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DIE ZEIT

Klinsmann kann sich Rückkehr nach Deutschland vorstellen

Hamburg (ots)

Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann kann sich
vorstellen, wieder in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Dies
betreffe sowohl ein Engagement im Verein als auch den Posten des
Nationaltrainers, den er nach der WM aufgegeben hatte. Im Augenblick
käme ein Umzug nach Deutschland sowohl privat als auch beruflich
jedoch nicht in Frage. Er wisse aber, "dass man Dinge, auch das, nie
ausschließen sollte", sagt Klinsmann der ZEIT.
In dem Gespräch erläutert Klinsmann seine große Verbundenheit mit
Deutschland: "Mir persönlich ist dieses Land immer nahe gewesen, auch
in den sechs Jahren, bevor ich Nationaltrainer wurde und in den USA
lebte. Ich bin gut informiert, über das Internet, habe Spiegel, Stern
und den Kicker abonniert. Ich empfange deutsches Fernsehen. Mir ist
wichtig, was die Menschen in Deutschland bewegt." Die Tatsache, dass
dies viele Menschen so nicht wahr nähmen, läge vermutlich daran,
"dass viele Nähe mit physischer Präsenz gleichsetzen und mit
Ritualen. Beides war mir nie wichtig. Auch als Spieler musste ich
nicht mein Bier trinken oder meine Bockwurst essen, um mich als
Deutscher zu fühlen. Auch damals habe ich schon lieber italienisch
gegessen, aber Deutschland ist meine Heimat, das Land meiner Eltern,
das Land, das ich liebe".
Klinsmann äußert sich erstmals seit seinem Rückzug in die USA auch
zum Zeitpunkt und den Motiven seines Rücktrittsentschlusses. Der
Entschluss sei erst nach dem Spiel um Platz drei gefallen, der
einzige Grund sei gewesen, "dass wir, als Familie, dieses Leben der
vergangenen zwei Jahre nicht weiterleben wollten. Man kann so einen
Job nicht mit einer Ehe und zwei kleinen Kindern verbinden. Oft habe
ich in den letzten zwei Jahren, wenn ich zu Hause war, gedacht:
Mensch, jetzt bist du bei der Familie, aber eigentlich im Kopf ganz
woanders. Meine Tochter ist fünf, mein Sohn neun Jahre alt. Ich würde
mir nicht verzeihen, wenn ich sie in dieser Phase vernachlässigen
würde". "Natürlich" hätte er sofort weiter gemacht, wenn dieser
Umstand nicht gegeben gewesen wäre.
Klinsmann fühlt sich in Deutschland trotz mancher Kritik
respektiert: "Die, auf die es ankommt, nehmen Sie als Beispiel Franz
Beckenbauer oder auch Uli Hoeneß, sind auch unabhängige Menschen, die
müssen sich nicht entschuldigen, um mir Respekt zu bekunden. Dass
ich, vom Ergebnis her gesehen, in vielen Fragen Recht behalten habe,
spielt auch keine Rolle. Es hätte auch anders kommen können, dann
wäre ich gefeuert worden. Dieses Bewusstsein meinerseits reicht aus,
um ihnen zu signalisieren, dass es durchaus eine gemeinsame Basis,
sogar eine gemeinsame Zukunft geben kann, irgendwo, irgendwann.
Vielleicht."
Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 51 vom 14. Dezember 2006
senden wir Ihnen gerne zu.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Elke Bunse, DIE ZEIT Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit (Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558,
E-Mail: bunse@zeit.de)

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