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"Bedenkzeit nimmt Eltern den Druck"
Das Kolpingwerk Deutschland begrüßt die gestern vom Deutschen Bundestag beschlossene gesetzliche Neuregelung zu Spätabtreibungen.

Berlin / Köln (ots) - "Die Neuregelung entspricht den seit langem auch vom Kolpingwerk Deutschland erhobenen Forderungen nach einer Verbesserung des Schutzes gerade auch für behindertes Leben." Das betonten der Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland Thomas Dörflinger und Kolping-Bundespräses Ottmar Dillenburg in einer gemeinsamen Erklärung. Insbesondere die Einführung der Bedenkfrist ermögliche eine eingehende, durch eine unabhängige psychosoziale Beratung unterstützte Auseinandersetzung mit der Situation. "So wird die Entscheidung in einem Schwangerschaftskonflikt, die ohnehin unter unerträglichem Druck erfolgt, nicht übereilt und ohne Möglichkeit zur eingehenden Prüfung getroffen." Die Bedenkfrist schütze nicht nur das Kind, sondern sei auch als Hilfe für die Eltern des Kindes zu verstehen. "Wir sind überzeugt, dass sich so mehr Eltern für ihr behindertes Kind entscheiden können", erklärten Dörflinger und Dillenburg.

Lobende Worte fand die Leitung des Kolpingwerkes Deutschland für die konsensorientierte Vorbereitung des Bundestagsbeschlusses, bei der mehrere fraktionsübergreifende Anträge zusammengeführt werden konnten, ohne das Anliegen des besseren Schutzes des ungeborenen Lebens zu verwässern. Dörflinger und Dillenburg richteten ihren Dank "namentlich an den Unionsabgeordneten Singhammer und die kirchenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Griese, die für diesen parlamentarischen Erfolg stehen".

Ebenso wichtig wie die gesetzliche Regelung sei allerdings, dass die Gesellschaft den Eltern Mut mache, diese enorme Verantwortung anzunehmen. "Das Akzeptieren von Unvollkommenheit und Unverfügbarkeit des Lebens müssen wir in einer Gesellschaft, in der all zu häufig die perfekte Programmierbarkeit des Lebens unterstellt wird, neu erlernen", stellten Dörflinger und Dillenburg fest.

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