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07.06.2005 – 10:54

CDU/CSU - Bundestagsfraktion

Marschewski: Tschechiens Staatspräsident Klaus verhöhnt sudetendeutsche Opfer der Vertreibung

    Berlin (ots)

Zu den neuerlichen Äußerungen des tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus gegenüber drei Millionen sudetendeutschen Vertriebenen erklärt der Vorsitzende der Arbeitgruppe „Vertriebene und Flüchtlinge“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erwin Marschewski MdB:

    Wenn der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus die Vertreibung von rund drei Millionen Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg als „präventive Maßnahme“ bezeichnet, dann verhöhnt dies gleichermaßen die Opfer und offenbart einen großen historischen Irrtum.

    Die weitergehende Aussage, es sei darum gegangen, „die Schuldigen des Weltkrieges zu bestrafen“, offenbart zu dem eine mangelnde Distanz zur Vertreibung als Kollektivstrafe, denn die betroffenen Opfer wurden ohne Ansehen der Person und ohne Prüfung einer eigenen Schuld vertrieben.

    Die Aussagen des tschechischen Staatspräsidenten Klaus verdecken in problematischer Weise worum es in der Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wirklich ging, nämlich um Rache und Vergeltung und dies ohne Ansehen der Person.

    Die Aussagen des tschechischen Staatsoberhauptes stellen erneut eine Provokation gegenüber den Opfern der Vertreibung dar und sind eine Belastung des deutsch-tschechischen Verhältnisses. Immer wieder fallen hochrangige Politiker der Tschechischen Republik mit derartigen Provokationen auf. So hat seinerzeit der tschechische Ministerpräsident Spidla die Vertreibung als ein „Werk des Friedens“ bezeichnet.

    Die Aussagen des tschechischen Staatspräsidenten offenbaren zudem einen der größten Irrtümer des 20. Jahrhunderts, nämlich den Irrglauben, durch die Schaffung „ethnisch reiner Gebiete“ Frieden schaffen zu können. Über 50 Millionen Menschen wurden im 20. Jahrhundert in Europa durch Vertreibung Opfer einer solchen menschenverachtenden Politik.

    Daher setzen sich CDU und CSU für die Errichtung eines „Zentrum gegen Vertreibungen“ in Berlin ein. Das Anliegen der Union ist es dabei, mit diesem historischen Irrtum aufzuräumen und Vertreibungen in Gegenwart und Zukunft dauerhaft zu ächten.

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