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Neue OZ: Kommentar zu Außenminister Westerwelle

    Osnabrück (ots) - Das glatte Parkett

    Nach seinem Fremdsprachen-Fauxpas und dem eher bescheidenen Chorknaben-Auftritt auf dem EU-Gipfel in Brüssel ("My first day here") wollte und musste Guido Westerwelle bei seinem ersten Solo-Trip als Außenminister endlich punkten.

    Dass er Polen und nicht Frankreich für die Ouvertüre der Antrittsbesuche wählte, ist allein wegen der Symbolhaftigkeit ein positives Signal. Schließlich gab auch Bundespräsident Horst Köhler gleich zweimal dem östlichen Nachbarn den Vorzug.

    Westerwelle hätte also nicht viel mehr sagen müssen als "Ist mein erster Tag hier". Das tat er jedoch nicht. Stattdessen versprach er den Gastgebern, sich stärker für die EU-Ostpolitik zu engagieren. Ein unnötiger Hinweis, der im Kreml gewiss nicht überhört wurde. Zumal dort bekannt ist, dass die FDP Russland nicht zu den strategischen Partnern zählt.

    Noch weiter aufs glatte Parkett wagte sich Westerwelle allerdings mit dem indirekten Zugeständnis, die in Polen umstrittene Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach im Stiftungsrat des geplanten Zentrums für Vertreibungen zu verhindern. An solchen Sätzen dürfte der Vizekanzler demnächst nicht nur in Warschau gemessen werden. In der schwarz-gelben Koalition ist Streit programmiert.

    Mit großen Erwartungen nahmen die Polen den "Neuen" an die Hand - allen voran Deutschland-Skeptiker Lech Kaczynski.

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