Bundesärztekammer

Ärzteschaft verurteilt Euthanasiegesetz in Belgien

    Rostock (ots) - Das Euthanasiegesetz in Belgien hat nach Ansicht
des 105. Deutschen Ärztetages nicht nur dem eigenen Land schweren
Schaden zugefügt. "Wenn Patienten nicht mehr davon ausgehen können,
dass das Bestreben ihrer Ärzte nur auf den Schutz ihres Leben
ausgerichtet ist, wird es schwer, Vertrauen zu fassen. Wenn Vertrauen
fehlt, werden Heilung, Linderung und Trost viel schwerer oder gar
nicht zu erreichen sein",  kritisierte der Ärztetag am Mittwoch in
Rostock und erklärte sich mit den belgischen Kollegen solidarisch,
die den Kampf gegen diese Gesetz noch nicht aufgegeben hätten.
    
    Das Gesetz sei ein falsches Zeichen für alle, die leiden. Es ziehe
den Tod durch den Arzt als Ausweg in Erwägung statt Wege zur Hilfe zu
zeigen. "Es lässt sich auch nicht der Eindruck vermeiden, als sollen
hier lästige, weil teure Patienten quasi zur Selbstentsorgung
getrieben werden", befürchtet der Ärztetag. Die Verbindung der
Euthanasie mit einem Gesetz zur Palliativmedizin könne nur als
Kosmetik bewertet werden. Es sei ein "durchschaubarer Versuch, die
zutiefst menschenverachtende Gesetzgebung zur Euthanasie als human zu
tarnen".
    
    Das belgische Parlament hatte am 16. Mai 2002 das Gesetz zur
Legalisierung der Euthanasie verabschiedet. Das Gesetz soll die
Tötung von leidenden erwachsenen Patienten auf eigenen Wunsch
erlauben, wenn deren Tod nicht unmittelbar bevorsteht. Es schließt
auch psychisch kranke Menschen ein.
    
    
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