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Neue OZ: Kommentar zu Spanien
Streik

Osnabrück (ots) - Vor Neid erblassen

Angesichts des spanischen Fluglotsenstreiks dürften deutsche Gewerkschafter vor Neid erblassen. Weil die Arbeitgeber ihren Forderungen nach weniger Arbeit und mehr Lohn nicht nachgeben wollten, meldeten sich 90 Prozent der Fluglotsen ohne Ankündigung krank - und blockierten damit den spanischen Flugverkehr. Offensichtlich ohne Rücksicht auf Verluste.

Erst kürzlich hatten Hunderttausende Franzosen mit brennenden Straßenbarrikaden gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters protestiert. Und auch griechische Tankwagenfahrer legten im Sommer weite Teile des nationalen Tankstellennetzes trocken, weil die Regierung ihre Privilegien antasten wollte.

Nach der jüngsten Streikwelle in Spanien bleibt die Erkenntnis, dass die Protestkulturen im zusammenwachsenden Europa sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Die Konsequenz und Rücksichtslosigkeit ihrer europäischen Nachbarn beim Durchsetzen eigener Interessen ist deutschen Gewerkschaftern fremd. Mancher mag es bedauern. Aber es ist gut so.

Schließlich ist es Teil deutscher Arbeitskultur, dass Veränderungen mit dem Wort und nicht mit der Faust erstritten werden. In Deutschland hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass eigene Interessen nicht auf Kosten anderer durchgesetzt werden dürfen. Das müssen unsere Nachbarn noch lernen.

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