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30.06.2020 – 15:04

Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)

Grüner Appell zur nachhaltigen Transformation
Deutsche Holzwerkstoffindustrie legt Zehn-Punkte-Plan vor

Ein Dokument

Bitte beachten Sie die folgende Pressemitteilung des Verbands der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V.:

Grüner Appell zur nachhaltigen Transformation

Deutsche Holzwerkstoffindustrie legt Zehn-Punkte-Plan vor

Berlin, 30. Juni 2020: Anlässlich seines 100jährigen Jubiläums veröffentlicht der Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie e. V. (VHI) einen Zehn-Punkte-Plan zum Umbau der deutschen Wirtschaft. „Deutschland übernimmt am ersten Juli die EU-Ratspräsidentschaft und damit die Rolle als Vermittler, Makler und Ideengeber“, erklärt VHI-Geschäftsführerin Anemon Strohmeyer. „Wir sehen das als Chance für die nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft.“

Der „Grüne Appell“ des VHI im Wortlaut: „Wir blicken zurück auf ein bewegtes Jahrhundert deutscher Industriegeschichte. Die Ausbreitung des Coronavirus in unserem Jubiläumsjahr stellt uns wie die gesamte deutsche Wirtschaft indes vor eine historische Aufgabe. Wir haben das Krisenmanagement der Bundesregierung von Beginn an unterstützt. Wir stehen an der Seite der Politik, wenn es darum geht, Infektionsketten zu unterbrechen, Lieferketten zu sichern und die wirtschaftlichen Lebensgrundlagen der Gesellschaft zu schützen.

Gemeinsam drängen wir das Coronavirus zurück. Gemeinsam meistern wir die Krise.

Die Bundesregierung hat ein gewaltiges Konjunkturpaket vorgelegt: Stärkung der Binnennachfrage, Förderung von Investitionen, Senkung der EEG-Umlage. Es ist ein Zukunftspaket für die deutsche Wirtschaft. Es ist ein starkes Signal für die deutsche Industrie in einer existenzbedrohenden Zeit. Die Bundesregierung stellt die richtigen Weichen zur rechten Zeit. Dafür sind wir dankbar.

Dennoch darf das Konjunkturpaket nicht den Blick auf die solidarisch zu tragende gesamtwirtschaftliche Herausforderung verstellen. Wir sind uns sicher: Die wirtschaftliche Erholung wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Und sie nimmt alle Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in die Pflicht. Die Corona-Pandemie ist die ökonomische Herausforderung des Jahrzehnts. Gleichzeitig bietet sie eine einmalige Chance. Denn der Wandel hin zu einer noch klimafreundlicheren und widerstandsfähigeren Wirtschaft rückt jetzt in Reichweite. Die nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft erscheint möglicher denn je. Wir können die Corona-Krise und die Klimakrise gleichzeitig bewältigen. Darin liegt auch eine große Chance für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft.

Wir appellieren an alle Akteure in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft, diese Transformation mit visionärer Kraft zu gestalten.

Wir sind überzeugt, dass Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz, in kohlendioxidarme Wertschöpfungsketten und Produkte neue Impulse für Wachstum und Beschäftigung setzen, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken und deutsche Unternehmen widerstandsfähiger gegen künftige Krisen machen. Der Schlüssel liegt in der Effizienzsteigerung der Rohstoffverwendung und der konsequenten Etablierung der Kreislaufwirtschaft.

Die deutsche Holzwerkstoffindustrie sieht sich traditionell dem nachhaltigen Wachstum verpflichtet. Wir stehen für die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder, die ressourceneffiziente Verwendung der Rohstoffe, die Schaffung langlebiger und recyclingfähiger Produkte und verstehen uns am Ende der Kreislaufwirtschaft als Säule der Energiewende: Der im Holz gespeicherte Kohlenstoff wird in unseren Produkten gebunden und nach mehrmaliger Nutzung in Kaskaden hocheffizient energetisch verwertet. Wir produzieren in geschlossenen Kreisläufen und schaffen innovative, nachhaltige Produkte für die Bereiche Bau, Möbel und Verpackungen. So sichern wir Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Lebensstandards. Wir können unseren Beitrag zur nachhaltigen Transformation des Wirtschaftssystems leisten. Und wir werden unseren Beitrag leisten – auf nationaler und auf europäischer Ebene.

Als größter Produzent in Europa unterstützen wir uneingeschränkt den „European Green Deal“ und das ambitionierte Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral umzubauen. Dafür muss jetzt der Grundstein gelegt werden. Es liegt in der deutschen Verantwortung, die europäische Vorreiterrolle anzunehmen. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft bietet hierfür die Gelegenheit. Neben der Bewältigung der Corona-Folgen und dem Wiederaufbau der Wirtschaft muss der Klimaschutz einen Schwerpunkt der EU-Ratspräsidentschaft bilden. Die Präsidentschaft steht unter dem Motto „Gemeinsam. Europa wieder stark machen.“ Und wir meinen: Nachhaltiges Wachstum ist die beste Strategie für Wirtschaftswachstum und ein starkes Europa.

Welche Maßnahmen für die Transformation aus Sicht der Holzwerkstoffindustrie erforderlich sind, hat der VHI in einem Zehn-Punkte-Plan dargelegt (siehe Anlage).

Die nachhaltige Transformation steht am Anfang des zweiten Jahrhunderts unserer Verbandsgeschichte. Wir gehen es voller Zuversicht und Tatkraft an: Wir blicken zurück. Und wir schauen nach vorn. Wir schaffen Beschäftigung. Und wir schaffen Wirtschaftskraft. Wir schaffen eine lebenswerte Welt.“

Mit Holzwerkstoffen. Hightech aus Holz.

Über den Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI):

Der VHI vertritt die Interessen der deutschen Holzwerkstoffindustrie auf nationaler und europäischer Ebene. Er vereint die Hersteller von Sperrholz, Span-, OSB- und Faserplatten, Naturfaserverbundwerkstoffen und Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen. Als Marktführer in Europa erwirtschaftete die deutsche Holzwerkstoffindustrie im Jahr 2019 einen Umsatz von rund 4,6 Milliarden Euro. Im Cluster Forst und Holz sind über 1 Mio. Menschen beschäftigt.

Die Geburtsstunde des VHI e.V. schlug im Juni 1920 im gerade entstandenen Groß-Berlin als Verband Deutscher Sperrholzfabrikanten. Die Blomberger Holzindustrie war als ältestes Buchensperrholzwerk Gründungsmitglied des Verbandes, heute steht deren CEO Markus Büscher der Sperrholzfachgruppe des VHI vor. Der VHI lebt daher Tradition mit Zukunft.

Nach der Zwangseingliederung 1933 in die Wirtschaftsgruppe holzverarbeitende Industrie organisierte sich die Industrie in den späten 1940er Jahren neu. Dabei bildete sie auch die zwischenzeitliche technische Entwicklung ab und bezog die Spanplattenhersteller mit ein, ab Mitte der 1950er Jahre auch die Hersteller von Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen. 1973 kam die Vertretung der Faserplattenindustrie hinzu und der Verband erhielt seinen heutigen Namen. Als jüngsten Neuzugang konnte der Verband die sich neu entwickelte Industrie der Holz-Polymer-Verbundwerkstoffe begrüßen.

In der zugehörigen Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe e.V. entwickeln die Mitglieder strenge Prüfkriterien für die Eigen- und Fremdkontrolle; so wird ein über die Norm hinausgehender hoher Qualitätsstandard der Produkte gesichert. Seit 1978 wird die Arbeit des Verbandes um eine RAL-Gütegemeinschaft Innentüren zur Qualitätssicherung in der Innentürenbranche ergänzt.

Der VHI ist Mitglied im Deutschen Holzwirtschaftsrat und europäisch über die European Panel Federation organisiert. Im Frühjahr 2020 trat der VHI dem BDI bei.

Das Forschungsinstitut des Verbandes wurde 1977 in das zur Fraunhofer Gesellschaft gehörende Braunschweiger Wilhelm-Klauditz-Institut eingebracht; ein eigenständiger Forschungsverein besteht bis heute (Förderverein Holzwerkstoff- und Holzleimforschung e.V.).

Die für Juni 2020 geplante Jubiläumsfeier unter Schirmherrschaft der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner wurde bereits zu Beginn der Corona-Pandemie auf Juni 2021 verschoben: Das Jahr 2020 verlangt volle Konzentration auf die Unterbrechung von Infektionsketten, den Schutz der Mitarbeiter*innen und Kunden*innen, die Aufrechterhaltung der Wertschöpfungsketten und die Abmilderung der Rezession. Die deutsche Holzwerkstoffindustrie übernimmt Verantwortung.

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten. Sie wünschen nähere Informationen oder Bildmaterial? Wir helfen Ihnen gerne.

Anemon Strohmeyer

Geschäftsführerin

Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)
Schumannstr. 9 | 10117 Berlin 
Telefon: (030) 28 09 12 50
Telefax: (030) 28 09 12 56
E-Mail: info@vhi.de 

Vereinsregister: Amtsgericht Charlottenburg VR36496B