Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Gib ACHT fürs Herz - und behalte das Zusammenspiel im Blick
VOD zum Weltherztag 2026: Funktionelle Zusammenhänge rund um Herz, Brustkorb und Atmung
Wiesbaden (ots)
"Gib ACHT für ein starkes Herz" lautet das diesjährige Motto der Deutschen Herzstiftung zum Weltherztag am 29. September. Im Mittelpunkt stehen acht Faktoren, die die Herzgesundheit beeinflussen: Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, Gewicht, Rauchfreiheit, Ernährung, Schlaf und Bewegung. International steht der Aktionstag unter dem Motto "Don't Miss a Beat" und soll für Herzgesundheit und mögliche Warnzeichen sensibilisieren.
Der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. nimmt den Weltherztag zum Anlass, auf einen weiteren Aspekt aufmerksam zu machen: Nicht jede Beschwerde im Brustbereich hat ihre Ursache im Herzen. Brustschmerzen, Atemnot oder Herzstolpern können unterschiedliche Ursachen haben und müssen zunächst medizinisch abgeklärt werden.
"Beschwerden sollten immer sorgfältig eingeordnet werden. Erst wenn eine Herzerkrankung ausgeschlossen oder behandelt ist, können auch funktionelle Zusammenhänge des Bewegungsapparates betrachtet werden", betont VOD-Vorsitzende Prof. Marina Fuhrmann.
Herz, Atmung und Bewegungsapparat im Zusammenspiel
Herz, Lunge, Rippen, Brustwirbelsäule, Muskeln, Faszien und Zwerchfell stehen in engem anatomischem und funktionellem Zusammenhang. Bewegungseinschränkungen oder erhöhte Spannungen im Bereich der Rippen, der Brustwirbelsäule oder der umgebenden Muskulatur können Beschwerden im Brustkorb verursachen. Auch nach längerem Husten oder Atemwegsinfekten können sich Spannungen im Brustkorb entwickeln.
Eine besondere Rolle spielt das Zwerchfell. Als zentraler Atemmuskel bewegt es sich bei jedem Atemzug und steht zugleich mit zahlreichen Strukturen im Brust- und Bauchraum in Verbindung. Stress, langes Sitzen oder ein ungünstiges Atemmuster können mit erhöhter Spannung und eingeschränkter Beweglichkeit einhergehen.
Bei entsprechenden Beschwerden untersuchen Osteopathinnen und Osteopathen unter anderem die Beweglichkeit von Rippen und Wirbelsäule, das Zwerchfell sowie angrenzende muskuläre und fasziale Strukturen. Mit ihren Händen können sie dabei komplexe Bewegungsabläufe und funktionelle Störungen gezielt untersuchen und behandeln. Unter Einbeziehung orthopädischer und neurologischer Zusammenhänge sowie von Aspekten aus der Inneren Medizin entsteht eine individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Behandlungsstrategie.
Osteopathie als ergänzende Perspektive
Osteopathie ersetzt dabei keine kardiologische oder hausärztliche Diagnostik. Sie kann nach entsprechender medizinischer Abklärung eine ergänzende Perspektive auf funktionelle Beschwerden des Bewegungsapparates bieten. Entscheidend ist dabei der interdisziplinäre Austausch.
Wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Medizin und Osteopathie sein kann, hatte auch Prof. Dr. med. Stefan Sack, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin der München Klinik Neuperlach, bei einer VOD-Veranstaltung in München hervorgehoben. Insbesondere nach Operationen am Herzen habe man im Bereich der Rehabilitation gute Erfahrungen mit Osteopathie gemacht.
Herzgesundheit beginnt im Alltag
Zum Weltherztag gehört der Blick auf das eigene Verhalten: Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Rauchfreiheit und ein bewusster Umgang mit Stress können laut Deutscher Herzstiftung zur Herzgesundheit beitragen.
Der VOD appelliert zugleich, Beschwerden und mögliche Warnzeichen ernst zu nehmen: Bei akuten, starken oder ungewohnten Brustschmerzen, Atemnot oder anderen möglichen Anzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich.
Gib ACHT für ein starkes Herz: Warnzeichen ernst nehmen, Beschwerden abklären lassen und den Körper in seiner Gesamtheit im Blick behalten.
Gut zu wissen:
Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche Form der Medizin, in der Diagnostik und Behandlung mit den Händen erfolgen. Osteopathie geht dabei den Ursachen von Beschwerden auf den Grund und behandelt den Menschen in seiner Gesamtheit. Osteopathie ist bei vielen Krankheiten sinnvoll und behandelt vorbeugend.
Hintergrund:
Als deutscher Bundesverband für Osteopathinnen und Osteopathen mit mehr als 7.000 Mitgliedern setzt sich der VOD e.V. für Patientensicherheit und Verbraucherschutz ein. Der VOD fordert hierfür eine berufsgesetzliche Regelung und die Schaffung des eigenständigen Berufs des Osteopathen auf qualitativ höchstem Niveau. Er klärt über die Osteopathie auf, informiert sachlich und neutral, fördert Forschungsprojekte und betreibt Qualitätssicherung im Interesse der Patienten. Darüber hinaus vermittelt der VOD hoch qualifizierte Osteopathen. Über 2,8 Millionen Besucher informieren sich jedes Jahr auf osteopathie.de. Fast 100 gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Osteopathie.
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