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Pressemitteilung / Zauberformel Medienkompetenz? / Jugendmedienschutz-Tagung von Kirchen, ARD und ZDF in Mainz eröffnet

    Mainz (ots) - Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussion beginnt heute, 27. April 2006, in Mainz eine zweitägige Tagung zum Thema "Medienkompetenz – Zauberwort oder Leerformel des Jugendmedienschutzes?". Rund 300 Teilnehmer diskutieren mit Politikern, Wissenschaftlern, Medienpädagogen und Kirchenvertretern über Chancen und Herausforderungen der Medienerziehung. In Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen wird eine aktuelle Bestandsaufnahme versucht und nach Perspektiven für die Zukunft gefragt. Dabei geht es um Jugendradios ebenso wie um Daily Soaps und Online-Spiele, aber auch um die Frage: "Wie erreichen wir die Eltern?" und um die neuesten Erkenntnisse aus der Neurobiologie. Veranstalter der Tagung sind die Jugendschutzbeauftragten von ARD und ZDF und die Medienarbeit der Evangelischen und der Katholischen Kirche.

ZDF-Intendant Markus Schächter nannte in seiner Begrüßungsansprache die Vermittlung von Medienkompetenz ein "elementares Anliegen der Erwachsenenbildung ebenso wie der Kindererziehung". Die Erwachsenen müssten lernen, genauso gut mit den neuen Techniken umzugehen wie Kinder und Jugendliche. Vor dem Hintergrund, dass zum Beispiel mittels neuer Technologien mühelos jugendgefährdende Inhalte wie Gewalt- und Porno-Videos per Handy verbreitet werden können, gelte es gleichzeitig präventive Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz der Heranwachsenden zu entwickeln. Notwendig sei eine "richtungsweisende Diskussion über Medienkompetenz als soziale Schlüsselqualifikation unserer Informations- und Wissensgesellschaft und als Kernelement präventiven Jugendschutzes", sagte Schächter.

Für die ARD betonte der Fernsehdirektor des Hessischen Rundfunks, Manfred Krupp, dass Jugendschutz nicht in erster Linie als System von Restriktionen, sondern als aktive Gestaltungsaufgabe verstanden werde. Der Jugendschutz sei Teil des positiven Wertekanons, für den das öffentlich-rechtliche System stehe. Deshalb könne er auch nicht aus der Verantwortung der Programmgestalter in den öffentlich- rechtlichen Sendern herausgelöst und an Landesmedienanstalten delegiert werden, sondern müsse ebenso wie die Förderung von Medienkompetenz als Teil des Programmauftrags verstanden werden. Dafür sei es aber in Zukunft unabdingbar, dass die öffentlich- rechtlichen Sender neue Programmplattformen und -verbreitungswege nutzen könnten. "Nur wenn wir Jugendliche bei einer veränderten Mediennutzung auch mit unseren Programmangeboten erreichen, können wir zur positiven Wertevermittlung beitragen", so Krupp, der zugleich Jugendschutzbeauftragter seines Senders ist.

Der Rundfunkbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands Bernd Merz sagte, Gesetze und Kontrollmechanismen zum Jugendmedienschutz seien zwar ein dringend notwendiger Rahmen, doch: "Wenn man Kindern und Jugendlichen helfen will, ihr Leben sinnvoll zu gestalten, dann geht es um mehr. Wir müssen jungen Menschen die Chance geben, mündige Mediennutzer zu werden. Daher muss die Medienkompetenz definiert und inhaltlich gefüllt werden. Und gerade die Medien selbst haben auch die Verpflichtung, ihren Beitrag dazu zu leisten. Die Kirchen werden sie dabei mit allen Kräften unterstützen." Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann wird am morgigen Freitag, 28. April 2006, 10.00 Uhr, zu dem Thema "Medienkompetenz und Verantwortung – Schlüsselbegriffe einer menschendienlichen Kommunikation" sprechen.

Den Eröffnungsvortrag hält Dr. Helga Theunert vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. Weitere prominente Redner und Teilnehmer der Veranstaltung sind unter anderen: die Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages Michaela Noll, der evangelische Landesbischof Dr. Friedrich Weber (Braunschweig), Hubertus Meyer-Burckhardt, ProSiebenSat.1 Media AG, der Vorsitzende der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur Prof. Dr. Dieter Wiedemann, die Vorsitzende des Programmausschusses des WDR-Rundfunkrats Karin Junker und der ZDF-Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz, der Medienpädagoge Prof. Dr. Stefan Aufenanger und der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Henning Scheich. Die Moderation der Tagung hat Juri Tetzlaff vom KI.KA, dem Kinderkanal von ARD und ZDF.

Der Vortrag von Kardinal Lehmann sowie die abschließende Podiumsdiskussion wird von Phoenix aufgezeichnet.

Begleitend zu der zweitägigen Tagung präsentieren sich im Konferenzzentrum des ZDF zahlreiche medienpädagogische Initiativen und Projekte. Ausführliche Informationen zum Programm und den Mitwirkenden der Veranstaltung sind bei der ZDF-Pressestelle erhältlich.

Bildhinweis Fotos von der Veranstaltung sind erhältlich (ab 15.00 Uhr) über den ZDF-Bilderdienst, Telefon 06131-706100, und über http://bilderdienst.zdf.de/presse/jugendmedienschutztagung

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