA/Waffengesetze

Regensburg (ots) - Amerikanische Politiker riskieren für das Recht eine Waffe zu tragen die nationale Sicherheit. Der Waffenkult in den USA nimmt zunehmend absurde Züge an. Während der Terror-Verdacht gegen das Täter-Duo von San Bernardino noch nicht eindeutig erwiesen ist, lässt sich eines schon mit Gewissheit sagen: Das Killer-Pärchen hatte nicht die geringsten Probleme, sich bis an die Zähne zu bewaffnen. Selbst wenn die beiden auf einer Flugverbots-Liste von Personen unter Terrorverdacht geführt worden wären, hätten sie niemand daran hindern können. Die mächtige Waffenlobby NRA und deren Helfershelfer im Kongress boten auch nach San Bernardino wieder nicht mehr als Gebete an. Die republikanische Mehrheit im Senat blockierte ein Gesetz, das den Abgleich mit der "No-Fly"-Liste beim Waffenkauf vorgeschrieben hätte. Doch warum sollte es diesmal anders sein als nach den anderen 355 Schießereien mit mehr als vier Toten in diesem Jahr. Alltag in einer waffenbesessenen Nation, in der jährlich 30 000 Menschen durch Schusswaffen ums Leben kommen. Weder das Massaker an den Grundschülern in Newton noch das Abschlachten von Kirchenbesuchern in Charleston haben die Verteidiger des Waffenkults zu bescheidenen Gesetzesänderungen erweichen können. Für viele Amerikaner verkörpern Schusswaffen das aus Metall geschlagene Abwehrrecht der Bürger gegen den Anspruch des Staates. Die Ak-47 als Freiheitssymbol macht genauso viel Sinn wie der hochmotorisierte Porsche auf der vollgestopften Autobahn. Zu glauben, die 300 Millionen Waffen in den USA ließen sich aus dem Verkehr ziehen, entspringt reinem Wunschdenken. Möglich sein sollte es dagegen, den Zugang zu regeln. Nur so lässt sich verhindern, dass sich mental Kranke, Rassisten und nun auch Terroristen nur allzu leicht bewaffnen können. Alles andere wäre - wie die New York Times auf ihrer Titelseite so treffend kommentiert - "eine nationale Schande".

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