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AOK-Bundesverband

Gesetzliche Krankenkassen: Steigenden Bedarf an Hausärzten durch Ärzteschaft, Kassen und Politik gemeinsam regeln

Bonn (ots)

Gemeinsame Presseerklärung
Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Krankenkassen
   AOK-Bundesverband, Bonn
   BKK Bundesverband, Essen
   Bundesverband der Innungskrankenkassen, Bergisch Gladbach
   See-Krankenkasse, Hamburg
   Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
   Bundesknappschaft, Bochum
   Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V., Siegburg
   AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e.V., Siegburg
Gesetzliche Krankenkassen:
Steigenden Bedarf an Hausärzten durch Ärzteschaft, Kassen und
   Politik gemeinsam regeln
Die flächendeckende medizinische Versorgung in Deutschland muss
gesichert bleiben. Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen
unterstützen eine zukunftsorientierte Bedarfsplanung, die
wirkungsvoll und nachhaltig die Sicherstellung der vertragsärztlichen
Versorgung gewährleisten soll. Eine solche Bedarfsplanung müsse
Anreize schaffen, sowohl Überversorgung als auch Unterversorgung zu
vermeiden und - soweit bereits vorhanden - abzubauen.
Vor allem gelte es, in den neuen Bundesländern bis 2010
altersbedingt frei werdende Hausärzte-Sitze neu zu besetzen oder die
hier bisher erbrachte Versorgung über neue Strukturen und Angebote
sicher zu stellen. Hierzu hätten die Kassen bereits erste konkrete
Schritte eingeleitet, so z. B. eine Differenzierung der
Wegepauschalen für Ärzte und eine Flexibilisierung des Notdienstes.
Weitere konkrete Schritte zur Sicherstellung der Versorgung seien
bereits auf regionaler Ebene mit den Kassenärztlichen Vereinigungen,
Landesregierungen und Kommunen vereinbart worden. Die
Kassenärztlichen Vereinigungen zeigten sich dabei weitaus flexibler
und für konstruktive Problemlösungen aufgeschlossener als die
Kassenärztliche Bundesvereinigung mit ihrer schlichten Forderung nach
mehr Geld. In den neuen Ländern haben die gemeinsamen
Landesausschüsse der Ärzte und Krankenkassen bereits
Sicherstellungszuschläge beschlossen. So soll beispielsweise mit
Anschubfinanzierungen oder "Durchhalteprämien" die hausärztliche
Versorgung in den betroffenen ländlichen Regionen sichergestellt
werden. Zusätzlich dazu werden in einigen Bereichen
kassenartenspezifische Sonderzahlungen in Form von prozentualen
Zuschlägen zu den allgemeinen Honorarzuwächsen geleistet.
Es gibt vor allem in ostdeutschen Regionen einen aktuellen und
steigenden zukünftigen Bedarf bei der Gruppe der Hausärzte, da ältere
Ärzte ausscheiden. Bei vielen Facharztgruppen gibt es allerdings eine
dauerhafte, teure Überversorgung. Dies habe eine detailgenaue Analyse
der ambulanten medizinischen Versorgung in den neuen Bundesländern
durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) gezeigt.
Mit insgesamt 484 Ärzten, die die bis zum Jahre 2010 altersbedingt
frei werdenden Hausarztpraxen wiederbesetzen, könne allerdings
flächendeckend die Unterversorgung in den neuen Bundesländern
vermieden werden.
Um hier rechtzeitig zu handeln, Planungskreise attraktiver zu
machen und Versorgungsproblemen im Jahr 2010 vorzubeugen, habe man
von Kassenseite bereits 2003 gemeinsame Aktivitäten von Kassen,
Ärzteschaft und Politik vorgeschlagen und dazu einen Maßnahmenkatalog
für die neuen Bundesländer entwickelt.
Denkbar sind beispielsweise die finanzielle und organisatorische
Förderung von Niederlassungen mit der Überlassung von Praxisräumen
und Gewährleistung von Umsatzgarantien für die ersten Jahre, eine
weitere Erleichterung der Möglichkeit von Anstellungen, der
Einrichtung von Zweigpraxen oder die Übernahme bisher durch
Einzelarztpraxen abgedeckter Versorgungsanteile durch stationäre bzw.
von vornherein auf eine integrierte Versorgung abzielende
Gesundheitszentren. Mögliche Maßnahmen, die je nach regionaler
Situation in Frage kämen, seien z. B. die Zulassung von
Niederlassungen nur in unterversorgten Gebieten, die Anstellung von
Ärzten durch KVen zum Zwecke der Nachbesetzung freiwerdender
Hausarztsitze und der Ausbau und die Errichtung von Ambulatorien und
Polikliniken.
Diese Pressemitteilung finden Sie auch im Internet unter
www.g-k-v.info.
Federführend für die Veröffentlichung:
AOK-Bundesverband
Kortrijker Straße 1
53177 Bonn
Telefon 0228 843-309
Telefax 0228 843-507
E-Mail:  presse@bv.aok.de

Original-Content von: AOK-Bundesverband, übermittelt durch news aktuell

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