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Im ZDF "heute-journal" heute Abend: Verfassungsschutz warnt vor Irakkämpfern
Bedrohung auch für Deutschland

    Mainz (ots) - Das anhaltende Chaos im Irak hat Auswirkungen auf die Bedrohungslage für Deutschland. Das bestätigte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz heute Abend im ZDF "heute-journal". Demnach gehe insbesondere von so genannten Heimkehrern aus dem Irak eine große Gefahr aus. Fromm wörtlich: "Das sind Leute, die erfüllt sind von der Jihad-Ideologie. Das sind Leute, die professionell umgehen können mit Waffen und Sprengmitteln, und das sind Leute, bei denen man annehmen muss, dass sie keine Hemmungen haben, andere Menschen umzubringen. Von daher denke ich, dass wir gut beraten sind, auf solche Leute, wenn sie nach Deutschland kommen, sehr sehr sorgfältig zu achten.”

Nach ZDF-Informationen tragen europäische Sicherheitsbehörden alle Informationen über diese so genannten "Jihad-Touristen” zusammen und tauschen ihre Erkenntnisse miteinander aus. Demnach sind in den vergangenen zwei Jahren mindestens 300 Muslime aus Westeuropa in den Irak gereist, um dort am Kampf gegen amerikanische, britische und irakische Streitkräfte teilzunehmen und Terroranschläge zu verüben. Die beliebteste Reiseroute führt dabei nach Erkenntnissen der Geheimdienste über die Türkei, zahlreiche Kämpfer wählten aber auch den Weg über Jordanien und den Iran.

Vor allem junge "Gotteskrieger" würden von einem Gefühl der Ausgrenzung in der westlichen Gesellschaft und der Suche nach Anerkennung getrieben. Sie sähen besonders in der Brutalität des Anführers der Al Qaida im Irak, Abu Musab al-Zarqawi, einen Ansporn, sich am Jihad zu beteiligen.

Eine wachsende Zahl von Irakkämpfern kehre anschließend nach Westeuropa zurück. Sie zu überwachen, wird nach Einschätzung des ehemaligen Anti-Terror-Zars der US-Regierung, Richard Clarke, immer schwieriger: "Man kann sie nicht rund um die Uhr verfolgen. Man kann sie bestenfalls hin und wieder besuchen, vielleicht ihre Telefone abhören. Aber es ist immer möglich, dass sie Schläferzellen bilden, von denen die Sicherheitsbehörden nichts wissen.”

Deutsche Geheimdienste gehen davon aus, dass gerade Heimkehrer aus dem Irak es als eine Ehre ansehen würden, im Namen al-Zarqawis in Westeuropa Anschläge zu verüben. Auch Deutschland sei wegen seines Engagements für den Irak davon bedroht. "Die Gefährdung Deutschlands ist ebenso wie die anderer westeuropäischer Länder sehr hoch nach unserer Einschätzung", so Verfassungsschutzpräsident Fromm im ZDF. "Die aktuellen Zusammenhänge deuten ja darauf hin, dass die Ausbildung von Polizeibeamten durch deutsche Dienststellen ein Thema ist im Zusammenhang mit dem Irak-Konflikt. Und von daher muss man davon ausgehen, dass das seine Auswirkungen hat auf die Sicherheitslage Deutschlands."

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