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20.06.2003 – 15:59

ZDF

ZDF Pressemitteilung
ZDF-Kulturmagazin "aspekte" berichtet: "Was in Schlafzimmern passiert, geht niemanden etwas an" Daniel Cohn-Bendit stellt sich demonstrativ hinter Michel Friedman

    Mainz (ots)

Das ZDF-Kulturmagazin "aspekte" setzt sich in seiner heutigen Sendung mit den Reaktionen auf die gegen Michel Friedman erhobenen Drogen-Vorwürfen auseinander. Zur Zukunft des Fernsehmoderators Friedman meint Daniel Cohn-Bendit gegenüber "aspekte": "Es gibt keinen Rockmusiker, der nicht kokst. Es gibt keinen Jazz-Musiker, der nicht kokst. Es gibt die größten Schriftsteller, die koksen und Fassbinder, geht man deshalb nicht in seine Filme? Simenon prostituiert sich bis zu zehn Mal am Tag, und liest man deshalb seine Bücher nicht mehr? Also, es gibt ein Privatleben, was in Schlafzimmern passiert, geht niemanden an." Auf die Frage, ob es in der Berichterstattung über Friedman anti- semitische Untertöne gäbe, antwortet der Grünen-Politiker: "Friedman war erfolgsgeil. Das nervt. Und er hat viel Erfolg. Unsere Gesellschaft hat meiner Meinung nach ein schwieriges Verhältnis zu Juden. Sartre hat immer gesagt, eine Gesellschaft wird dann nicht mehr antisemitisch sein, wenn sie akzeptiert, ohne auszuflippen, dass Juden nicht nur Nobel-Preisträger oder Bankiers sein können, sondern Zuhälter, Nutten, Gangster- das gehört alles zur jüdischen Welt." Ebenfalls im "aspekte"-Beitrag äußert sich der langjährige Chefredakteur der "Bildzeitung", Hans-Herman Tiedje. Er sagt, Moral sei immer unteilbar und deshalb sei für Friedman eine Zukunft als Fernsehmoderator nur schwer vorstellbar. Wörtlich: "Sie können nicht sagen: Die öffentliche Moral verkörpere ich, aber die private Moral habe ich nicht. Das geht nicht. Das jedenfalls wird in der öffentlichen Wahrnehmung nicht geteilt. Seinen Moderatorenjob wird er meiner Erwartung nach los sein. Obwohl ich es schade finde, weil ich keinen anderen sehe, der das so machen konnte, wie er". Mehr in "aspekte" heute, 20. Juni 2003, 22.30 Uhr. Bei Rückfragen: 030 - 20991333

ots-Originaltext: ZDF

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