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Schulsozialarbeiter Hendryk Stoyaim "ZDF-Mittagsmagazin": Pommern- Schule keine spezielle Situation

Mainz (ots) - Die Zustände an der Berliner Pommern-Schule, über die in der Dokumentation "SOS-Schule" im ZDF berichtet wird, sind für den Schulsozialarbeiter Hendryk Stoya kein Ausnahmefall. "Das ist keine spezielle Situation", sagte Stoya im ZDF- Mittagsmagazin am Mittwoch, 10. Mai 2006. "Es gibt ganz viele Schulen, in denen solche Vorfälle immer wieder vorkommen, wo Lehrer verzweifelt sind, an ihre Grenzen stoßen und wenig Möglichkeiten haben, der Situation Herr zu werden."

"Es ist ein gesellschaftliches Problem", sagt Stoya. Dieses hätte sich in den letzten 30 Jahren entwickelt. Da habe man zu lange weggeschaut. "In den Schulen haben wir heute mit Problemen wie Gewalt, mit Trennungsproblematik, mit Essstörungen, mit Drogen, mit Sucht und psychischen Erkrankungen, mit sexuellem Missbrauch zu tun", betonte Stoya. Die Lehrerausbildung sei nicht darauf ausgerichtet, "Schülern wirklich zu helfen, sondern ist ja eher eine Stoffvermittlung".

Viele Eltern seien mit der Erziehung oft überfordert. Da müsse man hinter die Kulissen schauen. Es gebe aber auch Eltern, die sich der Verantwortung entzögen. Das habe ebenfalls Gründe, wie etwa Alkoholismus, etc. Es sei immer wieder erstaunlich, dass die Elternbeteiligung in der Grundschule noch relativ hoch sei, etwa im Schulalltag oder bei Elternabenden. "Das lässt aber in weiterführenden Schulen rapide nach. Man muss sich doch einmal fragen, warum das so ist", so Stoya.

Um die Situation an den Schulen zu verbessern, forderte Stoya: "Man muss bei den Schulen selbst ansetzen, nicht nur die Verantwortung auf die Lehrer abwälzen." Schulsozialarbeit könne nur ein Baustein sein. Auch das Umfeld, vom Schulsystem bis hin zur Jugendhilfe müsse beachtet werden.

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