Clean Clothes Campaign - Kampagne für Saubere Kleidung

Ein Lohn zum Leben: 'Asiatischer Grundlohn - Asia Floor Wage'
Kampagne für Saubere Kleidung stellt Strategie zur Bekämpfung von Standortverlagerung und Lohndumping vor
Neue Protestaktion gestartet

Berlin (ots) - Die Kampagne für Saubere Kleidung unterstützt die Asiatische Grundlohn-Kampagne (Asia Floor Wage/ AFW) und stellt heute die Studie: "Der Asiatische Grundlohn. Würdige Löhne über Grenzen hinweg" vor. "Nicht länger sollen die Beschäftigten an den Nähbänken der verschiedenen Länder Asiens gegeneinander ausgespielt werden.", sagt Berndt Hinzmann von der Kampagne für Saubere Kleidung.

Strategisches Vorgehen ist nötig, weil die Textilproduktion in Asien bereits jetzt die Mehrheit des globalen Gesamtgeschäftes mit konfektionierter Kleidung ausmacht. Asiatische ArbeiterInnen stellen nicht nur die Mehrheit der TextilarbeiterInnen weltweit dar - ihre Löhne sind auch die niedrigsten. Ein höherer Grundlohn in Asien würde auch den ArbeiterInnen in anderen Regionen, in Zentralamerika, Afrika oder Osteuropa, zugute kommen.

"Mit dem innovativen Vorstoß der Zivilgesellschaft wäre ein Lohndumping unter den produzierenden Ländern ausgeschlossen.", so Sandra Dusch Silva von der Kampagne für Saubere Kleidung. Auf unterschiedlichen Ebenen der globalen Lieferkette, einschließlich bei den multinationalen Unternehmen, will die Kampagne Druck ausüben, um den 'Asiatischen Grundlohn' durchzusetzen. Auch die jeweiligen Regierungen werden dabei in den Fokus genommen, damit diese Regulierungen für transnationale Konzerne etablieren. Discounter wie ALDI, Lidl oder KiK und Markenfirmen wie Adidas oder Puma können sich in der Lohnfrage nicht länger rausreden und hinter Scheinargumenten verstecken. Zahlt einen Lohn, der ausreicht die Familie zu ernähren und zu kleiden, Vorsorge für die Bildung der Kinder und die Gesundheit zu treffen sowie Miete für die einfache Unterkunft zu zahlen.

Bisher arbeiten und leben die Frauen, die überwiegend in der Bekleidungsindustrie beschäftigt sind, unter ärmlichen Bedingungen, ohne sauberes Wasser oder genügend zu essen. Es ist ein Menschenrecht in Würde zu Leben und es wäre ein echter Beitrag zur Verringerung der Armut, wenn endlich ein Lohn gezahlt würde, der zum Leben reicht. "Eine Fabrik kann für einen Einkäufer mit einem Verhaltenskodex produzieren, überprüft werden und eine Zertifizierung erhalten und dennoch verdienen die ArbeiterInnen so wenig, dass es nicht ausreicht. Dieses Grundproblem wird in den Hochglanz Nachhaltigkeitsberichten und bei deren Ranking nicht erfasst.", so Berndt Hinzmann.

Deshalb die Forderung nach einem 'Asiatischen Grundlohn - Asia Floor Wage'. Alle Unternehmen die ihre ArbeiterInnen unter dem Richtwert der AFW entlohnen, zahlen Hungerlöhne. Für das Jahr 2009 wurde der Wert von 475,00 $ PPP pro Monat errechnet. Der AFW benutzt dazu das Konzept der Purchaising Power Parity (PPP) bzw. der Kaufkraftparität (KKP) der Weltbank. Die von einem breiten Bündnis aus berechnete und auf verschiedene Länder übertragbare "Benchmark" erhält weltweit Unterstützung von Menschen- und Arbeitsrechtsorganisationen sowie Gewerkschaften. "Discounter und Markenfirmen scheinen nicht ernsthaft interessiert, dass die Löhne steigen und die exzessiven Zwangsüberstunden beendet werden. Daran ändern auch so genannte Social-Buissnes-Projekte nichts, bei denen Ein-Euro-Turnschuhe für die Dritte Welt promotet werden. Wir wollen mit dem Protest Druck aufbauen, dass sich dies ändert.", so Sandra Dusch Silva. Dazu starten heute Protestaktionen.

Pressekontakt:

Berndt Hinzmann,
INKOTA-netzwerk,
Tel.: (030) 42-89-111;
Mobil: 0160-94698770;
hinzmann@inkota.de

Sandra Dusch Silva,
Christliche Initiative Romero,
Tel: (030) 4172-4784;
Mobil: 0157-84512097;
dusch@ci-romero.de
Downloads: www.saubere-kleidung.de

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