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Lausitzer Rundschau: Zur Finanzkrise: Lohn der Angst

    Cottbus (ots) - Jetzt also hat die Bankenwelt die Milliarden vom Steuerzahler, mit denen sie sich wieder aus dem Sumpf ziehen könnte, in dem sie sich renditenhungrig verlor. Erreicht werden soll damit, dass die Banker das bei ihnen angelegte Geld fließen lassen und aufhören, in Panik vor jedem Risiko davonzulaufen. Das europäische Maßnahmenpaket, das auch den Bürgschaftsrahmen der Bundesrepublik gewaltig aufbläht und erhebliche Haushaltsrisiken birgt, wird wahrscheinlich greifen - aber sicher sein kann sich darin auch keiner. Als politische Lösung ist es schlicht ein Armutszeugnis. Denn die Behauptung, dass nur so ein völliger wirtschaftlicher Kollaps verhindert werden konnte, wird durch ständige Wiederholung auch nicht besser. Ein wesentlich drastischerer staatlicher Eingriff in das Bankensystem als alternative Lösung wurde offensichtlich gar nicht erst erwogen. So gesellt sich zur Angst der Banker vor dem eigenen Geschäft das der Politik vor einem radikalen Kurswechsel. Frau Merkel und Herr Ackermann sind sich darin einig, dass es jetzt erstmal weitergehen soll wie bisher. Das Modell für das Rettungspaket kommt aus London, wo die Finanzwirtschaft der dominierende Wirtschaftszweig ist. Ob dem die Bundesrepublik mit seinem ganz anders gestrickten Kreditgewerbe wirklich folgen musste, kann aus gutem Grund bezweifelt werden. An diesem Wochenende wurden vor allem viele Chancen für einen wirklichen Neuanfang vergeben.

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