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"Index - Die schwarze Liste des Vatikan": Zweiteiler über die Arbeit der Indexkongregation mit Wolf von Lojewski und Prof. Hubert Wolf am Dienstag und Mittwoch im ZDF

    Mainz (ots) - Die zweiteilige ZDF-Dokumentation "Index - Die schwarze Liste des Vatikan" greift erstmals die bislang eher legendenumwobene 400-jährige Geschichte der vatikanischen Buchverbote und Zensur auf. Am Dienstag, 7 April 2009, 22.45 Uhr, und am Mittwoch, 8. April 2009, 22.15 Uhr, rollen die Filme von Cristina Trebbi und Christel Fomm die wichtigsten Prozesse auf, die die Indexkongregation im Kampf um die Deutungsmacht über die Welt und das vermeintliche Seelenheil der Menschheit führte. Der ZDF-Journalist und Protestant Wolf von Lojewski und der Münsteraner Kirchenhistoriker und katholische Priester Prof. Hubert Wolf, der ein wissenschaftliches Standardwerk zum Index vorgelegt hat, nehmen die Arbeit der päpstlichen Behörde unter die Lupe und diskutieren über die Rolle der Zensur damals und heute.

    Warum wurde Luthers Bibelübersetzung verboten, Galileo Galilei verurteilt, der Müller Menocchio auf dem Scheiterhaufen verbrannt? Was war für die katholische Kirche so gefährlich an den Büchern von Heine und Sartre, während die Werke von Charles Darwin und Karl Marx nicht verboten wurden? Und warum kam "Mein Kampf" nie auf den In¬dex? Rund vier Jahrhunderte, von 1571 bis 1966, untersuchte die Indexkongre¬gation im Vatikan Bücher und Schriften darauf, ob sie mit der Lehre der katholi¬schen Kirche in Einklang stehen. Prozesse wurden geführt, Urteile gespro¬chen, es entstand eine Liste verbotener Bücher. Erst 1998 öffnete der Vatikan seine Archive.

    Wolf von Lojewski und Prof. Hubert Wolf betreten bislang verschlossene Räume und sichten in den vatikanischen Bibliotheken jahrhundertealte Dokumente und Akten, die ein Spiegelbild der europäischen Geistesgeschichte sind. In Teil 1 der Dokumentation "Index" rollen sie die Fälle Luther, Galileo und Darwin neu auf. In Teil 2 geht es um die Rolle der Zensur nach der Aufklärung. Wolf von Lojewski will wissen, warum Heinrich Heine auf dem Index landet, warum der Bestseller von Harriett-Beecher Stowe "Onkel Toms Hütte" in Verdacht gerät und wie die Indexkongregation über die Schriften von Karl Marx und Adolf Hitler urteilte. Die Dokumentation widmet sich auch der Frage, wie es mit der Rolle der kirchlichen Zensur aussieht, seit der Index 1966 als Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils - ohne großes Aufsehen - abgeschafft wurde. Fälle von mit Lehrverbot belegten Theologen wie Hans Küng, Leonardo Boff und andere belegen, dass sich die päpstliche Zensur heute nach innen, auf die Bewahrung der richtigen Lehre, richtet.

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