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WDR europa-forum in Straßburg - Peter Sloterdijk: Der skeptische Bürger ist eine große Chance für die EU//

    Köln (ots) - Straßburg, 28.09.2005 - «Europa ist der Ort, an dem Geschichte erfunden wurde. Dennoch verzeichnen wir eine Vereinfachung der Europa-Debatte.» Die Europäische Union (EU) steht nach Ansicht des Schriftstellers und Philosophen, Professor Dr. Peter Sloterdijk in den kommenden Jahren vor einer Trendwende. Nach einer «Europa- Begeisterung der Anfangsjahre» stoße die EU nun auf eine weit verbreitete Europa-Skepsis, sagte Sloterdijk beim achten wdr europa- forum am Mittwoch in Straßburg. Dies sei der Anfang einer neuen Phase des gemein-samen Europas. «Die Herausforderung des skeptischen Bürgers ist eine große Chance», sagte Sloterdijk, der Rektor der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Leiter des Instituts für Kulturphilosophie an der Akademie der bildenden Künste in Wien ist.

    «Europa steht vor dem Schritt in ein kostbares Neuland», sagte Sloterdijk. Nach einer Phase des Aufbaus und der Begeisterung müsse nun ein neuer Elan, ein neues Antriebssystem aufgebaut werden. «Ein nacktes Glücksversprechen alleine reicht nicht mehr», sagte Sloterdijk. Gefragt seien neue Strukturen. Praktische Fragen müssten nun in den Vordergrund gerückt werden. Notwendig seien unter anderem «wirkliche Anfänge einer gemeinsamen europäischen Außenpolitik». Der Weg zu einem in der Praxis besser funktionierenden Europa werde jedoch nicht leicht sein. «Europa ist ein historisch unerhörtes und nicht leicht greifbares Gebilde», sagte Sloterdijk. Dennoch müsse der Blick in die Zukunft gerichtet werden.

    Am zweiten Tag des am Dienstag begonnenen wdr euorpa-forums wird ein möglicher EU-Beitritt der Türkei diskutiert. Teilnehmer sind unter anderem die Europa-abgeordneten Daniel Cohn-Bendit und Cem Özdemir (beide Grüne), Elmar Brok (CDU) und Ingo Friedrich (CSU) sowie die EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner. Das zwei Tage dauernde wdr europa-forum mit mehr als 300 Teilnehmern wird vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Zusammenarbeit mit den Vertretungen der Europäischen Kommission in Deutschland und Frankreich, dem Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Berlin, dem Österreichischen Rundfunk (ORF) sowie dem Südwestrundfunk (SWR) organisiert. Es soll den Dialog zwischen Politik und Medien auf europäischer Ebene fördern. Die Veranstaltungen des Forums werden in verschiedenen Radio- und Fernsehanstalten teilweise live übertragen.

Informationen im Internet unter http://europa-forum.wdr.de

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