Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Innovationen an den fünf ReformFakultäten jetzt nutzen

    Essen (ots) -
    
    - Positive Evaluierung der fünf ReformFakultäten des
        Stifterverbandes
    
    - Jury rät nun zu rascher Übertragung der Modellprojekte auf
        andere Fakultäten - Stifterverband hilft durch
        Informationstagungen    
    
    "Leider gibt es noch immer zu wenige Fakultäten, die sich
wirkliche Reformen und Innovationen in Studium und Lehre auf ihre
Fahnen geschrieben haben. Dabei gibt es genügend innovative Ideen und
konkrete Projekte; man braucht sich nur die von uns ausgezeichneten
fünf ReformFakultäten anzusehen und von ihnen zu lernen." Diesen
Schluss zog der Generalsekretär des Stifterverbandes, Prof. Dr.
Manfred Erhardt, aus der Evaluation innerhalb des Aktionsprogramms
"ReformFakultäten". Vor drei Jahren hatte der Stifterverband fünf
Fakultäten für ihre wegweisenden Reformansätze prämiert und mit
jeweils DM 500.000,- bei der Umsetzung unterstützt.
    
    Die Jury, die vor drei Jahren die Auswahl traf, evaluierte zum
Abschluss des Förderprogramms die Fortschritte der fünf
ausgezeichneten ReformFakultäten, insbesondere hinsichtlich ihrer
Vorbildfunktion und Übertragbarkeit. Die Bilanz fiel positiv aus:
"Wir haben vor drei Jahren die richtigen ReformFakultäten
ausgewählt", sagte Erhardt. "Alle geförderten Projekte sind zu
Erfolgsgeschichten geworden, sie haben echte Innovationen in die
Hochschulen gebracht. Jetzt müssen andere Fachbereiche folgen."
    
    Reformkriterien waren grundlegende Studienreformen und die
Verbesserung der Betreuungs- und Serviceleistungen, Maßnahmen zur
Internationalisierung von Studium und Lehre, zur Verbesserung des
Praxisbezug und zur inhaltlichen Neuausrichtung des Studiums mit dem
Ziel der Studienzeitverkürzung.
    
    An der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften an der
Universität Karlsruhe fördert der Stifterverband die Modularisierung
des Studiums und den Einbezug von Praxis- und Multimediaelementen.
"Dieses Ziel ist erreicht", erklärte Dekan Professor Dr. Bernd Thum
gegenüber der Jury. Statistiken zeigen, dass in den neuen
Studiengangsstruktur die Studierenden motivierter und erfolgreicher
studieren.  "Unser Profil ist zwar auf die Leistungsmöglichkeiten von
Sozial- und Geisteswissenschaften an einer Technischen Universität
ausgerichtet", so Thum, "aber es hat sich gezeigt, dass dieses Profil
auch für andere Fakultäten interessant ist. Leider zeigen aber unsere
Erfahrungen, dass unsere Reform in Tiefe und Geschwindigkeit den
Entwicklungsstand der meisten anderen Fakultäten deutlich
überschreitet."
    
    Auf einem Kongress zur "Modernisierung der Geistes- und
Sozialwissenschaften", der mit Unterstützung des Stifterverbands
Anfang 2002 in Karlsruhe veranstaltet wird, sollen die Erfolge des
Karlsruher Modells mit Vertretern anderer Universitäten diskutiert
werden.
    
    Die Medizinische Fakultät der TU Dresden stellt immer mehr
Studienmodule nach dem Harvard-Modell auf ein praxis- und
patientenorientiertes Lernen um. "Das kommt bei Dozenten und
Studierenden gut an", sagte Studiendekan Professor Dr. Peter Dieter
vor der Jury, "aber andere medizinische Fakultäten sind mit Anfragen
zu unserem Modell eher zurückhaltend und wir müssen noch viel
Überzeugungsarbeit leisten." Zu diesem Zweck wird der Stifterverband
zusammen mit der Dresdener ReformFakultät  nationale und
internationale Modelle der praxisorientierten Medizinerausbildung
vorstellten (Tagung "New Pathways in Medical Education" im April
2002).
    
    Die Juristische Fakultät der Universität Greifswald hat mit Hilfe
des Stifterverbands erstmals an einer deutschen Universität einen
Bachelor-Studiengang für Juristen eingerichtet. "Wir haben viel mehr
Einschreibungen als erwartet", beschreibt Studiendekan Professor Dr.
Claus-Dieter Classen den Erfolg, "die Bewerber kommen aus ganz
Deutschland nach Greifswald." Inzwischen haben die Greifswalder die
Akkreditierung ihres Studiengangs beantragt. Classen stellte der
    
    Jury auch die Pläne für Master-Studiengänge vor, in denen
Lehrbereiche aus der Rechts- und Betriebswirtschaft miteinander
verzahnt werden sollen. "Bei den Master-Studiengängen sollten die
spezifischen Kernkompetenzen der Greifswalder Fakultät zum Zuge
kommen", riet Jurymitglied Professor Dr. Peter Meyer-Dohm.
    
    Die Forstwissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg hat
die Lehrinhalte der Grundvorlesungen disziplinenübergreifend völlig
neu gestaltet. Dabei wurden weine Reihe von Studienmodulen aus den
Präsenzveranstaltungen herausgenommen und durch eLearning-Angebote
ersetzt.
    
    Die Mathematische Fakultät der TU München ergänzte ihr
Studienangebot durch vollkommen neue Ausbildungsinhalte, die sich an
den Tätigkeitsbereichen der Mathematiker auf dem Arbeitsmarkt
orientieren. Die Studierenden werden zu Finanz-, Wirtschafts- oder
Biomathematikern ausgebildet. Mit Informationsveranstaltungen,
Schnupper- und Ferienkursen und einem Informations- und Servicebüro
lockt die Fakultät den begabtesten Schülernachwuchs erfolgreich an
die TU München.
    
    Jetzt plant der Stifterverband ein neues Aktionsprogramm
"ReformStudiengänge". Ab 2002 würden dort Studiengänge gefördert, die
mit der Bachelor/Master-Einführung grundlegend neugestaltet wurden.
"Vieles ist hier noch alter Wein in neuen Schläuchen," sagte Erhardt,
"deswegen wollen wir jetzt diejenigen ausfindig machen und
unterstützen, die etwas wirklich Neues wagen."
    
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