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Menschenrechtlerin Rahman im "ZDF- Mittagsmagazin":
"Verantwortliche für Säureattentate nur selten bestraft"

Mainz (ots) - Die Menschenrechtlerin Monira Rahman, die am Sonntag mit dem Menschenrechtspreis der deutschen Sektion von amnesty international ausgezeichnet wird, hat im "ZDF-Mittagsmagazin" am 17. März 2006 die Säureattentate scharf verurteilt, unter denen in Bangladesh vor allen Dingen Frauen zu leiden haben. Besonders betonte sie die Verantwortung der Männer: "Die Männer treffen alle Entscheidungen. Sie sind die Gewalttäter und wollen das verschweigen", sagte die Gründerin der Acid Survivors Foundation. Es sei schwierig für die Frauen, darüber zu reden. Eine Verurteilung der Täter habe es bisher kaum gegeben, "denn die Gesellschaft glaubt, Männer hätten das Recht, Frauen zu quälen, weil sie für die Frauen sorgen. Frauen hingegen glauben, sie hätten keine Wahl und deshalb leiden sie oft im Stillen", erläuterte Rahman. Zudem seien Polizisten und Staatsanwälte oft korrupt, und die Täter sehr einflussreich. "Sehr frustrierend ist immer noch, dass nur sehr wenige Täter verurteilt werden, deshalb werden potentielle Täter immer noch nicht genügend abgeschreckt", so Monira Rahman.

Rahman betonte jedoch die Fortschritte ihrer Arbeit: Als sie damit begonnen habe, sei es noch nicht einmal möglich gewesen, Opfer in Bangladesh überhaupt zu behandeln. Man habe die Opfer ins Ausland bringen müssen, um sie dort von plastischen Chirurgen behandeln zu lassen, erläuterte sie. "Aber das können wir jetzt auch im Land selbst gewährleisten." Durch die rasche Behandlung seien die Opfer dann oft nicht so entstellt. Probleme gebe es allerdings noch im Bereich der psychologischen Behandlung, "Dieser Behandlungszweig ist in Bangladesh noch nicht institutionalisiert", sagte Rahman.

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