DIE ZEIT

Pisa-Forscher Baumert: Gesamtschulstreit nicht neu auflegen

    Hamburg (ots) - Der Leiter der ersten Pisa-Studie in Deutschland,
Jürgen Baumert, warnt in der ZEIT vor einer Neuauflage des Streits um
die Gesamtschulen. "Wir sind darüber in den siebziger und achtziger
Jahren in einen Kulturkampf geraten", mahnt der Direktor am Berliner
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Das habe Deutschland in
der Schulentwicklung um Jahre zurückgeworfen. Gesamtschulen seien
keineswegs automatisch bessere und gerechtere Schulen. Zudem, so
Baumert, werde man kaum Gymnasiallehrer für den Unterricht an
Gesamtschulen gewinnen. Und die Eltern spielten nicht mit.
    
    Mit der Ungerechtigkeit im deutschen Schulwesen, die durch das
Trennen der Kinder nach der vierten Klasse verstärkt werde, dürfe man
sich nach seiner Auffassung aber nicht abfinden. Jürgen Baumert
plädiert für ein Abschwächen der Trennung nach der Grundschulzeit:
"Musterbeispiel ist für mich der Freistaat Thüringen." Dort werden an
vielen Schulen Haupt- und Realschüler gemeinsam unterrichtet. Ein
viel versprechender Weg werde nach Ansicht Baumerts auch in
Baden-Württemberg beschritten. In dem Land, das in der Pisa-Studie
hervorragend abgeschnitten hat, erlangt jeder Dritte Abiturient als
ehemaliger Realschüler den Abschluss an einem berufsbildenden
Gymnasium.
    
      
    Das komplette ZEIT-Interview der Meldung (ZEIT Nr. 41 mit
    Erstverkaufstag am Donnerstag, 30. September 2004) stellen wir
    Ihnen gerne zur Verfügung.


ots Originaltext: DIE ZEIT
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de

Für Rückfragen melden Sie sich bitte bei Elke
Bunse, DIE ZEIT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
(Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, E-Mail: bunse@zeit.de)

Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: DIE ZEIT

Das könnte Sie auch interessieren: