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Neue OZ: Kommentar zu Renten

    Osnabrück (ots) - Alles wird gut! Oder auch nicht

    Auf den Schönredner Olaf Scholz folgt der Alles-wird-gut-Minister Franz Josef Jung: Statt den Rentnern reinen Wein einzuschenken, tut Jung so, als gäbe es keine Wirtschaftskrise - und als könnten die daraus resultierenden Finanzprobleme sich in Luft auflösen. Das werden sie aber nicht.

      Natürlich kann noch nicht exakt gesagt werden, wie sich die
Einkommen bis zum Jahresende entwickeln. Absehbar ist aber, dass die
wieder höhere Arbeitslosigkeit und massenhafte Kurzarbeit die für die
Rentenberechnung ausschlaggebende Lohn- und Gehaltssumme stark
verringern. Hunderttausende haben schließlich weniger Geld im
Portemonnaie.

    Die Ruheständler profitieren indessen von der Rentengarantie, nach der ihre Bezüge nicht nominell gekürzt werden können. Wichtig ist freilich auch, was nicht an die große Glocke gehängt wird, sondern im Kleingedruckten steht: Dass nämlich unterlassene Kürzungen mit später möglichen Erhöhungen der Altersbezüge verrechnet werden. Den Rentnern wird also nichts geschenkt.

    Hinzu kommt: Um trotz Alterung der Bevölkerung die Beiträge stabil zu halten, muss die Regierung von 2010 an wieder alle Rentendämpfungsfaktoren gelten lassen, die zuletzt teilweise ausgesetzt worden waren. Damit die Renten spürbar steigen können, muss es also künftig schon sehr starke Lohn- und Einkommenssteigerungen geben. Schön wär's ja, aber wahrscheinlich ist dies nicht.

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