Universität Koblenz ehrte ihre Promovierten und zeichnete die besten aus
Universität Koblenz ehrte ihre Promovierten und zeichnete die besten aus
Die Universität Koblenz hat am 14. Juli 2026 die Promovierten aller vier Fachbereiche im Rahmen ihrer zentralen Promotionsfeier geehrt. Im Historischen Rathaussaal der Stadt wurden zudem vier herausragende Dissertationen mit den Promotionspreisen der Fachbereiche ausgezeichnet.
Geehrt wurden 32 Wissenschaftler*innen, die ihre Promotion im Zeitraum vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2026 erfolgreich abgeschlossen haben. Im festlichen Ambiente des Historischen Rathaussaals der Stadt Koblenz standen die wissenschaftlichen Leistungen der Promovierten im Mittelpunkt.
Die Promotionspreise gingen an Dr. Lena Maria Friedrich, Dr. Jasmin Brötz, Dr. Finnian Freeling und Dr. Katharina Großer. In einem Gespräch mit der Moderatorin der Veranstaltung und Geschäftsführerin des Interdisziplinären Forschungs-, Graduiertenförderungs- und Personalentwicklungszentrums (IFPGZ) der Universität Koblenz, Dr. Kathrin Ruhl, erhielten die rund 90 Gäste Einblicke in die ausgezeichneten Forschungsarbeiten und die wissenschaftlichen Wege der Preisträger*innen. Die prämierten Dissertationen aus allen vier Fachbereichen stehen exemplarisch für die Breite und Exzellenz der Forschung an der Universität Koblenz.
Der Präsident der Universität, Prof. Dr. Stefan Wehner, gratulierte allen Promovierten persönlich zu ihrem erfolgreichen Abschluss, und betonte: „Die Promotionsfeier gehört zu den besonderen Momenten im akademischen Jahr unserer Universität. Sie gibt unseren Promovierten eine angemessene Bühne und würdigt wissenschaftliche Leistungen, die weit über unsere Universität hinauswirken: in die wissenschaftliche Gemeinschaft, in Wirtschaft und Gesellschaft und in die Entwicklung unserer Region.“
Die Vizepräsidentin für Forschung und Transfer, Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl, ergänzte: „Jede Promotion steht für Jahre intensiver wissenschaftlicher Arbeit, für Ausdauer, Neugier und den Mut, neue Fragen zu stellen. Mit der Promotionsfeier würdigen wir nicht nur exzellente Forschung, sondern auch die Menschen, die mit ihrem Engagement und ihrer Kreativität die Wissenschaft voranbringen.“
Auch die Bürgermeisterin der Stadt Koblenz Dr. Dagmar Kranz richtete ein Grußwort an die Promovierten und würdigte ihre Leistung: „Hinter jeder Promotion liegen viele Jahre harter Arbeit, Ausdauer und persönlicher Einsatz. Zu diesem Erfolg gratuliere ich allen Promovierten sehr herzlich. Die Universität Koblenz ist ein wichtiger Teil unserer Stadt. Ich freue mich, dass so viele engagierte Menschen hier forschen, lernen und ihren Weg gehen.“
Die vierte zentrale Promotionsfeier bot zugleich Raum für Begegnungen über Fachgrenzen hinweg. Im Festvortrag gab Prof. Dr. Patrick Delfmann, Prodekan für Forschung des Fachbereichs Informatik, Einblicke in die Geschichte sowie die Traditionen und Rituale der Promotion und ordnete deren Bedeutung für die heutige Wissenschaft ein. Musikalische Beiträge der Universitätsmusik rundeten das Programm ab und verliehen der Veranstaltung einen festlichen Rahmen.
Ermöglicht wurden die Promotionsfeier und die Vergabe der Promotionspreise durch die Stiftung Universität in Koblenz und den Freundeskreis der Universität in Koblenz e.V. Deren Vorsitzende Werner Höffling und Tim Schwarzburg überreichten die Auszeichnungen persönlich an die Preisträger*innen.
Promotionen an der Universität Koblenz 2026: Eine Übersicht aller Promovierten und ihrer Arbeiten aus dem Zeitraum 1. April 2025 bis 31. März 2026 finden sich https://www.uni-koblenz.de/de/ifgpz/das-ifgpz/abgeschlossene-promotionen.
Vier Preisträger*innen des Promotionspreises 2026 der Universität Koblenz
Promotionspreis für Dr. Lena Maria Friedrich und ihre Dissertation zum Thema „Soziale Strukturen und Semantik. Zu den Bedeutungen und Bedeutungsentwicklungen von Klasse und Schicht in der soziologischen Wörterbücherei“:
In ihrer Dissertation im Fachbereich Bildungswissenschaften befasste sich Dr. Lena M. Friedrich mit dem Wandel der Semantik sozialer Strukturen in disziplinspezifischen Wörterbüchern und Lexika seit deren ‚Geburtsstunde‘ im Jahr 1931. Im Mittelpunkt standen dabei die zentralen soziologischen Ordnungsbegriffe „soziale Klasse“ und „soziale Schicht“. Dabei stellte Friedrich nicht lediglich erkenntnistheoretische Grundsatzüberlegungen an, sondern entwickelt eine Methode, um die (fach-)kulturellen und (disziplin-)politischen Bedingungen der Verwendung soziologischer Fachbegriffe systematisch zu reflektieren. Es wurde deutlich, dass sozialstrukturelle Semantiken sozial(-wissenschaftlich) konstruiert, umkämpft und beständig im Werden begriffen sind. Die soziologische ‚Wörterbücherei‘ erschien darüber hinaus als ein Ort der Herausbildung fachsprachlicher Codes sowie eines sprachlichen Habitus und damit einer machtvollen symbolischen Ordnung.
Betreut wurde die Dissertation von Prof. Dr. Oliver Dimbath, Professor für Allgemeine Soziologie an der Universität Koblenz. Zweitgutachter war Prof. Dr. Clemens Albrecht, Professor für Kultursoziologie an der Universität Bonn.
Promotionspreis für Dr. Jasmin Brötz und ihre Dissertation zum Thema „Rationalisierung. Wissen, Wissenschaft und Verwissenschaftlichung um 1900“:
Die Vorstellung einer allumfassenden Rationalisierung half um 1900, die ambivalente Erfahrung von Moderne zu verarbeiten und zu gestalten. In ihrer Dissertation im Fachbereich Philologie / Kulturwissenschaften zeigte Dr. Jasmin Brötz anhand einer historisch-semantischen Analyse, warum Wissen und Wissenschaft sowie Prozessvorstellungen bis heute einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Selbstverständnis einnehmen. In ihrer Arbeit untersuchte sie die verschiedenen Herkunftskontexte des Rationalisierungsdiskurses und nimmt dabei Fragen der Arbeitsorganisation, Bürokratisierung und Bevölkerungspolitik ebenso in den Blick wie Populärwissenschaften, vermeintliche Gegenbewegungen und Debatten um den Ersten Weltkrieg.
Betreut wurde diese Dissertation von Prof. Dr. Christian Geulen, Professor für Neuere/Neueste Geschichte und deren Didaktik an der Universität Koblenz. Zweitgutachter der Arbeit war Prof. Dr. Ernst Müller, Professor am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin und Senior Fellow am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung.
Promotionspreis für Dr. Finnian Freeling und seine Dissertation zum Thema, „Transformation Products of Micropollutants in the Aquatic Environment: Highly Prevalent but Commonly Overlooked“:
In seiner Dissertation im Fachbereich Mathematik/Naturwissenschaften zeigte Dr. Finnian Freeling, dass Chemikalien in der Umwelt nicht verschwinden, sondern häufig zu Transformationsprodukten abgebaut werden, die sich deutlich anders verhalten können als die Ausgangsstoffe. Diese sind oft mobiler, persistenter oder toxischer, werden jedoch bislang kaum berücksichtigt. Freelings Arbeit belegt stark zunehmende Einträge von Trifluoressigsäure aus dem atmosphärischen Abbau fluorierter Kältemittel. Zudem identifiziert sie Sulfamat als einen Stoff mit außergewöhnlich hohen Konzentrationen im Wasserkreislauf und hebt die Bedeutung bislang vernachlässigter Arzneimittelmetaboliten hervor. Die Dissertation liefert starke Argumente für eine bessere Integration von Transformationsprodukten in das Chemikalienrecht und -management und setzt wichtige Impulse für aktuelle umweltpolitische Diskussionen, etwa zu PFAS, der Kommunalabwasserrichtlinie und der F-Gas-Verordnung.
Betreut wurde die Dissertation von Prof. Dr. Thomas Ternes, Leiter der Abteilung „Qualitative Gewässerkunde“ der Bundesanstalt für Gewässerkunde und außerplanmäßiger Professor an der Abteilung Chemie, Universität Koblenz, Prof. Dr. Wolfgang Imhof, Professor für Organische Chemie an der Universität Koblenz, und Prof. Dr. Holger Lutze, Professor für Umweltanalytik und Schadstoffe an der Technischen Universität Darmstadt
Promotionspreis für Dr. Katharina Großer und ihre Dissertation zum Thema, „T-Reqs: A Conceptual Model & Framework for Template-Based Requirements Quality Improvement in Space Engineering“
In ihrer Dissertation im Fachbereich Informatik befasste sich Dr. Katharina Großer mit komplexen Anforderungsdokumenten. In diesen wird für die Entwicklung eines (Software-)Systems beschrieben, wie es sein und was es leisten soll. Im betrachteten Anwendungsbereich der Luft- und Raumfahrt können dabei komplexe Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Dokumenten verschiedener Entwicklungsphasen und beteiligter Organisationen entstehen. Um die Verständlichkeit zu steigern, werden in umfangreichen Experimenten verschiedene Satzschablonen zur Verbesserung der Textqualität verglichen sowie Ansätze zur Erkennung und Auflösung von Abkürzungen untersucht. Ein weiterer Fokus liegt auf der Formalisierung von Beziehungen zwischen Anforderungen aus mehreren zusammenhängenden Dokumenten sowie deren möglicher Wiederverwendung in verschiedenen Projekten, zum Beispiel durch Standards.
Betreut wurde die Dissertation von Prof. Dr. Jan Jürjens, Professor für Softwaretechnik an der Universität Koblenz. Weitere Gutachter waren Prof. Dr. Kurt Schneider, Professor im Fachbereich Informatik an der Leibniz Universität Hannover, und Prof. Dr. Michael Felderer, Direktor des Instituts für Softwaretechnologie im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Professor für Informatik an der Universität zu Köln.
Fachliche Ansprechpartnerin
Dr. Kathrin Ruhl
Universität Koblenz
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz
Tel.: 0261 287 2950
E-Mail: promotionsfeier@uni-koblenz.de
Universität Koblenz Referat Kommunikation Universitätsstraße 1 56070 Koblenz
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