Alle Meldungen
Folgen
Keine Meldung von PwC Deutschland mehr verpassen.

09.09.2003 – 08:53

PwC Deutschland

Insolvenz-Rekord: Chancen für Sanierung von Unternehmen in Deutschland häufig nicht genutzt

    Frankfurt am Main (ots)

Während die Zahl der Unternehmenspleiten in den USA rückläufig ist, sind in Deutschland neue Insolvenz-Rekorde zu verzeichnen / Deutsche Unternehmen beantragen Insolvenzverfahren vergleichsweise spät und schöpfen die Möglichkeiten des Insolvenzrechts nicht voll aus          Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte Deutschland mit 19.200 Insolvenzen im ersten Halbjahr 2003 einen neuen Rekord. In den USA zeichnet sich dagegen ein neuer Tiefstand ab: Laut der aktuellen Analyse The Phoenix Forecast 2003 der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisation PricewaterhouseCoopers (PwC) meldeten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres lediglich 76 US-Aktiengesellschaften Konkurs an, die niedrigste Zahl seit dem ersten Halbjahr 2000. Dies lässt sich auf die frühzeitige Absenkung des Zinsniveaus, den einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung und die Umsetzung neuer, strikter Corporate Governance-Regeln zurückführen. Die gegenläufige Entwicklung in Deutschland wiegt um so schwerer, als die Insolvenz immer noch häufig zur Zerschlagung eines Unternehmens führt. "Die Anzahl der Unternehmenszerschlagungen in Deutschland ließe sich jedoch deutlich senken, wenn Unternehmer die Eröffnung der Insolvenzverfahren früher beantragen und das im deutschen Insolvenzrecht vorgesehene Insolvenzplanverfahren anwenden würden", konstatiert Stephen Taylor, Partner bei PwC und Leiter des Bereiches Business Recovery Services in Deutschland und Kontinentaleuropa.          Die am 1. Januar 1999 in Deutschland in Kraft getretene Insolvenzordnung hat mit dem Insolvenzplan ein neues Sanierungsinstrument für Unternehmen zur Verfügung gestellt. Es soll die Sanierung noch nach Verfahrenseröffnung ermöglichen; zu einem Zeitpunkt, zu welchem nach herkömmlicher Betrachtung das Unternehmen zerschlagen, die Vermögenswerte liquidiert und der Erlös an die Gläubiger verteilt werden.          Das Insolvenzplanverfahren orientiert sich am US-amerikanischen Sanierungsverfahren gemäß Chapter 11 des US-Bankruptcy Codes, jedoch wird das Verfahren in Deutschland noch relativ selten angewandt. Das Potenzial der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird somit nicht vollständig ausgenutzt. So beantragen deutsche Unternehmen noch immer vergleichsweise spät die Eröffnung des Insolvenzverfahrens; zumeist sogar zu spät, was in vielen Fällen nur die Zerschlagung des krisengeschüttelten Unternehmens als Ausweg offen lässt.          Einen wesentlichen Grund für diese zögerliche Haltung sieht Stephen Taylor in der häufig verwehrten Eigenverwaltung: Der Antrag auf Insolvenz hat in den meisten Fällen das Einsetzen eines mit umfassenden Befugnissen ausgestatteten Verwalters zur Folge.          Vermeidung einer Insolvenz durch: Transparenz, Konsens und Vertrauen          "Die Beantragung der Insolvenz könnte in vielen Fällen gänzlich vermieden werden, wenn das Unternehmen die Krise frühzeitig erkennt und rechtzeitig Sanierungsmaßnahmen ergreift", so Roland Pruss, Partner im Bereich Business Recovery Services bei PwC. In der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation sollte es das Ziel von Unternehmen sein, die für eine fundierte Risikoabschätzung erforderlichen Informationen transparent zu machen. Hierauf basierend lassen sich Sanierungskonzepte zur Krisenbewältigung entwickeln, die von den Beteiligten gestützt werden und somit die größten Erfolgschancen besitzen. Auf dem Weg zurück zu normalen Betriebsabläufen kann dann das Vertrauen der Kapitalgeber durch die fortlaufende Erfolgskontrolle der durchgeführten Maßnahmen wiedergewonnen werden.          Positive Auswirkung der Konjunktur in ein bis zwei Jahren zu erwarten          "Die gegensätzliche Entwicklung der Zahl der Insolvenzen in Deutschland und den USA zeigt, dass die USA in der konjunkturellen Erholung weit vor Deutschland liegen. Es wird wahrscheinlich noch gut zwölf bis 24 Monate dauern, bis sich die erwartete Belebung der deutschen Wirtschaft positiv auf die Zahl der Insolvenzen auswirkt", prognostiziert Roland Pruss.          Die Analyse The Phoenix Forecast - Industries Under Financial Stress and the 2003 Bankruptcy Forecast von PwC können Sie unter www.pwcglobal.com/Extweb/pwcpublications.nsf/docid/CD188B865740EE3A85 256B97005D8CA0 kostenfrei im pdf-Format herunterladen.          Für die Redaktion:

    PwC ist in Deutschland mit 9.400 Mitarbeitern und einem
Umsatzvolumen von rund 1,1 Milliarden Euro eine der führenden
Prüfungs- und Beratungsorganisationen. An 37 Standorten in
Deutschland arbeiten unsere Mitarbeiter für nationale und
internationale Mandanten jeder Größe. Unsere Kerndienstleistungen
umfassen die Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen,
die Steuerberatung sowie die Corporate Finance-Beratung. Im Bereich
Corporate Finance ist finanzwirtschaftliche Beratungskompetenz,
bezogen auf Transaktionen und Restrukturierung, für Unternehmen und
den Öffentlichen Sektor gebündelt. Sie reicht von der Beratung bei
Unternehmensgründungen über Unternehmensbewertung, wertorientierte
Strategieberatung, Management immaterieller Werte, Mergers &
Acquisitions, Immobilien-Consulting, Unterstützung bei
Rechtsstreitigkeiten und forensische Untersuchungen bei
Wirtschaftskriminalität und deren Prävention bis hin zur
Sanierungsberatung. Die Breite und Tiefe der Dienstleistungen wird
durch das Know-how von über 800 Experten mit starker
Branchenexpertise gewährleistet.
    
    
ots Originaltext: PricewaterhouseCoopers
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Stephen Taylor
Partner, Business Recovery Services PricewaterhouseCoopers
Tel.: 069 / 9585 - 5743
Fax: 069 / 9585 - 5988
E-mail: stephen.taylor@de.pwc.com

Roland Pruss
Partner, Business Recovery Services PricewaterhouseCoopers
Tel.: 069 / 9585 - 5591
Fax: 069 / 9585 - 5988
E-mail: roland.pruss@de.pwc.com

Sandra Werning
PricewaterhouseCoopers Corporate Communications / Presse
Tel.: 069 / 9585 - 1564
Fax: 069 / 9585 - 3331
E-Mail: sandra.werning@de.pwc.com

Original-Content von: PwC Deutschland, übermittelt durch news aktuell